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Überwachungsorganisationen

Neue Jobs für TÜV & Co.

| Autor / Redakteur: Hans-Jürgen Bittermann / Anke Geipel-Kern

Tüv Rheinland begleitet und prüft weltweit Großprojekte in der Kraftwerkstechnik und im Kraftwerksbau.
Tüv Rheinland begleitet und prüft weltweit Großprojekte in der Kraftwerkstechnik und im Kraftwerksbau. (Bild: TÜV Rheinland)

TÜV & Co. wollen heute nicht mehr nur prüfen, sondern auch zertifizieren, beraten und trainieren. Das klassische Industriegeschäft der Überwachungsorganisationen – Sicherheitsüberprüfungen von Energieerzeugungs- und Prozessanlagen – bleibt zwar eine tragende Säule der Branche. Doch Überwachungsorganisationen erweitern ihre Geschäftsfelder. Rund um die Digitalisierung entstehen neue Dienstleistungen.

Chemie ist, wenn es knallt und stinkt!, lautet ein bekannter Schülerspruch. Um zumindest das Knallen von Druckbehältern zu unterbinden, setzen Industrieunternehmen bereits seit 1866 auf technische Prüforganisationen. Eine Erfolgsgeschichte, wie der Vd TÜV im Jahresbericht 2014/2015 seine Mitglieder lobt: Weil das System der unabhängigen technischen Überwachung in Deutschland so gut funktioniere, seien die Mängelquoten gering, Anlagen verfügbar und die Funktion komplexer Systeme zuverlässig.

Die Fakten: Laut Anlagensicherheits-Report 2015 waren 79,14 % aller geprüften Druckanlagen und 77,05 % aller Dampfkessel­anlagen mängelfrei, die Quote der erheblichen Mängel lag bei beiden Anlagentypen bei rund 4 %.

Die Anlagensicherheit ist das klassische Industriegeschäft der Überwachungsorganisationen. Vor dem Hintergrund des technologischen Wandels sind neue Konzepte und Ideen gefragt. Dieser Bedarf kommt auch von außen auf die Dienstleister zu. Beispielsweise ist das Zertifikat „TÜV-geprüft“ der Öffentlichkeit und auch Unternehmen offenbar viel wert, wie der TÜV Nord berichtet: In der immer stärker arbeitsteiligen und globalisierten Welt steige die Nachfrage nach neutralen, unabhängigen und kompetenten Prüf-, Begutachtungs- und Zertifizierungs-Dienstleistungen. Das Spektrum der Aufgaben nehme deshalb permanent zu (siehe dazu auch das Kurz-Interview und den Kommentar).

Der Blick geht weiter nach Asien

Das hat zunehmend auch globale Dimensionen. Bereits ein Jahr nach dem Start von TÜV Süd Chemie Service im Jahr 2005 hat das Unternehmen den US-amerikanische Prüfdienstleister Petrochem Inspection Services (Houston) übernommen und die Business Unit Chemical, Oil & Gas (COG) verstärkt. Zuletzt hat TÜV Süd im Jahr 2013 die Mehrheit an der Swissi Process Safety, Basel, und im Jahr 2014 den US-amerikanischen Spezialdienstleister RCI Consultants, Houston, übernommen. „Über das weltweite Netzwerk von TÜV Süd begleiten wir unsere Kunden und Partner auch in neue Wachstumsmärkte wie China, Singapur und Indien“, erklärt Dr. Hans-Nicolaus Rindfleisch, Geschäftsführer der TÜV Süd Chemie Service und Leiter der Business Unit Chemical, Oil & Gas.

Auch das Geschäft der Dekra Service Unit Produktprüfungen und -zertifizierungen ist ausgesprochen international: Die Zahl der Mitarbeiter in diesem Geschäftsfeld hat sich seit 2014 auf 1600 verdoppelt. Mit 85 % der Beschäftigten außerhalb Deutschlands ist es zugleich das internationalste Dekra-Geschäftsfeld mit weltweiten Laboren.

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