Pharmastandort Illertissen Sanktionen treiben R-Pharm in die Insolvenz

Quelle: Pressemitteilung dpa 1 min Lesedauer

Die deutsche R-Pharm-Tochter in Illertissen wird nach erfolgloser Investorensuche liquidiert. Rund 280 Beschäftigte verlieren ihre Arbeitsplätze; bis zu 60 Mitarbeiter sollen die Abwicklung befristet begleiten. Hauptgrund sind EU-Sanktionen und russische Gegenmaßnahmen infolge des Ukraine-Kriegs.

R-Pharm Germany gehörte seit 2014 zum russischen R-Pharm-Konzern. (Symbolbild)(Bild:  GPT Image Creator / KI-generiert)
R-Pharm Germany gehörte seit 2014 zum russischen R-Pharm-Konzern. (Symbolbild)
(Bild: GPT Image Creator / KI-generiert)

Die deutsche Tochter des russischen Medikamentenherstellers R-Pharm ist insolvent und wird abgewickelt. Die Suche nach einem Investor für das in Illertissen im Allgäu beheimatete Unternehmen ist erfolglos geblieben. Damit verlieren rund 280 Beschäftigte ihre Arbeitsplätze.

Wie der Insolvenzverwalter Markus Fröhlich mitteilte, konnten die zwei zuletzt noch verbliebenen Übernahmeinteressenten keine gesicherte Finanzierung nachweisen. Ein Käufer hätte neben dem Kaufpreis erhebliche zusätzliche Mittel aufbringen müssen, um den Betrieb wieder anlaufen zu lassen und neue Kunden zu gewinnen.

R-Pharm hatte Mitte März 2026 Insolvenz beantragt. Als wesentliche Ursache nannte der Insolvenzverwalter die infolge des Ukraine-Kriegs verhängten EU-Sanktionen sowie die russischen Gegenmaßnahmen.

Befristete Weiterbeschäftigung für bis zu 60 Mitarbeiter

Der Betrieb soll nun eingestellt und das Unternehmen liquidiert werden. Der Jurist hat den Angaben zufolge kurzfristig einen Sozialplan mit dem Betriebsrat vereinbart. Für die Abwicklung sollen 50 bis 60 Beschäftigte befristet weiterarbeiten.

R-Pharm Germany gehörte seit 2014 zum russischen R-Pharm-Konzern. Der Standort Illertissen blickt auf eine lange Industriegeschichte zurück: 1860 nahm der Ulmer Unternehmer Heinrich Mack dort die Produktion auf. In den ersten Jahrzehnten stellte die Fabrik Seife und Drogerieartikel her. Bekannt war insbesondere das Produkt „Kaiser Borax“, das als Hautpflegemittel, Badezusatz und für weitere kosmetische Zwecke verwendet wurde. Anfang der 1970er Jahre übernahm der US-Pharmakonzern Pfizer den Standort; 2014 ging er an R-Pharm.

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