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How-to: Umkehrosmose in der Wasseraufbereitung Spurensuche in Sachen Wasser: So identifizieren und beheben Sie Problemen in Umkehrosmose-Prozessen

| Autor / Redakteur: Dr. Jens Lipnizki* / Dominik Stephan

Umkehrosmose ist aus der Wasseraufbereitung nicht mehr wegzudenken. Sicher, erprobt und nutzerfreundlich überzeugt die Technologie Nutzer in Industrie, kommunaler Wasserversorgung und Privathaushalten. Doch nicht immer ist die Freude ungetrübt: Häufig nimmt im Laufe des Betriebs die Leistung kontinuierlich ab. Unser Artikel untersucht das Problem, analysiert häufige Fehlerquellen und gibt wertvolle Hinweise.

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Wenn es zu einem Rückgang des Flusses kommt, ist häufig Fouling die Ursache. Bei der Spurensuche liefert häufig schon der "Tatort" im Rohr wichtige Indizien.
Wenn es zu einem Rückgang des Flusses kommt, ist häufig Fouling die Ursache. Bei der Spurensuche liefert häufig schon der "Tatort" im Rohr wichtige Indizien.
(Bild: © Irochka, © fotofabrika/Fotolia.com; [M]GötzelHorn)

Die Umkehrosmose ist eine Standardtechnologie zur Wasseraufbereitung, die sich über die Jahre einer immer größeren Akzeptanz erfreut. Komfortable Auslegungsprogramme, hilfreiche Literatur und ein stetig wachsendes Wissen haben dazu geführt, dass diese Technologie immer mehr in unseren Alltag Einzug gehalten hat. So findet man Umkehrosmose mittlerweile nicht nur in industriellen Wasseraufbereitungsanlagen, sondern auch im Haushalt z.B. zur Aufbereitung von Leitungswasser.

Bei all diesen unterschiedlichen Anwendungen sind die grundsätzlichen Probleme gleich geblieben, die man in Membranprozessen beobachten kann, nämlich

  • sinkender Rückhalt und
  • Abnahme der Leistung (Flussabnahme oder Druckanstieg).

Tritt ein solches Problem auf, ist im ersten Schritt zu verifizieren, ob es Änderungen an der Wasserqualität oder Temperatur gab. Um Probleme einfacher lokalisieren zu können, ist es wichtig, die grundlegenden Parameter wie Temperatur, Fluss, Druck, Ausbeute und Leitfähigkeiten kontinuierlich zu dokumentieren. Zusätzlich ist es hilfreich, den Druckverlust zu messen, am besten sogar zwischen den Konzentratstufen.

Diese Daten sollten normalisiert werden, d.h. auf einen Standardzustand bezogen werden, damit man beurteilen kann, ob die Änderung in der Leistung durch das System oder durch geänderte Zulaufparameter kommt.

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Indizienbeweise und wässrige Spuren

Derartige Berechnungstabellen bekommen Anwender von den Membranherstellern kostenlos zur Verfügung gestellt. Unabhängig davon ist eine Überprüfung der einwandfreien Funktion anderer Anlagenkomponenten wie Messgeräte, Antiscalant-Dosiereinheiten und Ionenaustauscheranlagen unverzichtbar.

Sollten nach der Normalisierung die Daten wie folgt abweichen,

  • 20 % erhöhte Salzpassage (Definition: Salzpassage entspricht 100 %-Rückhalt [%]),
  • 10 % Flussabnahme
  • mehr als 20 % des Druckverlustes entlang eines Druckrohres,

so sollte die Ursache für diese Abweichung eingehender untersucht werden.

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