Newsticker April: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Nach Aktionärskritik: Bayer will Vorstandsvergütung ändern

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25.04.2023

Tübingen (dpa) *17:41 Uhr – Fehlschlag bei Corona-Impfstoff belastet Curevac noch immer

Das Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac erholt sich nur langsam vom Rückzug seines ersten Corona-Impfstoffkandidaten. Ein Großteil der Verpflichtungen im Zusammenhang mit dem fehlgeschlagenen Präparat sei im vergangenen Jahr aber beglichen worden, teilte das Unternehmen am Dienstag in Tübingen mit. In Zukunft rechne man mit weniger Mittelabflüssen dafür.

Curevac verzeichnete im vergangenen Jahr einen Verlust vor Steuern von gut 249 Millionen Euro (2021: rund 412 Millionen Euro). Die Umsatz ging im selben Zeitraum auf 67,4 Millionen Euro zurück. Das sind 35,6 Millionen Euro weniger als im Vorjahr. Dieser Rückgang sei vor allem auf die Beendigung der Zusammenarbeit mit dem Pharmakonzern Boehringer Ingelheim 2021 zurückzuführen.

Das Unternehmen hatte seinen ersten Impfstoffkandidaten gegen Corona wegen vergleichsweise geringer Wirksamkeit aus dem Zulassungsverfahren zurückgezogen. Zusammen mit dem britischen Pharmaunternehmen Glaxosmithkline forscht Curevac weiter an mRNA-Impfstoffen gegen Grippe und Corona. Darüber hinaus erweiterte Curevac die Forschung im Bereich von Impfstoffen gegen Krebs.

Groningen (dpa) * 17:09 Uhr – Den Haag zahlt Milliarden für Schäden durch Gasproduktion

Die niederländische Regierung hat den durch jahrzehntelange Gasförderung geschädigten Regionen Entschädigungen in einer Gesamthöhe von rund 22 Milliarden Euro zugesagt. Dies sei eine «Ehrenschuld», die das Land gegenüber den betroffenen nördlichen Regionen Groningen und Drenthe einlösen werde, sagte Ministerpräsident Mark Rutte am Dienstag in Groningen. Er versprach ein umfassendes Maßnahmenpaket.

Durch die Gasproduktion im Norden hatte es hunderte von Erdbeben gegeben und waren zahlreiche Gebäude beschädigt worden. Eine Untersuchungskommission hatte dem Staat und Ölgesellschaften bescheinigt, die Sicherheit der Menschen missachtet zu haben. Rutte entschuldigte sich nun im Namen der Regierung erneut dafür, dass Menschen «jahrzehntelang im Stich gelassen wurden».

Die Regierung will in den kommenden 30 Jahren jährlich 250 Millionen Euro in die Region investieren, um ihr wirtschaftliche Perspektive zu geben. Schäden an Gebäuden sollen unbürokratisch ersetzt werden.

Durch die Gasproduktion nahe der Grenze zu Niedersachsen hatte es seit 1986 rund 1600 Erdbeben gegeben. Zehntausende Gebäude wurden schwer beschädigt, rund 100.000 Menschen waren betroffen. Noch immer wurden nicht alle Bürger entschädigt. 2018 hatte die Regierung beschlossen, schrittweise die Produktion bis 2023 zu beenden. Das Groninger Erdgasfeld war 1959 entdeckt worden, 1963 begann die Produktion. Die Niederlande wurden nach Norwegen zum größten Erdgasproduzenten Europas. Der Staat verdiente mehr als 360 Milliarden Euro, die beteiligten Öl-Gesellschaften Shell und Exxon Mobil rund 66 Milliarden Euro.

Frankfurt/Main (dpa) *12:00 Uhr – Hessens Chemie-Unternehmen sorgen sich um Kosten und Fachkräfte

Hohe Kosten und fehlende Fachkräfte sind die Hauptsorgen der hessischen Chemie-Industrie. Laut einer am Dienstag vorgestellten Verbandsumfrage rechnen 52 Prozent der Betriebe für das laufende Jahr mit sinkenden Gewinnen. Rund 40 Prozent der teilnehmenden Unternehmen erwarten zudem geringere Umsätze und eine niedrigere Produktion.

Im vergangenen Jahr haben sich Ukraine-Krieg und die nachfolgende Energiekrise unterschiedlich ausgewirkt, wie der Verband der Chemischen Industrie Hessen (VCI) und der Arbeitgeberverband Hessenchemie in Frankfurt berichteten. In der klassischen Chemie gab es demnach 15,3 Prozent weniger Aufträge und die Produktion ging um 12,3 Prozent zurück. Nur über starke Preissteigerungen für Chemie-Erzeugnisse um knapp 25 Prozent wurde der Umsatz auf rund 19 Milliarden Euro gesteigert. Zum Vorjahr bedeutete dies eine Steigerung von 8,8 Prozent, wie Hessenchemie-Vorstandschef Oliver Coenenberg erläuterte.

Bei der konjunkturunabhängigeren Pharma-Industrie wurde die Produktion im Vergleich zum Vorjahr um 5,1 Prozent erhöht. Die Preise stiegen nur um 2,3 Prozent, so dass am Ende die Umsätze um 7,8 Prozent auf 15,4 Milliarden Euro stiegen. Neben den hohen Energiepreisen kritisierte Coenenberg das «teilweise absurde Ausmaß an staatlicher Regulierung» mit dem jüngsten Beispiel der Arbeitszeiterfassung.

Für die Unternehmen werde es immer schwieriger, genügend Fachkräfte zu finden. Zehn Prozent der Ausbildungsstellen in der Chemie sowie 30 Prozent bei den Kunststoffverarbeitern blieben unbesetzt, so die Verbände. Es brauche eine verbindlichere Berufsorientierung in den Schulen sowie attraktivere Bedingungen für Einwanderer.

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Salzgitter/Wilhelmshaven (dpa) *11:14 Uhr – Rohstoffunternehmen vernetzen ihre Wasserstoffprojekte

Mehrere große Rohstoffunternehmen und Leitungsbetreiber vernetzen ihre Projekte für Einfuhr, Transport und Nutzung von Wasserstoff im Nordwesten. Wie der Stahlkonzern Salzgitter am Dienstag ankündigte, soll damit die Rolle Wilhelmshavens als künftig wichtiger deutscher Importstandort für das Gas gestärkt und der Aufbau eines Verteilsystems zu industriellen Verbrauchern in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen vorangetrieben werden. Salzgitter etwa will Wasserstoff mittelfristig in großen Mengen in der Stahlproduktion einsetzen, er soll dabei die klimaschädliche Kokskohle als Reaktionsmittel ablösen. Zu der Allianz gehören unter anderem der britische Rohstoffriese BP, der niederländische Netzbetreiber Gasunie, Uniper und Thyssengas.

Die Partner unterschrieben eine Absichtserklärung. Zusätzliches Ziel: «Über einen Nord-Süd-Korridor zwischen Wilhelmshaven und der Chemieregion Köln sowie West-Ost-Korridor zwischen Wilhelmshaven und Salzgitter sollen neben den Wasserstoff-Verbrauchsstandorten der Unternehmen BP und Salzgitter weitere Unternehmen an die Wasserstoff-Infrastruktur angebunden werden.» Wilhelmshaven gehört bereits zu den Häfen, die Terminals zum Import verflüssigten Erdgases (LNG) erhalten, das russisches Gas ersetzen soll. Später sollen Anlagen und Leitungen möglichst auch für Wasserstoff genutzt werden.

Bremen soll ebenfalls Anschluss an ein überregionales Transportnetz für Wasserstoff bekommen. Dies soll 2025 geschehen, wie Gasunie vor kurzem mitteilte. Der Konzern baut das System Hyperlink, welches Deutschland auch mit den Niederlanden und Dänemark verbinden soll.

Basel (dpa) *08:43 Uhr – Novartis erhöht nach ersten Quartal Konzernausblick

Der Pharmakonzern Novartis wird nach einem unerwartet starken ersten Quartal optimistischer für das Jahr. Die Schweizer erwarten nun für 2023 ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich. Das bereinigte operative Ergebnis soll um einen hohen einstelligen Prozentsatz wachsen, wie Novartis am Dienstag in Basel mitteilte.

Im ersten Quartal hat der Konzern seinen Umsatz dank guter Geschäfte mit neuen Arzneien um drei Prozent auf knapp 13 Milliarden Dollar (11,7 Mrd Euro) gesteigert, zu konstanten Wechselkursen ergab sich ein Anstieg um acht Prozent. Den größten Beitrag lieferte wie üblich die Pharmasparte, aber auch die vor der Abspaltung stehende Tochter Sandoz legte zu.

Das um Sondereffekte bereinigte operative Ergebnis erhöhte sich auf gut 4,41 Milliarden Dollar (Vj: 4,08 Mrd Dollar). Unter dem Strich blieb mit rund 2,3 Milliarden Dollar ein um drei Prozent höherer Konzerngewinn übrig.

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