Impfstoffabfüllung Warum die Herstellung von Verschlussstopfen von Vials zur kritischen Infrastruktur gehört

Redakteur: Anke Geipel-Kern

Die Bilder mit den Durchstechfläschen, die den kostbaren Covid-19-Impfstoff enthalten, kennt mittlerweile jedes Kind. Doch nur wenige wissen, dass mittlerweile auch Verschluss-Stopfen knapp werden und die Maschinenbauer der hochspezialisierten Pressen seit letztem Jahr Tag und Nacht arbeiten.

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Verschluss-Stopfen sind unverzichtbar bei der Vialabfüllung
Verschluss-Stopfen sind unverzichtbar bei der Vialabfüllung
(Bild: Daniel CHETRONI)

Der Verschluss-Stopfen auf dem Vial ist ein kleines, aber wichtiges Detail bei der Impfstoffabfüllung. Die Abfüllung des Corona-Impfstoffs hat auch diesen hochspezialisierten Maschinenbauern einen Nachfrage-Boom beschert.

Einer, der an vorderster Front arbeitet, ist der Maschinenbauer Wickert, der in Landau in der Pfalz Pharmapressen entwickelt und baut. Bis zu 2000 Verschluss-Stopfen kann das Flaggschiff des Maschinenbauers pro Pressenhub herstellen und momentan arbeiten die Konstrukteure in der Pfalz unter Hochdruck, um die Nachfrage nach den Pressen überhaupt befriedigen zu können herstellen.

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„Ohne unsere Pressen kann der Impfstoff nicht abgefüllt werden. Deswegen geben unsere Mitarbeiter seit Monaten ihr Bestes, damit baldmöglichst viele Menschen einen wirksamen und sauber verschlossenen Impfstoff bekommen. Fachkräfte-Teams haben regelmäßig Zusatzschichten am Wochenende eingelegt“, sagt Hans-Joachim Wickert, Geschäftsführer der Wickert Maschinenbau GmbH.

Transport per Frachtflugzeug statt Schiff

Damit das lebensrettende Medikament zur Bekämpfung der Covid-19-Pandemie möglichst schnell hergestellt werden kann, hat der Maschinenbauer seine Produktionsabläufe umgestellt. Dadurch konnte er die Lieferzeit der jeweils 45 Tonnen schweren Pharmapressen von zehn auf sechs Monate verkürzen. Weitere 25 Tage Einsparung brachte bei Kunden aus Übersee oder Asien der Transport per Flugzeug statt mit Schiff. Auf Wunsch des Kunden sind die ersten acht Pharmapressen mit der Antonov, dem größten Flugzeug der Welt, an die verschiedenen Produktionsstandortegeflogen worden.

Auf den Wickert-Pharmapressen werden die Verschlussstopfen unter Reinraumbedingungen gefertigt. Dabei sind strengste Anforderungen an die Sauberkeit einzuhalten, erklärt der Geschäftsführer: „Schon Partikel mit einer Größe von 3,0 Mikrometer, also 0,003 Millimeter, gelten als Verschmutzung.“ Zum Vergleich: Ein feines menschliches Kopfhaar ist mit 0,03 Millimetern etwa zehn Mal so dick.

Gummistopfen, die zur Verpackung von Impfstoffen eingesetzt werden, benötigen eine Zulassung der zuständigen Behörden. Denn damit sie Milliarden von Impfampullen gleichermaßen sicher schließen, müssen sie über spezifische Eigenschaften verfügen. Zudem sollen sie den Impfstoff bei hohen Plusgraden genauso zuverlässig abdichten wie bei extremen Minusgraden. All diese Anforderungen erfüllen die Verschlüsse, die auf Maschinen aus Landau produziert werden, unterstreicht Wickert.

Bereits im Frühjahr 2020 hat der Hidden Champion aus Landau einen Großauftrag von Zulieferern der Pharmaindustrie bekommen. Alle acht Pressen produzieren inzwischen unter voller Auslastung pharmazeutische Verschlussstopfen.

Wickert ist nach eigenen Angaben Weltmarktführer für Reinraum- und Pharmapressen und einer der großen Arbeitgeber in der Südpfalz. Neben Verschlussstopfen werden auf seinen Pharmapressen u.a. Spritzenkolben für Einwegspritzen und Nadelschutzkappen hergestellt.

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