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ACHEMA 2015 - Trendbericht Wassermanagement

Industrie reduziert den Durst auf Wasser

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Kein Wertstoff, aber besonders unerwünscht im Wasser sind Arzneimittelrückstände: Beim Projekt Wasser 3.0 - StressFix untersucht Prof. Dr. Katrin Schuhen (Uni Koblenz-Landau), wie organische und anorganische toxische Verunreinigungen aus dem Wasser entfernt werden können. Durch den Einsatz von neuartigen Hybridmaterialien – modifizierte Kieselgele - erfolge eine Fixierung der unerwünschten Spurenstoffe bereits kurz nach Eintritt in den Wasserkreislauf oder alternativ als Endreinigungsstufe in der Kläranlage und ermögliche so eine Verbesserung der Wasserqualität. Derzeit überführt die Abcr GmbH das Verfahren vom Labormaßstab in die Großtechnik. Einen ersten Einsatz soll es 2015 in der Landauer Kläranlage geben.

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Abwasser ist auch eine bisher wenig genutzte Wärmequelle. Während bislang die Nutzung dieser Energie in der Prozesstechnik eher selten möglich war – u.a. wegen der bisherigen Begrenzung der Heizungsvorlauftemperatur von Wärmepumpen auf meist 65°C – offeriert Ochsner nun Hochtemperatur-Wärmepumpen mit einer Vorlauftemperatur bis 100°C. Damit eröffnen sich vollkommen neue Anwendungsmöglichkeiten im Bereich des industriellen und gewerblichen Einsatzes von Wärmepumpen.

Wasser und das Hygiene-Management

Kühlsysteme sind für die Industrie eine wichtige Voraussetzung für den reibungslosen Betrieb. Dabei spielt die Kühlwasserbehandlung eine wichtige Rolle – nicht allein unter den Gesichtspunkten der Vermeidung von Ablagerungen und Korrosion, sondern auch zum Sicherstellen der Hygiene. Hintergrund: Aus Biofilmen gelangen kontinuierlich Legionellen und Pseudomonaden in das Kreislaufwasser und gefährden das Personal ebenso wie die im Umfeld des Industrie-Unternehmens wohnenden Bürger. Zur Verringerung eines Infektionsrisikos kommt daher der Minimierung der Legionellenvermehrung und der Verringerung des Aerosolaustrags eine besondere Bedeutung zu.

Die VDI-Richtlinie 2047-2 vom Januar 2014 beschäftigt sich mit der Hygiene in Rückkühlanlagen, die durch Verdunsten oder Versprühen von Wasser Wärme abführen. Die Richtlinie empfiehlt eine Risikobeurteilung des Gesamtsystems. Die Anlagen müssen inspiziert und dokumentiert werden, die Risiken herausgearbeitet, bewertet und minimiert werden – ein solches Legionellen-Management bieten beispielsweise Unternehmen wie EnviroChemie und BWT an. Cillit CEE offeriert für eine ganzheitliche Risikobewertung und verifizierte Kontrollen von Verdunstungs-Rückkühlwerken das „Facility Management & Risikoanalyse Package“. Zur Vermeidung von wasserbedingten Ablagerungen und Korrosionen als mögliche Ursache einer Biofilmbildung gehören gemäß Dipolique der Betrieb einer entsprechend ausgelegten Wasseraufbereitungsanlage, die Verwendung geeigneter Konditionierungsmittel und die Steuerung des Gesamtsalzgehalts mittels induktiver Leitfähigkeitsmesssonden.

Fazit: Ressourcenschutz und wirtschaftliche Erwägungen gebieten es, industriell genutztes Wasser intelligent zu „gebrauchen“ und es möglichst wenig zu „verbrauchen“: Es gilt, Wasser nicht mehr zu bewegen, zu erhitzen und zu verschmutzen als prozesstechnisch erforderlich ist. „Smart Water“ ist vor allem auch das mehrfach genutzte, im Kreislauf geführte Wasser. Auf der ACHEMA 2015 vom 15. bis 19. Juni in Frankfurt/M. stellen Unternehmen bewährte, weiterentwickelt und auch neue Produkte, Technologien und Systemlösungen dazu vor. Panta rhei – alles ist im Fluss, auch die Technik rund ums Wasser.

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* Dieser Trendbericht wurde von internationalen Fachjournalisten im Auftrag der Dechema zusammengestellt.

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