Brüssel (dpa) *13:35 Uhr – EU-Kommission legt Reform für bessere Versorgung mit Medikamenten vor
Die EU-Kommission will gegen Medikamenten-Engpässe, hohe Preise und eine ungleiche Versorgung mit Arzneimitteln in Europa vorgehen. Die Brüsseler Behörde schlug am Mittwoch eine umfassende Reform der Pharma-Gesetzgebung vor. Ziel ist, zugleich die Versorgung der 27 Mitgliedstaaten zu verbessern, die Entwicklung neuer Präparate zu fördern und die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie zu unterstützen.
«Dies ist ein historischer Tag für Bürger, Patienten und die Industrie», sagte Gesundheitskommissarin Stella Kyriakides. Der Vorschlag sieht unter anderem vor, eine Liste besonders wichtiger Präparate einzuführen und Schwachstellen in den Lieferketten dieser Medikamente zu beseitigen. Unternehmen sollen dafür belohnt werden, wenn sie neue Medikamente in der gesamten EU - und nicht nur großen Ländern wie Deutschland - auf den Markt bringen. Der Schutz vor der Konkurrenz durch günstige Nachahmerprodukte wie Generika würde sich dann um zwei Jahre verlängern.
Auch die Entwicklung bahnbrechender Antibiotika soll belohnt werden. Konkret könnten Unternehmen, die ein solches Präparat herstellen, einen Gutschein über den Schutz der Daten eines Medikaments für ein weiteres Jahr erhalten. Dieser Gutschein soll jedoch nicht an das neue Antibiotikum gebunden sein und das Unternehmen könnte ihn auch verkaufen. Nach Schätzungen der EU-Gesundheitsbehörde ECDC sterben jedes Jahr mehr als 35 000 Menschen im Europäischen Wirtschaftsraum aufgrund von Antibiotikaresistenzen. Über die Vorschläge müssen nun noch das Europaparlament und die EU-Staaten verhandeln.
Kassel (dpa) *09:04 Uhr – Niedrigere Öl- und Gaspreise schlagen bei Wintershall Dea zu Buche
Der Öl- und Gaskonzern Wintershall Dea hat zum Jahresstart niedrigere Öl- und Gaspreise zu spüren bekommen. In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres ging der Gewinn vor Zinsen, Steuern, Abschreibungen und Explorationskosten (Ebitdax) im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro zurück, wie die BASF-Mehrheitsbeteiligung am Mittwoch in Kassel mitteilte.
Die Fördermenge hielt der Konzern dabei stabil. In den Zahlen ist das Russland-Geschäft nicht mehr enthalten, weil sich Wintershall Dea aus dem Land zurückziehen will.
Unter dem Strich stand ein auf die Anteilseigner entfallener Gewinn von 264 Millionen Euro. Im Vorjahreszeitraum hatte das Unternehmen wegen einer milliardenschweren Abschreibung im Zusammenhang mit seinem Russland-Geschäft einen Nettoverlust von einer Milliarde Euro gemacht. Bereinigt um Sondereffekte legte der Überschuss im ersten Quartal um zehn Prozent auf 298 Millionen Euro zu.
Holzminden (dpa) *07:46 Uhr – Symrise startet mit kräftigem Umsatzplus ins Jahr
Eine starke Nachfrage nach Zusätzen für Heimtiernahrung, Getränke und Süßspeisen sowie Preiserhöhungen haben Symrise zum Jahresstart ein kräftiges Umsatzwachstum beschert. Die Erlöse stiegen im ersten Quartal im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 12,8 Prozent auf 1,23 Milliarden Euro, wie der im Dax notierte Anbieter von Duft- und Geschmacksstoffen am Mittwoch mitteilte.
Aus eigener Kraft, also Wechselkurseffekte sowie Zu- und Verkäufe von Unternehmensteilen ausgeklammert, betrug das Plus 10,6 Prozent. Damit liegt das Unternehmen deutlich über seinem bestätigten Jahresziel eines organischen Wachstums um fünf bis sieben Prozent.
Zur Gewinnentwicklung wird sich Symrise dann wieder im Zuge der Veröffentlichung der Halbjahreszahlen äußern. Laut Jahresausblick wird 2023 weiterhin eine Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von rund 20 Prozent angepeilt. Damit würde knapp das untere Ende der mittelfristigen Zielspanne von 20 bis 23 Prozent erreicht. So bekommen die Niedersachsen - wie die meisten anderen Unternehmen - inflationsbedingt höhere Kosten zu spüren.
Basel (dpa) *07:27 Uhr – Roche mit Umsatzeinbußen durch weniger Corona-Geschäft
Stark gesunkene Einnahmen in der Corona-Diagnostik haben dem Pharmakonzern Roche im ersten Quartal einen Umsatzrückgang beschert. Wenngleich das Basisgeschäft rund lief und viel beachtete jüngere Produkte wie das Augenmedikament Vabysmo sich stark entwickelten, hatten die Schweizer den Einbußen nicht genügend entgegenzusetzen. Der Erlös sank um sieben Prozent auf 15,3 Milliarden Schweizer Franken (rund 15,6 Mrd Euro), wie der Konzern am Mittwoch in Basel mitteilte. Analysten hatten allerdings mit einem stärkeren Rückgang gerechnet. Zudem belastete der starke Dollar, zu konstanten Wechselkursen betrug das Minus drei Prozent.
Stand: 08.12.2025
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Der seit Mitte März amtierende neue Konzernchef Thomas Schinecker bekräftigte die noch von seinem Vorgänger Severin Schwan formulierten vorsichtigen Jahresziele. So geht der Konzern bisher zu konstanten Wechselkursen von einem Rückgang der Umsätze im niedrigen einstelligen Prozentbereich aus. Dabei rechnet Roche weiterhin mit Umsatzeinbußen im Corona-Geschäft von rund fünf Milliarden Franken. Im Einklang mit den Erlösen dürfte sich auch der Gewinn je Aktie (EPS) entwickeln.