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Energieeffizienz Studie belegt: Verpflichtungssysteme für Energieeffizienz uneffektiv

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Tobias Hüser

Die EU empfiehlt die Einführung nationaler Energieeffizienz-Verpflichtungssysteme, um die europäischen Energieeinsparpotentiale zu erreichen. Eine neue Studie der Deutschen Energie-Agentur (Dena) zeigt, dass der bisherige marktorientierte Ansatz für Deutschland effizienter als ein Verpflichtungssystem ist. Allerdings muss Deutschland seine Anstrengungen intensivieren, um den Endenergieverbrauch pro Jahr um 1,5 % bis 2020 zu senken, wie es die neue EU-Effizienzrichtlinie vorgibt.

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Laut einer Statistik der Dena verbrauchen deutsche Haushalte genauso viel Energie wie die Industrie in Deutschland.
Laut einer Statistik der Dena verbrauchen deutsche Haushalte genauso viel Energie wie die Industrie in Deutschland.
(Bild: Dena)

Berlin – Um die Energieeffizienz zu steigern, setzt Deutschland bislang auf einen marktorientierten Ansatz mit einer Kombination aus Ordnungsrecht, Informations- und Beratungsangeboten, Energiedienstleistungen und Förderprogrammen. Nach einer Studie der Dena und dem Wirtschaftsberatungsunternehmen Frontier Economics muss das auch so bleiben – Verpflichtungssysteme, die festgelegte Energieeinsparziele zum Beispiel für Energieversorgungsunternehmen vorgeben und von der EU empfohlen werden, seien weniger Effektiv.

Link zur Studie Die komplette Studie können Sie auf der Seite der Deutschen Energie-Agentur herunterladen. Weitere interessante Studien und Positionspapiere aus Bereichen wie beispielsweise Gehalt, Personal, Industrie, Pharma, Produktion oder auch Biotechnologie finden Sie auf unser Übersichtsseite.

Der marktorientierte Ansatz ist laut der Studie insbesondere wegen der höheren Flexibilität und schnellen Anpassbarkeit des Instrumentenmixes, der deutlich höheren Passgenauigkeit der individuellen Energieeffizienzmaßnahmen und wegen seiner Dauerhaftigkeit effektiver, da die Energieverbraucher Investitionen in Energieeffizienz aus eigenem Interesse umsetzten und nicht von Dritten verordnet bekommen. Darüber hinaus sorge die Marktorientierung für eine größere Gerechtigkeit bei der Verteilung von Kosten und Nutzen, da hier die Investitionen im Wesentlichen von den Energieverbrauchern getragen werden, die später auch von den sinkenden Energiekosten profitieren.

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Insbesondere hat die Studie Verpflichtungssysteme in Dänemark, Frankreich, Italien und Großbritannien betrachtet und kommt zu dem Ergebnis, dass sie keinen signifikanten Beitrag zur Senkung des realen Endenergieverbrauchs leisten konnten.

Energieeffizienz-Instrumente müssen weiterentwickelt werden

Die Studie zeigt aber auch, dass Deutschland weiterhin starke Anstrengungen aufbringen muss, um seine Energieziele zu erreichen und empfiehlt deshalb den marktorientieren Ansatz weiterzuentwickeln. Insbesondere sollten bestehende Informations-, Motivations- und Beratungsprogramme gebündelt, vereinfacht, verstetigt und aufgestockt werden.

Weiterhin müsste mangelndes Marktvertrauen und mietrechtliche Hemnisse im Bereich Energiedienstleistungen beseitigt werden. Zudem sollten Förderprogramme und Steuererleichterungen verstetigt und finanziell aufgestockt werden.

Die Studie kommt zu dem Schluss, dass noch erhebliche Energiepotentiale in Deutschland stecken. Bis 2020 könnten gegenüber 2008 15 % Endenergie eingespart werden. Das größte Sparpotenzial existiert im Bereich Wärme und Brennstoffe, gefolgt vom Bereich Kraftstoffe sowie Strom. Deutschland konnte in den letzten 20 Jahren seinen Primär- sowie seinen Endenergieverbrauch im Gegensatz zu anderen europäischen Staaten um rund 5 % senken, während diese Werte in den 27 EU-Mitgliedsstaaten im Schnitt um über 5 % gestiegen sind.

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