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10.01.2025

Mainz/Trier (dpa/lrs) *15:41 Uhr – Chemie-, Pharmaunternehmen und zahlreiche Hochschulen verlassen Plattform X

Entfremdung von einem einst rege genutzten Kommunikationskanal: Eine ganze Reihe an Hochschulen aus Rheinland-Pfalz und dem Saarland kehren der Plattform X, früher Twitter, den Rücken. Alleine sind sie damit nicht, auch Gewerkschaften verabschieden sich von diesem Kanal, genauso wie Unternehmen und verweisen unter anderem auf Falschinformationen und Hasskommentare bei X.

In einer gemeinsamen Mitteilung von mehr als 60 deutschsprachigen Hochschulen und Forschungsinstitutionen zum Rückzug von X wurden die Mainzer Johannes Gutenberg-Universität, die Uni Trier, die Universität des Saarlandes sowie die Hochschule der Bildenden Künste Saar namentlich genannt.

Begründet wurde der Schritt mit der «fehlenden Vereinbarkeit der aktuellen Ausrichtung der Plattform mit den Grundwerten der beteiligten Institutionen: Weltoffenheit, wissenschaftliche Integrität, Transparenz und demokratischer Diskurs». Die Institutionen wollten damit ihren Einsatz für eine faktenbasierte Kommunikation und gegen antidemokratische Kräfte unterstreichen.

Die Kanzlerin der Trierer Uni, Ulrike Graßnick, teilte mit, die Universität Trier sei ein Ort freier Wissenschaft und stehe für den demokratischen Diskurs. «Auf der Social-Media-Plattform X jedoch sehen wir die Verstärkung von rechtsextremen und populistischen Inhalten, von Fake News sowie Diskriminierung. Eine Fortführung unserer Aktivitäten auf X ist mit unseren Werten nicht vereinbar.»

Schon am 24. März vergangenen Jahres war der letzte Post der Rheinland-Pfälzischen Technischen Universität Kaiserslautern-Landau (RPTU) auf X online gegangen, darüber prangt die Aussage: «Wir sind hier nicht mehr aktiv».

Für einen Abschied von X haben sich auch die Gewerkschaft Verdi sowie die Lehrergewerkschaft Erziehung und Wissenschaft entschieden. In einer Mitteilung vom Donnerstag kritisierten sie die Plattform als «Forum für die Verbreitung von rechtsextremistischen Positionen, von Hass und Hetze, von Demokratiefeindlichkeit und Desinformation».

Auch werde immer offensichtlicher, dass die Algorithmen der Plattform demokratiefeindliche Narrative bevorzugt behandelten. Der konkrete Anlass für den Schritt zum jetzigen Zeitpunkt war laut Verdi und GEW das Live-Gespräch zwischen dem X-Besitzer und Milliardär Elon Musk und der AfD-Spitzenkandidatin für die Bundestagswahl, Alice Weidel.

Der in Ludwigshafen sitzende weltgrößte Chemiekonzern BASF hat nach eigenen Angaben einige Accounts bei X eingestellt, im Juli vergangenen Jahres etwa den deutschsprachigen Account. Weitere Accounts für bestimmte Bereiche würden noch geschlossen. Mit Werbung auf der Plattform habe BASF schon vor einiger Zeit Schluss gemacht, teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit.

«X ist zunehmend von Falschinformationen und Hasskommentaren geprägt», erklärte BASF weiter. «Dies ist kein Umfeld, in dem wir uns als Unternehmen bewegen möchten. Zugleich wollen wir uns die Möglichkeit erhalten, auf Falschinformationen über BASF gegebenenfalls mit Richtigstellungen reagieren zu können.» Daher haben man sich entschieden, mindestens den Hauptkanal weiterzuführen, allerdings mit deutlich reduzierter aktiver Kommunikation.

Sehr stark eingeschränkt oder gar eingestellt hat seine Aktivitäten auf X schon vor längerer Zeit auch der Pharmakonzern Boehringer Ingelheim. Genutzt werde die Plattform nur noch für spezielle und gezielte Presse-Aussendungen.

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