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Störfälle, Chemieunfälle und Brände

Von Verschleiß bis zu Management–Versagen: Anlagenstörfälle unter der Lupe

| Autor/ Redakteur: Dominik Stephan* / Dominik Stephan

Explosionen, Verpuffungen, Stofffreisetzung. Chemieunfälle sind ein Albtraum für Betreiber, Personal und Ersthelfer. Aber wie kommt es zum Schlimmsten? –  PROCESS untersucht typische Unfälle in Raffinerien und Chemieanlagen. Was ist passiert, was sind die Ursachen und wie kann man sich gegen solche Ereignisse wappnen? Wir werfen einen Blick auf die größten Schadensereignisse des vergangenen Jahres in Deutschland.

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( © phonix_a - Fotolia)

Chemieanlagen und Raffinerien bleiben ein gefährliches Pflaster: Zwar gehen die Un- und Störfälle im laufenden Betrieb zurück, aber auch Wartungen und Anlagenstillstände bieten mehr als genug Gefahrenpotenzial. 15 Zwischenfälle hat die Zentrale Melde- und Auswertestelle für Störfälle und Störungen in verfahrenstechnischen Anlagen (kurz: Zema) im Umweltbundesamt 2015 registriert. Eine vergleichsweise geringe Zahl angesichts von 537 meldepflichtigen Ereignissen seit Gründung der Zema 1993 – doch ist jeder Unfall einer zu viel.

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Mangelnde Wartung und Verschleiß...

Schon mangelnde Wartung und verschlissene Komponenten können drastische Folgen haben: Bleiben korrodierte Leitungen oder Undichtigkeiten unentdeckt, ist eine Stofffreisetzung unter Umständen noch die harmloseste Folge.

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Störfälle in der Chemie und Petrochemie seit 2015 (Erafssungszeitraum Januar 2015 bis März 2016)
Störfälle in der Chemie und Petrochemie seit 2015 (Erafssungszeitraum Januar 2015 bis März 2016)
(Quelle: Zema)

So geschehen im Mai 2015: In einer Chemieanlage in Grenzach-Wyhlen löst ein mobiles Gasmessgerät Alarm aus. Schnell steht fest: Acetonitril ist ausgetreten. Schließlich wird ein Loch in einem Abwasserschacht entdeckt, durch das unbemerkt große Mengen des organischen Lösungsmittels ins Erdreich dringen. Zwar kann der Austritt gestoppt werden, doch sind Boden und Grundwasser nachhaltig verunreinigt.

Allein die Schäden an der Anlage belaufen sich auf eine halbe Millionen Euro, vom Abbaggern des Bodens ganz zu schweigen. Fachleute sind sich einig: Eine Inspektion hätte das Leck frühzeitig entdecken können. Deshalb sollen in Zukunft die Abwasserschächte der Anlage jährlich geprüft und das Ergebnis den Behörden gemeldet werden.

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