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Manchmal sind es gerade die eingeleiteten Notfallmaßnahmen, die zusätzliche Gefahr bergen: Als im Juli 2015 in einer Salzsäure-Elektrolyseanlage in Brunsbüttel eine Armaturenmembran reißt, leitet das Personal die Salzsäure an der ausgefallenen Kolonne vorbei. Dadurch wird jedoch auch Wasserstoff in einen Dünnsäuresammelbehälter aus GFK verschleppt. Dort, in der prallen Sonne des heißen Julitages, entzündet sich das Gasgemisch. Behälter und Rohre werden durch die Explosion beschädigt, die Säure großflächig verteilt. Nur durch Zufall ist kein Mitarbeiter in der Nähe des Explosionsortes, sodass es bei Sachschäden bleibt.
Alles richtig gemacht – und trotzdem kommt es zum Störfall. Unfälle lassen sich nicht vorhersagen. Wichtig ist daher, Störfallereignisse nicht kategorisch auszuschließen, sondern sich auf mögliche Unregelmäßigkeiten im Betrieb bestmöglich vorzubereiten. Betrachtet man die Vorfälle des vergangenen Jahres, fällt auf, dass in beinahe jedem Fall das erste Alarmsignale von Sensoren, Gaswarnern oder anderen MSR-Einrichtungen kommt. Zwar kann derartige Technologie einen Störfall häufig nicht verhindern, aber sehr wohl helfen, die schlimmsten Folgen dieser Ereignisse einzudämmen. Es gilt auch weiterhin: Funktionierende Kontrollen, Alarmketten und gut geschulte Mitarbeiter sind neben sicherem und gut gepflegtem Equipment nach dem Stand der Technik die beste Vorsorge.
Bescheid wissen – Unseren Übersichtsbeitrag Anlagenstörfälle aus dem Vorjahr finden Sie hier:
Aus Chemieunfällen lernen
Chemieunfälle – Mehr Aufklärung erwünscht
Den Bericht aus 2013 finden Sie hier:
Ursachenforschung: Störfälle
Albtraum Anlagenstörfall – Chemieunfälle in der Prozessindustrie
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