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ACHEMA 2015 - Trendbericht Wassermanagement

Industrie reduziert den Durst auf Wasser

| Autor / Redakteur: DECHEMA / Dr. Jörg Kempf

Wasser-Recycling in Saudi-Arabien: Industrielle Abwasserreinigung von Wabag sichert die Wasserversorgung in Al Kharj.
Wasser-Recycling in Saudi-Arabien: Industrielle Abwasserreinigung von Wabag sichert die Wasserversorgung in Al Kharj. (Bild: Wabag)

Wie geht die Industrie mit der Ressource „Wasser“ um? Generell ist eine Entwicklung in Richtung ganzheitlicher Systembetrachtungen mit Kreislaufführung der Prozesswässer und Rückgewinnung von Wertstoffen bzw. der zur Wasserbehandlung eingesetzten Chemikalien zu beobachten. Auf der ACHEMA 2015 vom 15. bis 19. Juni in Frankfurt/M. steht das „Industrielle Wassermanagement“ als eines von drei Fokus-Themen im Mittelpunkt.

Wasser ist für die Industrialisierung eines Landes essentiell, ist als technisches Medium unverzichtbar: Als Kühlwasser, als Prozesswasser in den unterschiedlichen Qualitäten (Brauchwasser, enthärtetes oder vollentsalztes Wasser, in der Pharma-Industrie kommt Reinstwasser zum Einsatz), als Transportmedium und Lösemittel.

Die industrielle Nutzung von Wasser verursacht immer Kosten: Es muss zumeist aufbereitet werden (Konditionierungskosten), es ist zu verteilen (Pumpen verbrauchen Energie) und es gelangt nach Gebrauch in aller Regel in eine Nachbehandlung - entweder mit dem Ziel der Kreislaufführung (Reinigungskosten) oder zur Entsorgung im Vorfluter (Kosten der Kläranlage).

Industrielles Wassermanagement ist gefragt

Aus ökonomischen wie ökologischen Gründen ist es also wichtig, Wasser weniger zu bewegen, weniger zu erwärmen und nicht zuletzt weniger zu verschmutzen – „Industrielles Wassermanagement“ ist gefragt: Das Bereitstellen bestimmter Wasserqualitäten und die Kontrolle der dafür aufzuwendenden Kosten, inklusive der Entsorgung.

In wasserreichen Regionen ist dafür nicht der gleiche technologische Aufwand erforderlich wie in wasserarmen Gebieten – dort werden Kosten zur weiteren Kreislaufschließung bis hin zur abwasserfreien Produktion (Zero Liquid Discharge, ZLD) eher akzeptiert als beispielsweise in Deutschland. Überall gilt hingegen: Durch die üblicherweise enge Verzahnung der Produktion mit der Wassertechnik sind integrative Technologien und Managementsysteme anzustreben.

Vom Wasser-Recycling zur abwasserfreien Produktion

Ein Wasser-Recycling lohne sich meist dann, wenn nur schwach verunreinigte Ströme kostengünstig durch aufwandsarme Reinigungsmaßnahmen wieder aufbereitet werden können, so das VDI-Dechema-Positionspapier „Trends und Perspektiven in der industriellen Wassertechnik“. Bei Strömen, die einerseits hohe Konzentrationen an Verunreinigungen aufweisen und/oder andererseits Stoffe mit unterschiedlichen chemischen und physikalischen Eigenschaften enthalten, erweise sich ein Wasser-Recycling meist als weniger effizient.

Daher ist die Grundvoraussetzung für das Wasser-Recycling ein effizientes Wassermanagement, um unterschiedlich gut recyclingfähige Abwässer voneinander zu trennen. Die meisten innerbetrieblichen Recyclingprozesse setzen in der Nähe oder direkt im Produktionsprozess an, da hier die Komplexität der Wasserinhaltsstoffe begrenzt und der Aufwand für additive Verfahren gering ist.

Weitere ACHEMA-Trendberichte sowie News rund um das Weltforum der chemischen Technik und Prozessindustrie finden Sie auf unserer Landingpage ACHEMA 2015 für Sie zusammengefasst.

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