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ACHEMA 2015 - Trendbericht Wassermanagement

Industrie reduziert den Durst auf Wasser

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Beispiele für das industrielle Wasser-Recycling: Im dänischen Billund hat Veolia Water Technologies den Zuschlag für ein besonderes Vorhaben erhalten, das vom dänischen Umweltministerium wie auch von einem dänischen Wassertechnik-Fonds gefördert wird. Im Mittelpunkt steht hier das „Biorefinery Konzept“. Ziel ist die konsequente und energieeffiziente Verwertung des Abwassers und der organischen Abfälle aus privaten Haushalten und der Industrie. Mit einer Kombination verschiedener Verfahren erfolgt in der Endausbaustufe 2017 eine weitgehende Wiederaufbereitung des Abwassers von 70.000 EGW und eine energieeffiziente Verwertung von 43.000 t biologischer Abfälle.

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Suncor Energy recycelt über 90 % des Wassers, das der integrierte Energieversorger zur Gewinnung von Erdöl aus Ölsanden in Form von Wasserdampf nutzt. Da Suncor Energy den Injektionswasserdampf nicht, wie andere Ölsandbetreiber, in unterirdischen Entsorgungsbrunnen speichert, wird das bereits genutzte saline Wasser behandelt, Salze und Feststoffe gefiltert und direkt für die Neunutzung als Wasserdampf zurückgeführt. Auf diese Weise wird nur eine minimale Menge an Grundwasser entnommen.

Infotag zu „Zero Liquid Discharge“

Ein weiteres Beispiel steuert die Wabag bei: Anfang 2014 erhielt das Unternehmen den Auftrag für eine Kläranlage im neuen Industriepark der saudi-arabischen Stadt Al Kharj. Dabei sollen die Abwässer der verschiedenen Produktionsbetriebe hochgradig gereinigt werden, um eine Wiederverwendung als Betriebswasser zu gewährleisten. Das Konzept umfasst die Reinigungsstufen mechanische Vorreinigung, chemische Fällung, Sedimentation, Ausgleichsbecken, biologische Reinigung, Filtration, Aktivkohlefilter und Desinfektion. Die Anlage ist für eine Kapazität von 10.000 m3/d ausgelegt.

Auf einem Infotag der Dechema am 9. Dezember 2014 präsentierten die Referenten den aktuellen Stand zum Thema „Zero Liquid Discharge“ (abwasserfreie Produktion). Demnach sind weltweit bereits rund 400 ZLD-Anlagen in Betrieb. Vielfach sei es das Interesse der hier aktiven Unternehmen, unabhängig zu sein von der regionalen Wasserverfügbarkeit – als Beispiel wurde eine niederländische Brauerei genannt, die in Ägypten in eine ZLD-Technologie investiert hat. Bei Neuanlagen denke aber kaum ein Unternehmen über ZLD nach – man sucht sich eher einen anderen Standort, wo Wasser verfügbar ist. Denn ZLD ist in jeder Hinsicht teuer, im apparativen Aufwand ebenso wie bei den Betriebskosten (Energie!).

ZLD hat eine Zukunft, wenn...

Hat ZLD Zukunft? Ja – aber ZLD ist kein Selbstzweck, macht nur Sinn bei entsprechenden Randbedingungen (regionaler Wassermangel, verschärfte Umweltgesetze wie Einleitungsverbote für Salzfrachten). Auch das Ressourcen-Management und die Wertstoff-Rückgewinnung sind Treiber für die ZLD-Technologien. Natürlich spielen auch Image-Aspekte durchaus eine gewisse Rolle. Auf dem Infotag wurde kritisch hinterfragt, ob „Zero“ wirklich „Null“ bedeuten müsse (eher nicht – es gibt schließlich auch flüssige Konzentrate, die wiederverwertbar sind). Vermisst werden aktuell schlüssige Verwertungswege für die aus dem Produktionswasser abgeschiedenen Stoffe. Zukünftig müsse die Vernetzung zwischen Energie- und Wasserkreisläufen verstärkt werden.

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