Suchen

Mehr Effizienz dank Wärmedämmung im Anlagenbau Herausforderung Fernleitung: So kommen Dampf und Wärme sicher an

Redakteur: Dominik Stephan

Diese Herausforderungen stellen sich beim Bau einer Fernwärme- und Kondensatleitung – Wenn Wärme, Wasser und Dampf auf Reisen gehen, kommt es auf Effizienz an. Doch das ist gar nicht immer so leicht, etwa wenn – wie bei einem Kraftwerksprojekt in Baden – die Leitungen unter der Erde oder dem Flussbett entlang geführt werden. Damit die Wärmeverluste aller Leitungen so gering wie möglich bleiben, brauchte es eine Isoliertechnik, die leistungsfähig und gleichzeitig effizient zu verlegen ist.

Firma zum Thema

Die beengten Verhältnisse auf der Baustelle im Tunnel potenzieren die üblichen Herausforderungen der Dämmtechnik am Rohr: Unkomplizierte Montage, geringes Gewicht und effziente Dämmung sind hier ganz besonders gefragt.
Die beengten Verhältnisse auf der Baustelle im Tunnel potenzieren die üblichen Herausforderungen der Dämmtechnik am Rohr: Unkomplizierte Montage, geringes Gewicht und effziente Dämmung sind hier ganz besonders gefragt.
(Bild: Isover)

Egal, ob Mieter warmes Wasser für die Heizung oder Dusche benötigen oder Industrieunternehmen zuverlässig Prozessdampf brauchen: Auf die Leitung muss Verlass sein. Ganz besonders, wenn diese über mehrere Kilometer hinweg und in bis zu 27 Metern tiefen Tunneln verläuft. Verluste aufgrund unzureichender oder schadhafter Isolierung sind da nicht drin. So auch bei einem kombinierten Fernwärme und -Dampfsystem: Je besser gedämmt die mediumführenden Rohre sind, desto effizienter arbeitet der Kreislauf.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 8 Bildern

„Dabei ist zum einen natürlich die Dämmschichtdicke von Bedeutung. Zum anderen kommt es aber auch auf die technischen Eigenschaften des verwendeten Isolationsmaterials, insbesondere auf die Wärmeleitfähigkeit, selbst im Bereich geringerer Mediumstemperaturen an“, erklärt Erhard Schneider, Projektleiter bei Bohle Isoliertechnik. Die Tochter der Gummers­bacher Baufirma Bohle stand vor der Herausforderung, eine Fernwärmeleitung für ein Kraftwerksprojekt in Mannheim zu dämmen.

Rund 100 Millionen Euro hatte sich das Energieunternehmen MVV das Projekt am Heizkraftwerk auf der Friesenheimer Insel im Norden der Stadt kosten lassen. Dabei wurde nicht nur der Standort an das bestehende Fernwärmenetz angebunden, sondern auch eine neue Dampf- und Kondensatleitung installiert, um ein benachbartes Industriewerk mit Prozessdampf zu versorgen. Als besondere Schwierigkeit musste ein Teil der vier Kilometer langen Leitung unterhalb des Altrheins in einem bis zu 27 Metern tief unter der Erde verlaufenden Tunnel – einem so genannten Düker – verlegt werden.

Schichtdienst für die Isolierung: Anforderungen an die Wärmedämmung

Im neuen Rheindüker strömt das Heißwasser mit einer Vorlauftemperatur von bis zu 130 °C. „In regulären Industrieanwendungen wäre für einen Leitungsdurchmesser mit einer Nennweite von 700 mm, wie sie die neue Vorlaufleitung im Rheindücker hat, eine Dämmschichtdicke von 90 mm die übliche Richtgröße. Hier liegen wir mit einer doppelten Dämmschichtlage bei 140 mm“, so Schneider.

Ganz ähnlich sieht es bei den anderen Leitungen in dem Stahlbeton-Tunnel aus. Die Rücklaufleitung für die Fernwärme hat eine Nennweite von DN 800 mm und erhielt ebenfalls eine 140 mm dicke Isolierung. Die Kondensatleitung mit DN 100 wurde mit 130 mm isoliert, die Dampfleitung mit DN 500 wurde sogar mit einer 180 mm starken Isolierung ausgestattet.

Effizienz ist (nicht) alles: Was bei der Wärmedämmung zu beachten ist

Damit sind auch schon die Herausforderungen der Wärmedämmung klar skizziert: Einfache Montage auch in engem und beschränktem Raumangebot, unkompliziertes Handling und natürlich bestmögliche Dämmung für minimierte Verluste. „Für die Isolierung der Hauptleitungen im Alt­rhein-Düker haben wir uns für die Drahtnetzmatten Ultimated Wired Mat von Isover entschieden. Diese Mineralwollematten sind einseitig mit Edelstahl-Drahtgarn versteppt und überzeugen neben hoher Dämmwirkung vor allem mit spürbaren Vorteilen bei der Verarbeitung“, erklärt Schneider.

Als weiterer Vorteil bei der Montage unter Tage entpuppte sich, dass die Matten komprimiert und in optimierten Verpackungseinheiten geliefert werden. „Daraus ergibt sich eine Reihe von Vorteilen. So wird weniger Platz auf der Baustelle benötigt und das Arbeiten gerade in den beengten Platzverhältnissen im Düker deutlich einfacher. Hinzu kommt, dass die Drahtnetzmatten knapp 20 Prozent leichter sind als Steinwollematten, was die Montage im wahrsten Sinne des Wortes erleichtert“, weiß der Projektleiter.

Auch die Montage der Isolierung und der zugehörigen Stützkons­truktion („SKR“ von GO Engineering) muss möglichst einfach sein: Die vorgefertigten Drahtnetzmatten werden zweilagig mit entsprechendem Versatz um die Rohrleitungen gelegt und mit Mattenhaken befestigt. Anschließend werden die Tragringe der Stützkons- truktion platziert und Abstandhalter eingesetzt. Geschützt werden Leitungen und Isolierung von einer Aluminium-Zink-Ummantelung.

Sicher, Sauber und Effizient: Isolierung hat viele Gesichter

So wird die nötige Isolierung zum Rundum-Paket: „Neben Zeit- und Kostenersparnissen ergibt sich ein höheres Maß an Arbeitssicherheit: Durch die komprimierten Gebinde steht vor Ort mehr Platz zur Verfügung und durch den Wegfall des Verschnitts bleibt die Baustelle sauber, was das Risiko von Unfällen reduziert.

Dem Bauherrn können wir damit eine zukunftssichere Lösung anbieten, die dank ihrer hohen Energieeffizienz für eine Reduzierung der Betriebskosten sorgt – eine ,Win-Win-Situation‘“, so Projektleiter Schneider. DST

(ID:46685472)