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Druckluft- und Vakuumtechnik

Was erwartet den Besucher auf der Comvac 2015?

| Autor/ Redakteur: Dipl.-Ing. Hans-Jürgen Bittermann / Jörg Kempf

Druckluft ist ein teurer, aber wegen seiner Handling-Vorteile gern genutzter Energieträger. Mit industriellem Vakuum kann man verpacken, trocknen, positionieren u.v.m. – ganze Branchen wie die Halbleiterindustrie sind ohne Vakuumtechnik nicht denkbar. Ob mit viel (Drucklufttechnik) oder ganz wenig Luft (Vakuumtechnik): In beiden Fällen ist das Anwendungsspektrum enorm breit.

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Ob mit (Drucklufttechnik) oder ganz wenig Luft (Vakuumtechnik): In beiden Fällen ist das Anwendungsspektrum enorm breit, wie auch auf der Comvac vom 13. bis 17. im April in Hannover wieder zu sehen sein wird.
Ob mit (Drucklufttechnik) oder ganz wenig Luft (Vakuumtechnik): In beiden Fällen ist das Anwendungsspektrum enorm breit, wie auch auf der Comvac vom 13. bis 17. im April in Hannover wieder zu sehen sein wird.
(Bild: Deutsche Messe)

Wichtig bei der Auslegung neuer Druckluftsysteme ist die Betrachtungsrichtung vom Verbraucher zum Erzeuger hin – denn die Abnahmestellen bestimmen das Druckniveau, die benötigten Mengen und auch die Qualität der Druckluft. Dass man dabei viel falsch machen kann, zeigt diese Zahl: Bestehende Druckluftanlagen weisen Optimierungspotenziale von durchschnittlich 38 % auf, das kommuniziert Compair in seinen Druckluftseminaren. Den Teilnehmern wird durch praktische Beispiele aufgezeigt, dass bereits mit kleinen Änderungen oder Erweiterungen schnell Kosten eingespart werden können. Dazu wird nicht nur die Drucklufterzeugung, sondern auch die Verteilung und Nutzung unter die Lupe genommen. Die Botschaft: In Systemen denken!

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Eine Studie von Markus P. Rößler (TU Darmstadt, 2014) zeigt, welche technischen Entwicklungen aus Sicht der Betreiber wichtig sind. Insbesondere gelten der verstärkte Einsatz übergeordneter Steuerungen, die Nutzung frequenzgeregelter Antriebsmotoren, getriebelose Antriebe und der verstärkte Einsatz von Permanentmagnetmotoren anstelle von Asynchronmotoren als relevant zur Steigerung der Energieeffizienz.

Neben der eigentlichen Drucklufterzeugung sind auch systembezogene Aspekte wichtig: Die Wärmerückgewinnung gewinnt an Bedeutung (manche Betreiber rüsten auch ältere Kompressoren mit einer Wärmerückgewinnung nach), ebenso die Optimierung von Nebenaggregaten wie z.B. der Trockner. Mit Blick auf das Gesamtsystem biete die Leckage-Minimierung das beste Kosten/Nutzen-Verhältnis. Daneben wird ein optimales, an die Anwendung angepasstes und möglichst niedriges Druckniveau als weitere wichtige Effizienzmaßnahme genannt. Speziell bei variablen Druckluftverbräuchen wünschen die Betreiber schnell reagierende Antriebe mit hoher Lebensdauer, die auch bei häufigem Anlauf im Start-Stopp-Betrieb zuverlässig arbeiten.

Soweit Ergebnisse der Studie. Und was bieten die Hersteller an neuen Entwicklungen an? Wo sehen sie Nutzen- und Effizienzpotenziale?

Dreh- und Angelpunkt: der Blick auf das Gesamtsystem

Matthias Eichler, Marketingleiter bei Boge Kompressoren sieht derzeit gleich mehrere Trends, die die Innovationen seiner Branche bestimmen. „Zum einen wird ölfreie Druckluft immer bedeutender und das nicht nur für sensible Anwendungen wie in der Medizintechnik, der Pharma- oder Lebensmittelindustrie“, beobachtet er. Darüber hinaus gebe es einen deutlichen Trend, der die Möglichkeiten der Digitalisierung aufgreife. „Im Zeitalter von Big Data und Industrie 4.0 gewinnen die Anlagen und Anwendungen zunehmend an Intelligenz und werden in die komplexe industrielle Infrastruktur eingebunden“, erläutert Eichler.

Ein Beispiel dazu: Mit dem Ferndiagnose-Tool Airstatus bietet Boge eine Lösung, die für mehr Sicherheit und Transparenz bei der Druckluftproduktion und aller angeschlossenen Komponenten sorgt. Mit dem Tool haben Anwender den Zustand von bis zu 32 Komponenten im Griff – und das von jedem beliebigen Ort weltweit. Zur Inbetriebnahme der Anlagenüberwachung werden die jeweiligen Kompressoren und Komponenten einfach via Modbus-Scan ausfindig gemacht. Die Anlagendaten lassen sich direkt über GSM/GPRS oder über eine LAN-Verbindung in Echtzeit übertragen. Anwender können dann die Daten auf dem Airstatus-Webportal oder per Airstatus-App aufrufen.

Wer auf drehzahlgeregelte Kompressoren und übergeordnete Steuerungen setzt, kann seine Stromrechnung erheblich senken, wie Sie auf der nächsten Seite erfahren.

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