Newsticker Januar: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Stadt Kassel plant Kauf von Wintershall Dea-Gebäudekomplex

< zurück

Seite: 9/21

21.01.2025

Neustadt/Donau (dpa/lby) *17:31 Uhr – Nach Feuer in Raffinerie: Polizei untersucht Brandort

Nach einer Explosion und einem Großbrand in einer Erdölraffinerie in Niederbayern haben Brandermittler der Kriminalpolizei und ein Sachverständiger die Örtlichkeit untersucht. Der hohe Zerstörungsgrad lässt Polizeiangaben zufolge allerdings weiterhin keine Aussagen zur Ursache und zum genauen Ausmaß des Brandes zu. Es seien noch umfangreiche Ermittlungen in Zusammenarbeit mit dem bayerischen Landeskriminalamt (LKA) und Mitarbeitenden der Raffinerie notwendig.

Der Brand in der Raffinerie in Neustadt an der Donau (Landkreis Kelheim) war in der Nacht zum Freitag an einer Prozessanlage ausgebrochen, wie das Unternehmen Bayernoil mitteilte. Die örtlichen Feuerwehren und die Werksfeuerwehr kämpften stundenlang gegen die Flammen. Bürgerinnen und Bürger im Stadtgebiet von Neustadt und in mehreren Ortsteilen sowie in der benachbarten Gemeinde Münchsmünster (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) wurden vor giftigem Qualm gewarnt.

Polizeiangaben zufolge wurde bei dem Vorfall eine Person leicht und eine weitere mittelschwer verletzt. Zudem hätten zwei Menschen Schocks erlitten. Das Gebäude, in dem der Brand ausgebrochen war, wurde nach Angaben der Polizei kontrolliert abgebrannt. Das Unternehmensgelände wurde dabei evakuiert.

Friedeburg (dpa/lni) *16:01 Uhr – Wie lässt sich Wasserstoff speichern? – Test in Ostfriesland

In einem Forschungsprojekt hat das Unternehmen Storag Etzel im ostfriesischen Landkreis Wittmund damit begonnen, Wasserstoff in unterirdischen Kavernen zu speichern. Kavernenspeicher sind große Hohlräume in unterirdischen Salzformationen wie etwa Salzstöcken. Mit dem Test soll unter realen Bedingungen erprobt werden, wie sich bestehende Kavernen, die bislang als Speicher für Gas und Öl dienen, für die Wasserstoffspeicherung umwidmen lassen, wie das Unternehmen mitteilte.

CO2-neutral erzeugter Wasserstoff soll in einem klimaneutralen Wirtschaftssystem eine Schlüsselrolle als Energieträger und Rohstoff für die Industrie spielen. Experten rechnen künftig mit einem großen Bedarf an Wasserstoffspeichern in Deutschland.

Das Befüllen in Etzel hat laut Storag um den Jahreswechsel begonnen. Zuvor waren zwei bestehende Kavernen umgerüstet und auf Dichtigkeit geprüft worden. Der zwölf Kilometer Breite und fünf Kilometer hohe Salzstock unter Etzel beherbergt eines der größten Kavernenfelder in Nordwesteuropa.

«Nach erwarteten Anlaufschwierigkeiten in der Beschaffung von Wasserstoff - man merkt, dass der Wasserstoffmarkt noch in den Kinderschuhen steckt - sind nun, Stand Ende Januar, mehrere Tonnen bei einem maximalen Druck von 170 bar sicher im Untergrund gespeichert», sagte Storag-Projektleiter Carsten Reekers. Insgesamt sollen 90 Tonnen eingespeichert werden.

Da eine Pipelineanbindung für Wasserstoff noch fehlt, wird das Gas mit Lastwagen angeliefert. Insgesamt sind laut Storag bis zum Sommer rund 200 Lkw-Lieferungen für den Speicher-Test nötig. Künftig soll der Standort in Etzel an das Wasserstoffkernnetz angeschlossen werden.

Die Kavernen seien skalierbar und flexibel, sodass sich bestehende Gas- und Ölspeicher für Wasserstoff «zeitnah» umwidmen ließen, teilte Storag mit. «Wir sind startklar, wenn der H2-Markt es ist», sagte Projektleiter Reekers.

Das vom Land Niedersachsen und dem Bundeswirtschaftsministerium geförderte Pilotprojekt H2cast Etzel läuft seit 2022 und soll als Blaupause für die Umrüstung weiterer Kavernen in ganz Deutschland dienen. Die Forschungsergebnisse und technischen Standards sollen geteilt werden.

Storag Etzel ist nicht das erste Unternehmen, das die Speicherung erprobt. Ähnliche Projekte gibt es etwa auch vom Energieversorger EWE in Brandenburg und von Uniper in der Krummhörn (Landkreis Aurich).

(ID:50274195)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung