Probenahme

Probenahme – aber richtig

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Beprobungstechnik

Hierbei unterscheidet man zwischen der physikalischen Probe und der analytisch/chemischen Probe.

Schüttgut wird meist in die Kategorien grob-, mittel- und feinkörnig sowie pulverförmig unterteilt. Möchte man mit den Probenahmen eben diese Korngröße bestimmen, spricht man von einer physikalischen Analyse. Ebenso können mit der physikalischen Probe auch die Schüttdichte, die Materialverteilung, die Materialbeschaffenheit, Materialform und nach Bedarf Verfärbung oder Verschmutzung bestimmt werden.

Dies stellt gewisse Anforderungen an die Beschaffenheit des Probenahmegerätes, weniger an das verwendete Material. Die Probenahme muss unter geringst möglicher Reibung und geringst möglichem Druck erfolgen, um die Veränderung der Korngröße auszuschließen. Das Material darf bei der Probenentnahme durch das Probenahmegerät nicht in seinen Eigenschaften verändert oder gar zerstört werden.

Bei der analytisch/chemischen Probe wird ein Material auf seine Zusammensetzung geprüft. Hier ist besonders auf die Reinheit bei der Probenahme zu achten. Dafür kann manchmal die Materialbeschaffenheit außer Acht gelassen werden, weil die Probe speziell aufbereitet wird, z.B. durch Mischen, Teilen oder Zerkleinern. Hier können also auch Probenehmer verwendet werden, welche die physikalische Materialbeschaffenheit verändern.

Probenahmegeräte

Die Wahl des richtigen Probenahmegerätes unterliegt vielen verschiedenen Auswahlkriterien. Sie richtet sich nach der Materialbeschaffenheit des Probenehmers ebenso wie nach Art der Probenentnahme, nach dem Behälter oder dem Ort, in dem sich das Material befindet, und nach der Häufigkeit, nach der Stichproben gezogen werden müssen.

Probenahmegeräte und Gefäße dürfen nicht die analytische Aussage verfälschen. Neben den individuellen Anforderungen für die Probenahme sollte jeder Probenehmer folgende Grundvoraussetzungen erfüllen:

Werkstoff

Der Probenehmer sollte aus inerten Werkstoffen gefertigt sein, aus denen sich kein Material herauslösen kann und welches nicht mit anderen Stoffen reagiert und somit die Probe kontaminieren kann. Das inerte Material richtet sich jeweils nach dem zu beprobenden Medium. In der Regel sind Probenehmer aus Edelstahl und hochwertigen Kunststoffen, z.B. PTFE, gut geeignet.

Verarbeitung

Probenehmer dürfen keine Rillen oder Hinterschneidungen haben, da sich in solchen Räumen Restmaterial ablagern kann, das sich unter Umständen nicht mehr entfernen lässt. Verschleppungskontamination und Memoryeffekt können dann nicht mehr ausgeschlossen werden. Mehrteilige Probenahmegeräte sollten geringst mögliches Spiel zwischen den bewegten Teilen haben, um die physikalisch Beschaffenheit des Materials nicht zu beeinträchtigen.

Bei der Auswahl des richtigen Probenehmers ist vor allem darauf zu achten, dass das Probenahmegerät auch innen exakt verarbeitet ist. Nur äußerlich polierte Probenehmer erfüllen keine Qualitätsnorm.

Oberflächen

Die Oberflächen der Probenzieher müssen besonders glatt sein, beispielsweise elektropolierter Edelstahl oder PTFE. Dies verhindert Materialablagerungen, die in Kleinstmengen an der Oberfläche zurückbleiben können. Bei erneuter Probenahme können diese wieder herausgelöst werden und das Analyseergebnis verfälschen. Außerdem vereinfachen glatte Oberflächen die Reinigung wesentlich.

Reinigung

Prinzipiell ist die leichte Reinigung des Probenahmegerätes sehr wichtig, damit ein Verschleppen von Proben verhindert wird.

Für die chemische Analyse empfehlen sich auch steril verpackte Einmalprobennehmer, die nach dem Gebrauch entsorgt werden können.

Wird ein mikrobiologisch sauberes Gerät benötigt, sind folgende Möglichkeiten der Sterilisation, abhängig vom Material, denkbar:

  • Aufenthalt über mindestens 15 Minuten im Autoklav bei 132 °C.
  • Aufenthalt über mindestens zwei Stunden in Heißluft bei einer Temperatur von 160 bis 170 °C.
  • Exposition über mindestens eine Stunde in strömendem Dampf (100 °C). Das Gerät muss am gleichen Tag verwendet werden.
  • Verweilen über mindestens 30 Sekunden in kochendem Wasser. Das Gerät ist unmittelbar danach zu verwenden.
  • Eintauchen in Alkohol mit 70 Prozent und Flammensterilisierung zum Entfernen des Alkohols durch Verbrennung unmittelbar vor der Verwendung.
  • Sterilisation mittels γ-Strahlen.

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