New Brunswick (dpa) *23:57 Uhr – J&J will «Baby Powder»-Klagen mit Milliarden-Vergleich beilegen
Der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson (J&J) will einen großen Rechtsstreit um angeblich krebserregende Hygieneprodukte in Nordamerika mit einem Kompromiss aus der Welt schaffen. Zur Beilegung sämtlicher Klagen um Körperpflegeartikel, die das Magnesiumsilikat Talkum enthalten, akzeptiert das Unternehmen einen Vergleich im Volumen von rund 8,9 Milliarden Dollar (8,1 Mrd Euro). Das teilte J&J am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Der Vorschlag muss aber noch von Klägern und Gericht angenommen werden.
Bei den über 40.000 Klagen geht es vor allem um das Körperpuder «Baby Powder», das viele Frauen für Erkrankungen an Eierstockkrebs verantwortlich machen. Die Vergleichszahlung soll über 25 Jahre gestreckt erfolgen und ist Teil eines komplexen Plans, mit dem der Konzern die juristische Dauergroßbaustelle schließen will. Dazu zählt auch die erneute Insolvenzerklärung einer zur Auslagerung von Rechtsrisiken gegründeten Gesellschaft, nachdem ein US-Gericht einen Antrag auf Gläubigerschutz im Januar zunächst abgewiesen hatte.
Leverkusen (dpa) *12:57 Uhr – Bayer will 60 Millionen Euro in der Ukraine investieren
Der Pharma- und Pflanzenschutzkonzern Bayer will 60 Millionen Euro in den Ausbau seiner Saatgutaufbereitungsanlage im ukrainischen Pochuiky investieren. «Wir werden unseren Teil dazu beitragen, den Wiederaufbauplan für die Ukraine zu unterstützen und die Ernährungssicherheit in der Region und weltweit zu gewährleisten», sagte ein Bayer-Sprecher am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Zuvor hatten mehrere Medien über die Investitionspläne berichtet.
Bereits vor dem Krieg hatte Bayer fast 200 Millionen Euro in den Aufbau der Maissaatgutproduktion investiert. Mit dem zusätzlichen Geld sollen nun neue landwirtschaftliche Geräte und der Bau von zwei Luftschutzbunkern finanziert werden. Die 2018 eingeweihte Anlage beschäftigt rund 100 Mitarbeiter vor Ort und etwa 250 bis 300 Saisonarbeiter. Bayer sei mit seinem Werk einer der größten Investoren in der Region, betonte das Unternehmen.
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck ist seit Montag mit einer Wirtschaftsdelegation in der Ukraine und hat dem Land Hilfe in Aussicht gestellt. Zweck der Reise sei, dass die Ukraine ein klares Zeichen bekomme, sagte Habeck bei seiner Ankunft am Bahnhof in Kiew.
Ein Zeichen, «dass wir daran glauben, dass sie siegreich sein wird, dass sie wiederaufgebaut wird, dass es ein Interesse von Europa gibt, nicht nur in der Not zu unterstützen, sondern dass die Ukraine auch ein wirtschaftlich starker Partner in der Zukunft sein wird».
Das Land erhoffe sich, dass Unternehmen Investitionsentscheidungen träfen und Projekte entwickelten. Im Fall der Ukraine habe die Bundesregierung entgegen ihrer üblichen Praxis entschieden, Garantien für Investitionen zu geben. «Was geleistet werden muss, ist, dass es eine Investitionssicherheit gibt. Und die geben wir.»
Bad Ems (dpa/lrs) *11:05 Uhr – Mehr Auftragseingänge für Industrie in Rheinland-Pfalz
In Rheinland-Pfalz ist die Nachfrage nach Industrieprodukten im Februar gestiegen. Wie das Statistische Landesamt in Bad Ems am Dienstag mitteilte, war der preis-, kalender- und saisonbereinigte Auftragseingangsindex auf Basis vorläufiger Zahlen um 8,7 Prozent höher als im Vormonat Januar.
Ein Teil des Anstiegs ist auf die verstärkte Nachfrage in der Kraftwagen- und Kraftwagenteileindustrie zurückzuführen. Bei der gemessen am Umsatz zweitgrößten Industriebranche in Rheinland-Pfalz gingen im Februar 65 Prozent mehr Bestellungen ein als noch im Januar. Die umsatzstärkste Chemieindustrie hatte im Vergleich zum Vormonat ein Auftragsplus von 1,6 Prozent.
Trotz des Anstiegs gegenüber Januar war die Nachfrage nach Industrieprodukten den Angaben zufolge noch lange nicht so hoch wie im Vorjahr. Im Februar lagen die bereinigten Auftragseingänge rund 26 Prozent unter dem Niveau aus dem Vorjahresmonat.
Delaware (dpa) *09:57 Uhr – Bayer siegt gegen Merck & Co im Streit um Puder-Haftungsrisiken
Bayer hat in einem Rechtsstreit mit der US-amerikanischen Merck & Co einen Erfolg erzielt. Dabei ging es um Haftungsrisiken im Zusammenhang mit asbestbelastetem Talkum-Puder. Die Leverkusener hatten 2014 das Konsumgütergeschäft der US-Amerikaner mit Marken wie Dr. Scholl's übernommen. Merck & Co wollte vor Gericht durchsetzen, die entsprechenden Risiken nach Ablauf einer Frist im Jahr 2021 an Bayer weiterreichen zu können – auch für die Zeit vor der Übernahme. Ein Richter im US-Bundesstaat Delaware wies dies am Montagabend aber zurück.
Stand: 08.12.2025
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Bayers Auslegung des 2014 geschlossenen Vertrages sei die einzig vernünftige, hieß es. Merck & Co will nun in Berufung gehen, wie ein Unternehmenssprecher ankündigte.
Viele Hersteller von Baby-, Fuß- und anderen Pudern sind in den USA mit Klagen konfrontiert. Der Vorwurf lautet, früher gesundheitsschädliche Inhaltsstoffe verwendet zu haben, die Krebs auslösen können. Im Fokus zahlreicher Klagen steht dabei der Pharma- und Konsumgüterriese Johnson & Johnson, der in den aktuellen Fall zwischen Merck & Co und Bayer aber nicht involviert ist.
Erst im Januar hatte Johnson & Johnson im Zusammenhang mit Gerichtsfällen rund um ein krebsverdächtiges Babypuder einen Dämpfer erhalten. So hatte ein Bundesberufungsgericht geurteilt, dass der Konzern für eine eigens dafür gegründete Gesellschaft keinen Gläubigerschutz nutzen kann, um die mehr als 40 000 Rechtsverfahren abzuwehren. Damit dürfte sich Johnson & Johnson künftig wieder selbst gegen die Klagen verteidigen müssen. Das Unternehmen hatte zuvor bereits einige Klagen verloren und wurde zu Geldbußen in Milliardenhöhe verdonnert. Daher hatte Johnson & Johnson es mit der neuen Strategie versucht, um Klagen abzuwehren.