Newsticker Februar: Aktuelles aus der Prozessindustrie

BASF fordert schnelle Regierungsbildung – «Nicht Kleinklein»

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03.02.2025

Riad/Berlin (dpa) *15:30 Uhr – Grüner Wasserstoff soll 2030 auch aus Saudi-Arabien kommen

Der künftige Wasserstoffbedarf in Europa und Deutschland soll zum Teil mit Lieferungen aus Saudi-Arabien gedeckt werden. Das bundeseigene Energieunternehmen Sefe hat dazu mit dem saudischen Unternehmen ACWA Power eine Absichtserklärung über die Lieferung von jährlich 200.000 Tonnen grünen, also klimaneutral erzeugten Wasserstoffs von 2030 an unterzeichnet. Der mit Wind- und Solarstrom erzeugte Wasserstoff soll in der Chemikalie Ammoniak gebunden und per Schiff nach Europa transportiert werden, wie Securing Energy for Europe (Sefe) in Berlin mitteilte.

Die geplante Menge hat einen Energiegehalt von knapp 6,7 Terawattstunden. Zur Einordnung: Der Wasserstoff-Importbedarf im Jahr 2030 wird von der Bundesregierung laut Nationaler Wasserstoffstrategie auf 45 bis 90 Terawattstunden geschätzt. Die von Thyssenkrupp Steel in Duisburg geplante Direktreduktionsanlage zur kohlenstoffärmeren Stahlherstellung soll dereinst 143.000 Tonnen Wasserstoff im Jahr benötigen.

In einem klimaneutralen Wirtschaftssystem soll Wasserstoff neben klimaneutral erzeugtem Strom die Hauptrolle spielen. CO2-neutral erzeugt soll das Gas etwa in neuen Gaskraftwerken Strom erzeugen, wenn nicht genug Wind- und Sonnenstrom da ist. In Hochöfen zur Stahlherstellung soll Wasserstoff anstelle von Koks zum Einsatz kommen und so riesige Mengen Kohlendioxid vermeiden.

ACWA Power werde als führender Entwickler, Investor und Betreiber von Produktionsanlagen für grünen Wasserstoff und grünen Ammoniak fungieren, teilte Sefe weiter mit. Das Unternehmen werde als Mitinvestor und Hauptabnehmer die Position als einer der größten Energiehändler Europas nutzen, um grünen Wasserstoff an deutsche und europäische Kunden zu vermarkten. Die Absichtserklärung wurde in der saudischen Hauptstadt Riad in Anwesenheit von Bundesfinanzminister Jörg Kukies (SPD) und dem saudischen Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman unterzeichnet.

Sefe hieß früher Gazprom Germania und war eine Tochter des russischen Staatskonzerns Gazprom. Als Folge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine und der Energiekrise wurde das Unternehmen verstaatlicht. Sefe hat schon andere Vereinbarungen über Wasserstoff-Importe geschlossen. So hatte das Unternehmen im November 2024 eine Kooperation mit dem brasilianischen Energieerzeuger Elektrobras bekanntgegeben. Auch dort wurde die Lieferung von 200.000 Tonnen von 2030 an vereinbart, allerdings ohne Angabe, über welchen Zeitraum sich die Lieferung erstrecken soll.

Im Dezember 2023 hatten Sefe und das norwegische Unternehmen Equinor eine Absichtserklärung unterzeichnet, wonach Sefe zwischen 2029 und 2060 ein langfristiger Abnehmer Equinors von CO2-armem Wasserstoff werden soll. Ziel sind Lieferungen von jährlich fünf Terawattstunden am Anfang, die erhöht werden und zwischen 2050 und 2060 bei bis zu 40 Terawattstunden im Jahr liegen sollen. Die Importstrategie der Bundesregierung rechnet 2045 mit einem Bedarf von 360 bis 500 Terawattstunden Wasserstoff sowie 200 Terawattstunden Wasserstoffverbindungen jährlich.

Bitterfeld-Wolfen (dpa/sa) *14:19 Uhr – Sachsen-Anhalt fördert Produktion von neuem Batteriematerial

Im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen soll künftig ein neues Material für Hochleistungsbatterien produziert werden. Das Unternehmen Skeleton Materials investiert 42 Millionen Euro in den Bau einer Fabrik zur Herstellung von «Curved Graphene», einem Kohlenstoffmaterial, das nach eigenen Angaben leistungsfähiger und umweltfreundlicher sein soll als herkömmliches Graphit. Graphit ist ein wichtiger Rohstoff für Lithium-Ionen-Batterien und andere Energiespeicher, wird aber bislang meist aus China importiert.

Das Land Sachsen-Anhalt fördert das Projekt mit gut 18 Millionen Euro, wie das Wissenschaftsministerium mitteilte. «Wer hier technologisch die Nase vorn hat, setzt Maßstäbe für die eigene Wettbewerbsfähigkeit», sagte Energieminister Armin Willingmann

(SPD) bei der Übergabe des Förderbescheids im Chemiepark. Die Finanzierung stammt aus einem EU-Programm, das den Kohleausstieg wirtschaftlich abfedern soll.

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Skeleton Materials gibt an, dass das neue Material schneller geladen werden kann als herkömmliche Speicherstoffe. Es soll für sogenannte Superkondensatoren genutzt werden, die in der Automobilindustrie, der Energieversorgung und in der Satellitentechnologie zum Einsatz kommen. Nach Unternehmensangaben ist die industrielle Fertigung des Materials weltweit einmalig.

Hamburg (dpa) *10:23 Uhr – Nord- und Ostseeküste durch PFAS-Chemikalien belastet

Der Meeresschaum an den Stränden der deutschen Nord- und Ostseeküste ist nach Angaben von Greenpeace mit schädlichen PFAS-Chemikalien belastet. Wie die Umweltschutzorganisation mitteilte, wurden im November und Januar neun Stichproben auf der niedersächsischen Insel Norderney, in Schleswig-Holstein auf Sylt und in Sankt Peter-Ording sowie in Boltenhagen und Kühlungsborn in Mecklenburg-Vorpommern genommen. Dabei lagen alle Proben zwischen 290-fach und 3777-fach über dem dänischen Grenzwert für Badegewässer von 40 Nanogramm pro Liter. Deutsche Behörden hätten hingegen keine Grenzwerte für Badegewässer erlassen. Doch wird den Angaben nach auch der ab kommenden Jahr geltende deutsche Grenzwert für Trinkwasser von 100 Nanogramm pro Liter deutlich überschritten.

«In Dänemark und den Niederlanden warnen die Behörden vor dem Kontakt mit Meeresschaum und erklären, wie man sich nach einem Strandbesuch dekontaminiert», sagte Julios Kontchou von Greenpeace. Deutsche Behörden testeten hingegen nicht mal offiziell. Behörden sollten dazu auffordern, nach dem Kontakt mit dem Meeresschaum die Haut gründlich mit klarem Wasser abzuwaschen.

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