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Industrielles Wassermanagement

Rekordsommer 2018 – Stresstest für die Wasserinfrastrukturen

| Autor/ Redakteur: Hans-Jürgen Bittermann / Jörg Kempf

Die Wasser- und Abwasserwirtschaft sieht sich vor der Herausforderung, ihre Systeme und Anlagen an einen fortlaufenden demographischen, strukturellen und klimatischen Wandel anzupassen. Der Rekordsommer 2018 war insofern ein Stresstest für die Wasserinfrastrukturen Deutschlands. Ob dieser bestanden wurde und was das für die Zukunft bedeutet, lesen Sie hier ...

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Der Klimawandel macht sich bemerkbar: Trockenperioden bedrohen die konventionelle Energieversorgung, weil den Kraftwerken das Kühlwasser fehlt (im Bild: Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in der Niederlausitz).
Der Klimawandel macht sich bemerkbar: Trockenperioden bedrohen die konventionelle Energieversorgung, weil den Kraftwerken das Kühlwasser fehlt (im Bild: Braunkohlekraftwerk Jänschwalde in der Niederlausitz).
(Bild: Vattenfall)

Der Jahrhundertsommer habe die Wasserinfrastrukturen an ihre Grenzen geführt – und auch das Bewusstsein geschärft, betonte die Hauptgeschäftsführerin des VKU (Verband kommunaler Unternehmen) Katherina Reiche beim Wasserinfrastruktur-Kongress am 12. September in Berlin: „Demografischer Wandel, Klimawandel, immer neue gesetzliche Anforderungen und die Digitalisierung stellen die Unternehmen der Wasserbranche vor immer neue Herausforderungen.“ Klar ist: Die Infrastruktur unter der Erde muss auf die neuen Herausforderungen angepasst werden. Doch werde in der Wasserwirtschaft langfristig investiert, wie DVGW-Chef Gerald Linke betont: „Man denkt in Dekaden.“

Grundsätzlich haben wir in Deutschland natürlich kein Mangel an Wasser: Das verfügbare Grund- und Oberflächenwasser, das potenziell genutzt werden könnte (der VKU spricht von 188 Milliarden m3) nutzt die öffentliche Trinkwasserversorgung zu weniger als 3 %. Deshalb war die Trinkwasserversorgung auch während der langen Trockenperiode 2018 größtenteils nie wirklich gefährdet – allenfalls in regionalen Einzelfällen haben Versorger zu einem sparsameren Umgang mit dem Trinkwasser aufgefordert.

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Eine „Kleine Anfrage“ von Abgeordneten der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen an die Bundesregierung brachte 2017 Klarheit über weitere Verbraucher: Demnach wurden 2013 rund 25 Milliarden m3 Wasser entnommen, das entspricht 13,3 % der erneuerbaren Wasserressourcen. Die größte Menge entnahmen die Energieversorger (13,6 Milliarden m3, das sind 7,2 % des Wasserdargebotes). Bergbau und Verarbeitendes Gewerbe entnahmen 6,1 Milliarden m3 (3,2 %). Überraschend wenig entfielen auf die landwirtschaftliche Beregnung: 0,3 Milliarden m3 (0,2 %).

Woher stammt das Wasser? 79 % des benötigten Wassers im verarbeitenden Gewerbe wurden 2013 direkt aus der Natur entnommen, also überwiegend als Grund-, Quell- und Oberflächenwasser sowie Uferfiltrat. Den Rest von 21 % lieferten Wasserversorger oder andere Betriebe.

Seit Jahren spürbar sinkende Wasserentnahmen

In den letzten 20 Jahren ging die entnommene Wassermenge in allen Bereichen spürbar zurück. Konkret sanken seit dem Jahr 1991 die Wasserentnahmen für Energie, Bergbau und verarbeitendes Gewerbe um 45 % (!). Inwieweit eine weitere Reduzierung der Wasserentnahmen für die Energieversorgung im Zuge des Ausbaus der Erneuerbaren Energien erwartet werden kann, werde aktuell im Umweltbundesamt untersucht.

Für die industrielle Wassernutzung gehen die Fachleute der Bundesregierung davon aus, dass in den nächsten Jahren das produktionsintegrierte Abwasserrecycling flächendeckend weiter umgesetzt wird und auch effizientere Kühlsysteme den Wasserbedarf und die Wärmelast der Gewässer reduzieren (diese Erwartung formuliert auch ein Positionspapier der Processnet-Fachgruppe Produktionsintegrierte Wasser und Abwassertechnik („Trends und Perspektiven in der industriellen Wassertechnik“). Daher sei im Prinzip von einem sinkenden Wasserbedarf der Industrie in Deutschland auszugehen.

Steht auch Zukunft ausreichend Kühlwasser zur Verfügung? Zweifel sind berechtigt, wie Sie auf der nächsten Seite lesen ...

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