125 Jahre Rhein Chemie Mit leistungsfähigen Additiven zum Erfolg – Lanxess-Tochter feiert

Redakteur: Dr. Jörg Kempf

In Mannheim stehen in diesem Jahr gleich zwei 125-jährige Jubiläen an: Nicht nur der Wasserturm erreicht dieses Alter, auch die Rhein Chemie, eine 100-prozentige Tochter des Spezialchemie-Konzerns Lanxess mit Sitz in Mannheim-Rheinau, feiert in diesem Jahr ihr 125-jähriges Bestehen.

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Dr. Anno Borkowsky, Geschäftsführer der Rhein Chemie Rheinau: „Wir haben schon sehr früh großen Wert darauf gelegt, unseren Kunden Produkte an die Hand zu geben, die in Europa die strengen Anforderungen nationaler Umweltzeichen erfüllen. Das ist bei uns bis heute ein zentraler Punkt unserer Entwicklung.“
Dr. Anno Borkowsky, Geschäftsführer der Rhein Chemie Rheinau: „Wir haben schon sehr früh großen Wert darauf gelegt, unseren Kunden Produkte an die Hand zu geben, die in Europa die strengen Anforderungen nationaler Umweltzeichen erfüllen. Das ist bei uns bis heute ein zentraler Punkt unserer Entwicklung.“
(Bild: Rhein Chemie Rheinau)

Mannheim – Das Unternehmen, gegründet von den jungen Chemikern Dr. Albert Müller und Dr. Hermann Dubois, wurde am 8. Juni 1889 in das Gesellschaftsregister des Amtsgerichts Mannheim eingetragen; die ersten Schritte in Richtung ihrer heutigen Ausrichtung verdankt die heutige Lanxess Business Unit allerdings dem dritten Compagnon Dubois’, Victor Kaufmann.

Kaufmann schaffte bereits 1902 den Einstieg in die aufstrebende Gummibranche – mit einem Produkt, das aus einem nachwachsenden Rohstoff produziert wurde. Damit stehen nicht nur Kundenorientierung, Qualität und Innovationsfreudigkeit, sondern auch der Aspekt Nachhaltigkeit bereits seit deutlich über 100 Jahren im Zentrum des Unternehmenserfolgs der Rhein Chemie. Heute ist sie mit Marken wie Rhenogran,Stabaxol und Additin ein gefragter Ansprechpartner für Anwender im Kautschuk-, Kunststoff- und Schmierstoff-Markt. Auch das aktuelle Produktportfolio unterstützt diese Branchen bei der Schonung knapper Ressourcen und der Entwicklung umweltfreundlicher Produkte.

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Carl Benz und das erste Automobil – eine unerwartete Chance

„Heute würde man Victor Kaufmann sicher als Visionär bezeichnen“, sagt Rhein Chemie-Chef Dr. Anno Borkowsky. „Gestartet war die Firma eigentlich mit der Produktion von Chlorchemikalien, unter anderem für Reinigungszwecke. Aber dann tat sich eine unerwartete Chance auf: 1886 entwickelte Carl Benz in Mannheim das erste Automobil. Kaufmann sah den Siegeszug dieser Erfindung voraus und erkannte sofort, welche Bedeutung sie für die Gummibranche haben würde.“ Also sattelte das Unternehmen um: Schon kurz nach der Jahrhundertwende begannen Kaufmann und Dubois, Faktis zu produzieren – ein Streckmittel für den wertvollen Naturkautschuk.

Faktis ist auch heute noch erhältlich, wird aktuell allerdings eher auf Grund seiner formstabilisierenden Wirkung auf dünnwandige Extrudate geschätzt. Spannender aus historischer Sicht sind jedoch weniger die technischen Kenndaten, die Faktis Gummiartikeln aus Naturkautschuk mit auf den Weg geben konnte, sondern die Rohstoffe, auf die Kaufmann für die Faktis-Produktion zurückgriff: Unter anderem Rapsöl.

„Damit hat Kaufmann als einer der Ersten in der Chemieindustrie auf Nachhaltigkeit gesetzt. Zu einer Zeit, als es diesen Begriff noch nicht einmal gab“, erläutert Borkowsky. „Das geschah sicher unbewusst, aber der Nachhaltigkeits-Gedanke wurde von Rhein Chemie in den kommenden Jahrzehnten immer wieder aufgegriffen und weiter entwickelt.“

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