Verbrennung von Chemieabfällen

Kein Hitzefrei für Chemieabfälle

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Nach dem Absorber werden die noch verbliebenen Anteile an Chlorwasserstoff sowie das elementare Chlor in einer alkalisch betriebenen Waschkolonne entfernt. Anschließend kann das gereinigte Rauchgas in die Atmosphäre abgegeben werden.

Säurekonzentration von mehrere Faktoren abhängig

Die Absorption von Chlorwasserstoff in Wasser ist ein rein physikalischer Prozess. Die erzielbare Säurekonzentration ist damit in erster Linie abhängig von der Temperatur und der HCl-Konzentration im Rauchgas. Während die HCl-Konzentration durch den Chlorgehalt der zu entsorgenden Abfälle weitgehend vorgegeben ist, kann die Absorptionstemperatur durch eine gezielte Kühlung der Rauchgase beeinflusst werden. Auf diese Weise kann bei ausreichendem Chlorgehalt und entsprechender Kühlung der Rauchgase eine verkaufsfähige 30%ige Salzsäure erzeugt werden.

Allerdings entsteht bei einer starken Unterkühlung der Rauchgase auch die Gefahr der Bildung von Salzsäure-Aerosolen. Das Stoffsystem Chlorwassersoff-Wasser besitzt einen azeotropen Punkt mit ausgeprägtem Dampfdruckminimum. Deswegen muss bei einer starken Abkühlung der Rauchgase mit einer lokalen Übersättigung und damit verbundener Aerosolbildung gerechnet werden. Die Aerosolbildung bei der HCl-Absorption wurde von Schaber /3/ ausführlich beschrieben.

Die Tröpfchengröße von HCl-Aerosolen liegt im Bereich von 0,5 bis 2 µm. und können in technischen Absorbern nicht abgeschieden werden. Werden HCl-Aerosole mit dem Rauchgas ausgetragen, können sie bereits bei geringen Konzentrationen als blauer Nebel am Kamin beobachtet werden. Für eine Abscheidung von Aerosolen muss die Rauchgasreinigung zusätzlich mit geeigneten Apparaten ausgestattet werden. Als effektive Abscheider für HCl-Aerosole haben sich Elektrofilter, Venturiapparate und Rotationswäscher bewährt.

Verbrennung silanhaltiger Abgase

Bei der Herstellung von Reinstsilizium oder Siliziumverbindungen fallen siliziumhaltige und teilweise auch chlorhaltige Abgase an, die oft nur durch Verbrennung umweltschonend entsorgt werden können. Silizium findet vor allem Verwendung im metallurgischen Bereich als Legierungsbestandteil für Stähle sowie als Ausgangsstoff für die Silikonherstellung. Reinstsilizium wird für die Produktion von Solarzellen und in der Mikroelektronik zur Herstellung von Computer-Chips, Transistoren oder Speichern benötigt. Die Kapazitäten zur Herstellung von Reinstsilizium sind in den letzten Jahren stark ausgebaut worden.

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