Sande (dpa/lni) *15:34 Uhr – Produktionsanlage für Wasserstoff in Friesland geplant
Ein weiteres Wasserstoff-Vorhaben steht im Nordwesten Niedersachsens vor dem Start: In der friesischen Gemeinde Sande soll bis 2030 eine Produktionsanlage für Wasserstoff mit einer Kapazität von 400 Megawatt entstehen. Das teilten die Initiatoren des Vorhabens mit, die Fondsgesellschaft Copenhagen Infrastructure Partners (CIP) und der Energieerzeuger Friesen Elektra. In einem zweiten Schritt soll die Anlage um weitere 400 Megawatt vergrößert werden.
Mit erneuerbarer Energie hergestellter Wasserstoff soll einen wesentlichen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Um Wasser bei der Elektrolyse in seine Bestandteile Wasserstoff und Sauerstoff aufzuspalten, muss sehr viel Energie eingesetzt werden. Wird dazu erneuerbare Energie wie Windstrom genutzt, spricht man von «grünem Wasserstoff».
«Mit Zugang zu erneuerbaren Energiequellen wie Wind- und Solarenergie wird die Anlage künftig jährlich 80.000 Tonnen grünen Wasserstoff produzieren», teilten die Unternehmen mit. Der produzierte Wasserstoff soll demnach etwa in der Stahl- und Chemiebranche sowie im Transportbereich verbraucht werden.
Zum Vergleich: Deutschlands größter Stahlhersteller Thyssenkrupp baut in Duisburg eine Anlage zur klimaschonenderen Stahlherstellung. Sie soll einen Hochofen ersetzen und braucht jährlich etwa 143.000 Tonnen grünen Wasserstoff.
Die Wasserstoffproduktion soll auf einer 21 Hektar großen Fläche entstehen. Laut den beteiligten Unternehmen ist der Ort günstig gelegen in der Nähe des Energie- und Industriestandorts Wilhelmshaven und an einem geplanten Anschluss an das Wasserstoffkernnetz. Angaben zum Investitionsvolumen wurden nicht gemacht.
Die niedersächsische Nordseeküste gilt als perspektivreiche Region für die Wasserstoffwirtschaft - besonders weil dort an Land und auf See viel Strom aus Windkraft produziert wird. Auch andere Energieversorger wie etwa EWE, Uniper und Statkraft planen Anlagen zur Wasserstoffproduktion an der Küste.
Bayer hat in den USA einen weiteren Gerichtsstreit um angebliche Gesundheitsfolgen der seit Jahrzehnten verbotenen Chemikalie PCB verloren. Die Geschworenen-Jury habe im Fall Rose bei 11 von 15 Klägern zugunsten des Unternehmens entschieden, betonte der Pharma- und Agrarchemiekonzern zwar in einer Mitteilung. Gleichwohl ist die Niederlage ein weiterer Rückschlag im Bemühen des Konzerns, die PCB-Streitigkeiten vom Tisch zu bekommen.
Die Geschworenen sprachen den vier übrigen Klägern insgesamt 25 Millionen Dollar Schadenersatz sowie 75 Millionen Dollar Strafschadenersatz zu. Wichtiger als dieser Fall und wegweisend für die gesamte Causa wird aber ein PCB-Berufungsprozess, der im Februar beginnen soll.
Bayer kündigte an, das Urteil für die übrigen vier Kläger anzufechten, «um eine Aufhebung oder zumindest eine Reduktion des Schadenersatzes zu erreichen». Blutproben und Lufttests hätten gezeigt, dass es kaum PCB-Belastung gegeben habe. In dem Fall ging es erneut um angebliche Gesundheitsschäden durch PCB im Schulgebäude Sky Valley Education Center (SVEC). Die Kläger machten den Stoff unter anderem für Hirnschäden verantwortlich.
Die PCB-Verfahren sind – wie der milliardenschwere Streit rund um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat – ein teures Erbe des US-Saatgutkonzerns Monsanto. Diesen hatte Bayer 2018 übernommen.
Monsanto wird vorgeworfen, jahrzehntelang verheerende Folgen der toxischen Schadstoffe verschwiegen zu haben. Das Unternehmen hatte das Mittel, das etwa als Brandschutzflüssigkeit in vielen Elektrogeräten und Baumaterialien verwendet worden war, bis 1977 hergestellt. 1979 wurde die Chemikalie in den USA verboten.
Bayer will weiterhin die Kosten für die PCB-Rechtsstreitigkeiten von ehemaligen Kunden erstattet bekommen. Ein Großteil der Abnehmer habe Monsanto von der Haftung freigestellt, um im Gegenzug in den 1970ern weiterhin PCB zu erhalten. Eine entsprechende Klage läuft.
Stand: 08.12.2025
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Die Blicke richten sich bereits auf einen PCB-Berufungsprozess, der im Februar vor dem obersten Gericht des Bundesstaates Washington, dem Washington Supreme Court, beginnen soll. Auch in diesem Fall geht es um eine angebliche PCB-Belastung im Sky Valley Education Center. Ein Berufungsgericht hatte im Mai des vergangenen Jahres zunächst ein Urteil aus dem Jahr 2021 aufgehoben. Dieses hatte drei Lehrern Schadenersatz in Höhe von insgesamt 185 Millionen Dollar (168,5 Millionen Euro) zugesprochen.
Im Herbst entschied dann aber der Washington Supreme Court, sich der Sache anzunehmen. Sollte das Gericht zugunsten von Bayer entscheiden, könnte dies die potenzielle Haftung von mehr als einer Milliarde Dollar aus anderen PCB-Fällen verringern, sagte Analyst Richard Vosser von der Bank JPMorgan unlängst. Eine Entscheidung sei frühestens Mitte des Jahres zu erwarten, das Verfahren könnte sich aber auch bis zu zwölf Monate ziehen.