Thousand Oaks (dpa) *23:04 Uhr – Amgen wird etwas optimistischer
Der US-Biotechkonzern Amgen hat seine Erwartungen an das laufende Geschäftsjahr etwas nach oben geschraubt. Beim Umsatz seien nun 26,2 bis 27,3 Milliarden Dollar zu erwarten, teilte das Unternehmen am Donnerstag nach US-Börsenschluss in Thousand Oaks mit. Beim bereinigten Gewinn je Aktie (EPS) rechnet Amgen jetzt mit 17,60 bis 18,70 Dollar.
Im ersten Quartal war der Umsatz wegen sinkender Erlöse bei Covid-19-Produkten um zwei Prozent auf 6,1 Milliarden Dollar gefallen. Experten hatten mit dieser Entwicklung in etwa gerechnet. Das bereinigte EPS fiel um sechs Prozent auf 3,98 Dollar. Hier hatten Analysten weniger erwartet. Im nachbörslichen Handel verlor die Amgen-Aktie zuletzt gut zwei Prozent
London (dpa) *16:41 Uhr – Klimaschützer protestieren bei BP-Hauptversammlung
Mehrmals haben Klimaschützer auf der Jahreshauptversammlung des Energieriesen BP in London die Reden der Top-Manager unterbrochen. Sicherheitskräfte brachten am Donnerstag insgesamt sieben Frauen und Männer aus dem Saal. Die erste Kritikerin war zu Beginn der Eröffnungsrede von Vorstandschef Bernard Looney aufgesprungen und hatte gerufen, er sage «nicht die Wahrheit über die Klimakrise», wie die Nachrichtenagentur PA meldete. Als die Frau aus dem Saal gebracht wurde, standen der Reihe nach weitere Aktivisten auf und kritisierten die Investitionen des Unternehmens in Erdöl und Gas. Vor dem Gebäude protestierten ebenfalls Menschen gegen BP.
Looney bekräftigte die Unternehmenspläne, bis 2030 weitere acht Milliarden Dollar (7,27 Mrd Euro) in Öl und Gas zu investieren, zusätzlich zu einer Investition in die Energiewende. Der Vorstandschef wies Vorwürfe zurück, BP investiere nicht genug in erneuerbare Energien. 2019 habe der Konzern noch drei Prozent in diese Bereiche gesteckt, 2022 seien es bereits 30 Prozent gewesen. Das sei eine «ziemlich bedeutende Veränderung», betonte Looney. Bei den Ausgaben für fossile und erneuerbare Energien handele es sich um «ein Und, nicht ein Oder».
BP hatte im vergangenen Jahr wie alle großen Ölkonzerne dank der stark gestiegenen Preise für Gas und Öl glänzend verdient. Der operative Gewinn stieg um mehr als das Doppelte auf knapp 28 Milliarden Dollar. Der Umsatz legte um etwas mehr als die Hälfte auf 241 Milliarden Dollar zu. Die britische Oppositionspartei Labour fordert angesichts der Milliardengewinne von Energieunternehmen und steigenden Lebenshaltungskosten für Verbraucher, die Übergewinnsteuer auszudehnen.
Ludwigshafen (dpa/lrs) *16:38 Uhr – Zwei Verletzte bei Verpuffung in BASF-Werk in Ludwigshafen
Bei Wartungsarbeiten im Ludwigshafener Werk des Chemiekonzerns BASF sind zwei Männer bei einer Verpuffung verletzt worden. Ein 46-Jähriger sei mit schweren Brandverletzungen durch einen Notarzt in ein Krankenhaus gebracht worden, teilten die Polizei und das Unternehmen am Donnerstag mit. Ein weiterer 52 Jahre alter Mitarbeiter der Fremdfirma musste wegen einer Verletzung des Gehörs stationär behandelt werden. Die genaue Unfallursache ist nach Angaben der Polizei und von BASF noch unklar.
München (ots) *14:02 Uhr – Zukunft der Chemieindustrie: CSU-Fraktion sorgt für Expertenanhörung
Aus Sorge um die Wettbewerbsfähigkeit und Zukunft der bayerischen Chemieindustrie hat sich die CSU-Fraktion für eine entsprechende Expertenanhörung eingesetzt. Der Antrag der Fraktion wurde heute im Wirtschaftsausschuss einstimmig angenommen. Die Expertenanhörung wird noch vor der Sommerpause stattfinden.
Dazu die wirtschaftspolitische Sprecherin der Fraktion, Kerstin Schreyer : „Die derzeit auf EU- und Bundesebene geplanten Maßnahmen im Chemiebereich bedrohen unsere Chemieindustrie in ihrer Existenz. Das ist wirtschafts- und geopolitisch fatal, da wir Arbeitsplätze vernichten und in neue internationale Abhängigkeiten geraten. Wir haben daher im Wirtschaftsausschuss eine Anhörung beschlossen, um alle Akteure an einen Tisch bringen und gemeinsam Lösungen zu finden und dann voranzubringen.“
Stand: 08.12.2025
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Dazu der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Alexander König: „Die geplanten Maßnahmen wirken sich bereits jetzt auf die internationale Wettbewerbsfähigkeit der chemischen Industrie aus, eine erste Standortschließung im bayerischen Chemiedreieck ist bereits beschlossen. Betroffen sind zudem viele Branchen und Bereiche, die auf Chemikalien angewiesen sind, u. a. im Hightech- und Energiebereich. Wir können und dürfen nicht zusehen, wie hier durch die EU- und Bundesebene Wohlstand in großem Maße vernichtet werden soll.“
Das Greifswalder Pharmaunternehmen Cheplapharm hat mit dem Kauf der Vermarktungsrechte für ein weltweit eingesetztes Medikament die bislang größte Investition der Firmengeschichte besiegelt. Für knapp 1,24 Milliarden Euro übernehme man vom US-Pharmaunternehmen Eli Lilly and Company die Rechte für das Medikament Zyprexa zur Behandlung von Schizophrenie und bipolaren Störungen, bestätigte ein Cheplapharm-Sprecher am Donnerstag. Zuvor hatte die «Ostsee-Zeitung» berichtet.
Das mittelständische Familienunternehmen entwickelt keine eigenen Arzneien, sondern kauft etablierte Medikamente von großen Pharmaunternehmen, die es dann in Lohnfertigung herstellen lässt und vertreibt. Nach eigenen Angaben vertreibt es etwa 130 Medikamente in etwa 145 Ländern. Der Großteil werde in Europa hergestellt. Aktuell arbeiteten 550 Mitarbeiter für Cheplapharm, davon der Großteil in Greifswald.
Für die Übernahme von Zyprexa hat sich Cheplapharm nach eigenen Angaben 750 Millionen Euro am Kapitalmarkt besorgt. Die Greifswalder hatten Anfang vergangenen Jahres ihren Börsengang angekündigt, davon aber wegen des schwierigen Marktes kurze Zeit später wieder Abstand genommen. Stattdessen waren im vergangenen Jahr zwei Investoren eingestiegen. Nach Aussage eines Sprechers wird mittelfristig weiter der Börsengang angestrebt, wohl aber nicht in diesem Jahr. Zudem seien weitere Einstellungen vor allem in Greifswald geplant. Für ein zusätzliches Bürogebäude wurde Anfang des Jahres am Hauptsitz Richtfest gefeiert.
Ludwigshafen (dpa) *07:42 Uhr – BASF bestätigt nach Absatzeinbruch Jahresziele
Der weltgrößte Chemiekonzern BASF hat nach einem schwachen Jahresstart seine Ziele für dieses Jahr bestätigt. «BASF ist besser in das Jahr gestartet als von Analysten erwartet. Und dies in einem stagnierenden und schwierigen konjunkturellen Umfeld», sagte Konzernchef Martin Brudermüller am Donnerstag vor der Hauptversammlung. Dazu beigetragen hätten vor allem Geschäfte mit Kunden aus der Landwirtschaft und der Autobranche. Der Dax-Konzern hatte bereits vor zwei Wochen vorläufige Zahlen vorgelegt.
Für das laufende Jahr peilt die BASF-Führung weiter einen Umsatz von 84 bis 87 Milliarden Euro an. Das wäre lediglich im besten Fall so viel wie im Vorjahr. Beim operativen Ergebnis (bereinigtes Ebit) rechnet das Management mit 4,8 bis 5,4 Milliarden Euro – und damit bis zu 30 Prozent weniger als 2022. Vor allem das erste Halbjahr dürfte nach Angaben vom Februar schwach ausfallen.
Ein Absatzeinbruch traf BASF zum Jahresstart deutlich. Im ersten Quartal sackten Umsatz und Gewinn im Tagesgeschäft kräftig ab. Mit knapp 20 Milliarden Euro lag der Erlös über 13 Prozent niedriger als ein Jahr zuvor, als der russische Einmarsch in die Ukraine erst mitten im Quartal die Weltmärkte erschüttert hatte. Der bereinigte Betriebsgewinn (Ebit) sank um fast ein Drittel auf gut 1,9 Milliarden Euro. Deutlich schlechter liefen die Geschäfte in fast allen Sparten. Nur das Geschäft mit Produkten für die Landwirtschaft legte zu.
Unter dem Strich steigerte BASF den Gewinn zwar um rund 28 Prozent auf knapp 1,6 Milliarden Euro, das lag jedoch an einem Sondereffekt im Vorjahreszeitraum. BASF hatte vor einem Jahr eine Milliarden-Abschreibung auf seine Mehrheitsbeteiligung an Wintershall Dea vorgenommen, was das Ergebnis nach unten gezogen hatte.