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ACHEMA 2015 - Trendbericht Wassermanagement

Industrie reduziert den Durst auf Wasser

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Die Dürreperioden der letzten Jahre haben den Handlungsdruck auch in Texas erhöht: Die Bevölkerungszahl soll sich zwischen 2012 und 2060 beinahe verdoppeln. Die Frischwasserressourcen dürften in diesem Zeitraum um 10 % zurückgehen, so das Texas Water Development Board (TWBD). Laut der Umweltbehörde verfügt Texas über genügend salzhaltiges Grundwasser, um den Wasserbedarf in den kommenden 175 Jahren zu decken. Im Jahr 2012 waren bereits 44 kommunale Grundwasserentsalzungsanlagen in Betrieb und produzierten 120 Mio. gpd. Bis 2060 soll der Anteil des durch Entsalzungsanlagen generierten Trinkwassers von derzeit rund 0,7 auf 3,4 % steigen, so die Zielsetzung des TWBD.

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Große Potenziale bestehen bei mobilen Entsalzungsanlagen, berichtet Jim Taft, Executive Director der Association of State Drinking Water Administrators (ASDWA). Die Nachfrage dürfte anziehen, da solche Anlagen im Süden des Landes bei verstärkt auftretenden Dürreperioden oder vorübergehenden Versorgungsproblemen kurzfristig aushelfen könnten.

Wertstoffe & Energie rückgewinnen

Einige Anbieter von Membrananlagen sind dazu übergegangen, ihre Anlagen so zu konstruieren, dass sie nicht als individuelle Anlagen aufgebaut sind. Diese Plug-and-Play-Lösungen erfordern durch den Serien-Charakter einen geringeren fertigungstechnischen Aufwand. Sie werden sowohl für die Aufbereitung von Brauchwasser und Trinkwasser als auch zur Behandlung von Abwasserteilströmen im industriellen Bereich angeboten. Die vorgefertigten Anlagen können mit wenigen Handgriffen angeschlossen werden.

Eine Kontamination des Prozesswassers mit Produktionsstoffen ist bei einem direkten Kontakt unvermeidlich. Daher finden sich die Substanzen in unterschiedlichen Konzentrationen (von wenigen ppb bis zu einigen %) im Prozessabwasser wieder. Handelt es sich um einen Wertstoff, kann eine Rückgewinnung nicht nur aus Gründen des Umweltschutzes, sondern auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll sein.

Das französische Start-up-Unternehmen Magpie Polymers hat eine Technik entwickelt, um selbst winzige Spuren von wertvollen Metallen sehr effizient aus Industrieabwässern zu filtern. Dazu werden verschiedene Filter aus Polymer-Kügelchen installiert, mit denen sich Metalle selektiv verbinden. Zur Filterung kleinster Mengen von Edelmetallen ist die Technologie bereits in einigen europäischen Unternehmen im Einsatz.

Auch der Chemiekonzern Lanxess offeriert Lösungen zur Rückgewinnung von Wertstoffen: Ionenaustauscher dienen als selektive Adsorber zur Feinreinigung von Abwasserströmen und Prozesselektrolyten. Neben Schwermetallen können auch Stoffe wie Borsäure, Chromat, Arsenat, Fluorid oder Ammoniak selektiv aus Salzlösungen entfernt werden.

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