Newsticker April: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Nach Aktionärskritik: Bayer will Vorstandsvergütung ändern

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18.04.2023

New Brunswick (dpa) *14:54 Uhr – Johnson & Johnson mit Quartalsverlust nach Milliardenvergleich

Der Pharma- und Konsumgüterkonzern Johnson & Johnson ist besser als erwartet ins Jahr gestartet. Das Management wird deshalb zuversichtlicher und hob am Dienstag die Ziele für Umsatz und Gewinn für dieses Jahr an. Im ersten Quartal konnte der Konzern zwar seinen Umsatz deutlich steigern, allerdings rutschte er infolge eines milliardenschweren Vergleichs im Zusammenhang mit einem Rechtsstreit vor allem über Körperpuder unter dem Strich in die roten Zahlen.

Im ersten Quartal kletterte der Erlös im Jahresvergleich um 5,6 Prozent auf 24,75 Milliarden Dollar. Der größte Umsatztreiber war der Bereich Verbrauchergesundheit, der ausgegliedert wird. J&J erklärte dies mit einer starken Nachfrage nach rezeptfreien Schmerzmitteln.

Ähnlich gut entwickelte sich der Umsatz mit Medizintechnik. Das Unternehmen konnte aber auch im größten Bereich mit Medikamenten den Erlös steigern.

Der bereinigte Gewinn ging um knapp ein Prozent auf knapp 7,1 Milliarden Dollar zurück. Einschließlich der Einmalzahlung von 6,9 Milliarden Dollar rutschte das Unternehmen mit 68 Millionen Dollar in die Verlustzone. Insgesamt zahlte J&J für die Beilegung sämtlicher Klagen um Körperpflegeartikel, die das Magnesiumsilikat Talkum enthalten, rund 8,9 Milliarden Dollar.

Leverkusen (dpa) *12:45 Uhr – Bayer gründet Stiftung zur Erinnerung an Unrecht in Nazi-Zeit

Der Pharma- und Pflanzenschutzkonzern Bayer hat eine Stiftung zur Erinnerung an das im Vorgängerunternehmen IG Farben zu Zeiten des Nationalsozialismus begangene Unrecht gegründet. Die Hans und Berthold Finkelstein Stiftung werde die Erinnerungskultur im Unternehmen schärfen und Forschungsprojekte insbesondere zum Thema Zwangsarbeit bei der IG Farben unterstützten, kündigte Bayer am Dienstag an. Außerdem werde das Unternehmen Programme für verantwortungsbewusste Führung entwickeln. «Ihr Ziel ist es, die Widerstandskräfte gegen Intoleranz, Totalitarismus und Hass zu stärken», schrieb Bayer.

Namensgeber der Stiftung sind Hans und Berthold Finkelstein. Ihre Biografien stünden stellvertretend für das erlittene Unrecht vieler Menschen während der NS-Zeit, berichtete Bayer. Hans Finkelstein war Forschungsleiter bei den «Chemische Fabriken vorm. Weiler - ter Meer» in Uerdingen. Das Unternehmen ging später in der IG Farben auf.

Forschungsarbeiten im Bayer-Archiv hätten offenbart, dass Hans Finkelstein das Unternehmen im Laufe der Arisierung 1938 verlassen musste. Noch im selben Jahr habe er sich das Leben genommen. Sein Sohn Berthold musste später im selben Betrieb Zwangsarbeit leisten.

Zur Vorsitzenden des Beirates der Stiftung wurde die ehemalige Bundesbildungsministerin Annette Schavan ernannt. Seit 2019 ist sie Vorsitzende des Kuratoriums der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft. Weitere Mitglieder des Beirates sind der Leiter der historischen Abteilung der Staatlichen Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau, Piotr Setkiewicz, und der Enkel von Hans Finkelstein, Johannes Finkelstein.

Die Interessengemeinschaft Farbenindustrie AG (IG Farben) entstand 1925 als Zusammenschluss von sechs deutschen Unternehmen. Die Farbenfabriken vorm. Friedr. Bayer & Co gehörten zu den Gründungsmitgliedern. Die heutige Bayer AG ging 1952 aus der IG Farben hervor.

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