Wassermanagement für Rechenzentren KI benötigt immer mehr Wasser: Start-up entwickelt Technologie zur Kühlung

Quelle: Pressemitteilung blue activity 2 min Lesedauer

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Der steigende Bedarf an Rechenleistung für Künstliche Intelligenz erhöht auch den Wasserbedarf für die Kühlung von Rechenzentren. Diese wird meist mit chemisch behandeltem Wasser als Kühlmittel umgesetzt. Eine neue Technologie nutzt funktionale Mikroorganismen und biopolymere Additive als Alternative.

Allein US-Rechenzentren verbrauchten 2023 rund 65,9 Milliarden Liter Wasser.(Bild:  GPT Image Creator / KI-generiert)
Allein US-Rechenzentren verbrauchten 2023 rund 65,9 Milliarden Liter Wasser.
(Bild: GPT Image Creator / KI-generiert)

Europa erlebt einen Sommer mit ausgeprägten Trockenperioden. Waldbrände breiten sich in vielen Ländern Europas aus; Rhein und Donau verzeichnen historische Tiefststände – ein Ausmaß, das selbst aus dem Weltraum sichtbar ist. Riesige Sandbänke, die normalerweise unter Wasser liegen, sind freigelegt. In vielen Ländern wurden daher Wassernutzungs-Beschränkungen eingeführt. Unter der anhaltenden Dürre könnte auch das Wirtschaftswachstum leiden.

US-Rechenzentren verbrauchten 2023 rund 65,9 Milliarden Liter Wasser

Parallel zum Ausbau von KI-Anwendungen entstehen weltweit leistungsfähigere Rechenzentren. Neben dem steigenden Strombedarf stellt dabei auch die erforderliche Kühlung eine Herausforderung dar. Wasser wird hierfür zunehmend als effizientes Kühlmedium eingesetzt. Allein US-Rechenzentren verbrauchten 2023 rund 65,9 Milliarden Liter Wasser. Experten erwarten, dass sich dieser Bedarf bis 2028 auf das Zwei- bis Vierfache erhöhen könnte.

Das eingesetzte Kühlwasser wird häufig mit umweltgefährdenden Bioziden und weiteren chemischen Additiven behandelt, wodurch behandlungsbedürftige Abwasserqualitäten entstehen.

Neue Technologie für besseren Umgang mit Wasser

Das Heidelberger Start-up blue activity hat eine patentangemeldete Technologie entwickelt, die vollständig auf klassische Kühlwasserchemie verzichtet. Statt Bioziden, setzt das Unternehmen funktionale Mikroorganismen ein, um eine hohe Wasserqualität in den Kühlsystemen zu sichern. Ergänzend kommen biopolymere Additive zum Management von Härteausfällungen und zum Korrosionsschutz zum Einsatz.

Die vollständig biologisch abbaubaren Konditionierungsmittel halten Kühlkreisläufe sauber, reduzieren den Ressourceneinsatz von Wasser und sorgen dafür, dass dieses möglichst unbelastet in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt werden kann. „Künstliche Intelligenz darf nicht dazu führen, dass Wasser zum Kollateralschaden der Digitalisierung wird“, sagt Lars Havighorst, CEO bei blue activity. Wenn Wasser zur wichtigsten Ressource des 21. Jahrhunderts werde, müsse es während der Nutzung möglichst wenig belastet werden, so Havighorst.

Blue activity sucht Pilotpartner

Der Ausbau von KI-Anwendungen und der dafür benötigten Rechenzentren steht erst am Anfang. Parallel erhöhen Klimawandel und Trockenperioden den Druck auf Wasserressourcen. Neben einer möglichst emissionsarmen Energieversorgung gewinnt damit auch der Umgang mit Wasser in der digitalen Infrastruktur an Bedeutung.

Das Unternehmen sucht Betreiber von Hyperscale-Rechenzentren für gemeinsame Pilotprojekte. Weitere Partner werden auch in den Bereichen Industrieparkbetreiber, Raffinerien, Chemie- sowie Stahlwerken gesucht.

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