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ACHEMA 2015 - Trendbericht Wassermanagement

Industrie reduziert den Durst auf Wasser

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Ein interessanter Aspekt: Wer geschlossene Wasserkreisläufe realisiert, muss keine Investments in die Abwasseraufbereitung planen. Zudem durchlaufen ZLD-Anlagen die Genehmigungsverfahren einfacher und schneller als konventionelle Anlagen, so die Erfahrung von Anbietern.

Membranverfahren: Der Natur abgeschaut

Seit Jahren werden Membranen für die Wasseraufbereitung immer wichtiger. Es gibt gute Gründe dafür: Membrananlagen arbeiten vollautomatisch und kontinuierlich, benötigen nahezu keine Chemie und das Abwasser der Wasseraufbereitung wird nicht durch Regenerationsmedien aufgesalzen. Hinzu kommt, dass Membranmaterialien kostengünstiger und effektiver wurden, während der erforderliche Druck und damit der Energieeinsatz deutlich gesunken sind.

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Mehr als 2/3 der weltweit neu installierten Entsalzungskapazität basiert heute auf Umkehrosmose-Verfahren. Im Vergleich zu den traditionellen verdampfungsbasierten Technologien benötigt die Umkehrosmose keine Wärmeenergie. Das senkt die Kosten für das entsalzte Wasser – aus diesem Grund geht der Trend auch in Regionen mit niedrigen Energiekosten wie dem Nahen Osten in Richtung Umkehrosmose. Mit dem richtigen Anlagenkonzept und der richtigen Ausrüstung (die hier eingesetzten Pumpen verbrauchen 60 % der gesamten Energie!) sei die Umkehrosmose-Technik in Sachen Energieeffizienz unschlagbar, betont Sulzer.

Das Entsalzen von Grundwasser für die Trinkwasserversorgung ist auch im trockenen Süden der USA eine gefragte Option, wie GTAI (Germany Trade & Invest) berichtet. Texas, Florida und Kalifornien sind im Land führend bei der Anwendung der Technologie. Vor allem in Kalifornien gewinnt die Meerwasserentsalzung an Bedeutung, Megaprojekte sind in Planung. Der Bedarf an effizienten Pumpen und widerstandsfähigen Membranen steigt. Bei der Finanzierung der Vorhaben geht der Trend zu Public-Private-Partnerships.

In der Nähe von Carlsbad im Süden Kaliforniens plant die Poseidon Resources Corp. ein Megaprojekt: Nach einem rund 6jährigen Genehmigungsprozess hat das Unternehmen 2012 grünes Licht für Bau und Betrieb einer Anlage mit einer Kapazität von 50 Mio. gpd (Gallonen pro Tag) erhalten. Das Investitionsvolumen beläuft sich auf rund 1 Mrd. US-Dollar. 2016 soll der Betrieb aufgenommen und der Trinkwasserbedarf des San Diego County zu etwa 7 % abgedeckt werden.

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