Probenahme

Probenahme – aber richtig

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Probearten

Eine Einzelprobe ist eine einmalig genommene Probe von irgendeiner Stelle des Mediums. Für sich genommen ist sie nicht sehr repräsentativ.

Die Sammelprobe oder Durchschnittsprobe besteht aus mehreren Einzelproben. Diese werden zusammengeführt, und es wird ein Durchschnitt gebildet. Viele Einzelproben sind bei großräumigem inhomogenem Probengut die einzige Möglichkeit, eine annähernd repräsentative Probe zu erhalten.

Die Rückstellprobe ist ein kurzfristig aufbewahrter Teil der Probenentnahme und dient als Plausibilitätsprüfung oder kann als Wiederholung analysiert werden. Eine Archivprobe wird für spätere Auswertungen, Vergleiche oder zur Beweissicherung langfristig aufbewahrt. Sie darf über diesen Zeitraum nicht durch ihre Verpackung verändert werden.

Entnahmetechnik

Allschichtprobe

Man entnimmt eine Probe durch alle Schichten eines Materials, z.B. durch die komplette Breite eines Big-Bags oder die komplette Tiefe eines Silos. Somit erhält man einen repräsentativen Querschnitt.

Bei inhomogenen Materialien sollte der Probenstecher an verschiedenen Stellen über die ganze Tiefe diagonal durch die Gebinde gestochen werden.

Vor allem bei Schüttgut besteht das Problem der Entmischung, durch Transport, Abwurf oder Umschlag. Kleine Teile setzen sich ab, und alle großen Teile werden nach oben getragen. Würde man jetzt nur die Oberfläche beproben, wäre das Ergebnis falsch. Hier muss also eine Allschichtprobe durchgeführt werden.

Allschichtproben können beispielsweise mit einem Allschichtsammler genommen werden.

Zielpunktprobe

Man entnimmt eine gezielte Probe von einer vorher bestimmten Stelle. Entweder trifft man dadurch eine Aussage über den Zustand des Materials genau an dieser Stelle, z.B. beim Verdacht, dass hier eine Verunreinigung vorliegt, oder man streut mehrere Zielpunktproben über eine größere Fläche oder in einem großvolumigen Gebinde, um einen authentischen Querschnitt zu erhalten. Alle Zielpunktproben zusammengenommen ergeben so wiederum eine repräsentative Probe.

Bodenprobe

Hier wird eine Probe vom Boden eines Behältnisses o.ä. genommen, wenn z.B. Ablagerungen in einem See geprüft werden sollen.

Falls Proben aus Säcken oder Big-Bags entnommen wurden, müssen die Einstichstellen anschließend verschlossen werden. Hierzu sollten besonders stark haftende Etiketten verwendet werden, die sich beschriften lassen und auf stark verschmutzten Unterlagen kleben.

Verpackung und Transport

Jeder Schritt von der Probenahme bis zur Analyse ist wichtig, um Repräsentativität zu gewährleisten, also auch die Verpackung und der Transport.

Nach der Entnahme muss eine Probe transportfähig verpackt werden. Sowohl bei der Verpackung als auch beim Probentransport sollten genau die gleichen, hohen Qualitätsstandards gelten wie bei der Probenahme, damit die Probe unverfälscht im Labor ankommt.

Probengefäße müssen sauber, trocken und dicht zu verschließen sein. Ideal sind Probenbehälter, die direkt am Probenentnahmegerät befestigt sind. Auf diese Weise kommt die Probe nicht mit der Umgebung in Kontakt und ist gleichzeitig für den Transport fertig verpackt.

Da die Proben sich nach erfolgten Probenahmen nicht mehr verändern dürfen, müssen sie sofort und dicht verschlossen werden. Der Probenbehälter wird schließlich verwechslungsfrei etikettiert und beschriftet, damit man das Ergebnis dem richtigen Medium und beispielsweise der richtigen Charge in der Produktion zuordnen kann.

Mit einem Originalitätssiegel können die Probenbehälter sicher verplombt werden. Informationen über Betriebszustände und Änderungen, die zu Abweichungen der Analysen vom Normalen führen können, sind als Hinweis auf der Probe oder in der Dokumentation anzugeben. Auf diese Weise wird verhindert, dass unnötigerweise eine aufwändige und kostspielige Fehlersuche eingeleitet wird.

Fazit

Nur mit professionellem Gerät, der richtigen Technik und dem entsprechenden Fachwissen können repräsentative Proben gewonnen werden, die dann zum korrekten Analyseergebnis führen.

* Die Autorin ist Mitarbeiterin der Bürkle GmbH, Bad Bellingen.

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