Registrierungspflichtiger Artikel

Wasserstoff-Elektrolyse Mit Spannung erwartet: Die Wasserstoff-Elektrolyse wird erwachsen

Autor: Dominik Stephan

Aus Strom mach Gas: die Schlüsseltechnologie der Wasserstoff- Revolution unter der Lupe – Egal ob alkalisch, PEM oder Hochtemperatur-Elektrolyse, das älteste elektrochemische Verfahren soll die Welt von morgen möglich machen. 2021 kommen Projekte mit über 200 Gigawatt Elektrolyse-Leistung auf die Agenda. Doch was steckt hinter diesen Zahlen? Welche Technologien gibt es, und wohin geht die Reise jetzt?

Firmen zum Thema

Ohne die Elektrolyse bleiben zentrale Vorhaben der De­fossilierung auf der Strecke.
Ohne die Elektrolyse bleiben zentrale Vorhaben der De­fossilierung auf der Strecke.
(Bild: DLR/ThomasErnsting)

Wo gibt es solches Wachstum? Bis 2040, schätzt eine aktuelle Studie, sollte sich die Gesamtkapazität der weltweit installierten Wasserstoff-Elektrolyse-Anlagen um den Faktor 1000 erhöhen. 213,5 GW Leistung sollen bis dahin rund um den Globus in Betrieb gehen – 2021 sind es gerade einmal 0,2 GW. Dabei steht Europa im Mittelpunkt des Interesses: Derzeit sind etwa 85 Prozent der geplanten Produktionskapazitäten in der „alten Welt“ zu Hause, der Löwenanteil in Deutschland. Allerdings hat die Sache einen Haken: Geplant heißt nicht gebaut. Wie viele Anlagen tatsächlich entstehen, muss die Zeit zeigen. Konkreter sind die Zahlen für 2030: Hier planen Deutschland 9 GW, die Niederlande 6 GW und Großbritannien will 4 GW Elektrolyse-Leistung aufbauen, mit steigender Tendenz. Ebenfalls steigend: die Anlagengröße: Sind derzeit Elektrolyseure mit bis zu 10 MW Leistung üblich, könnten es 2025 100 bis 500 MW sein, glaubt das Marktforschungsunternehmen Aurora Energy.

Der Strom für die H2-Herstellung soll in den meisten Fällen aus Windenergie gewonnen werden, dazu kommen Solarstrom und ein kleiner Anteil an Anlagen, die Netzstrom nutzen. Eine beispiellose Erfolgsgeschichte für eine Reaktion, die die meisten aus der ersten Chemiestunde am Gymnasium kennen. Doch die große Zeit der Wasserelektrolyse könnte erst noch kommen – als Stromspeicher und Puffer der Energiewende.

Über den Autor

 Dominik Stephan

Dominik Stephan

Redakteur, PROCESS - Chemie | Pharma | Verfahrenstechnik