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Leichter Umsatzanstieg Geringere Beiträge aus dem Chemicals-Geschäft trüben BASF-Umsatz

| Redakteur: Alexander Stark

BASF erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von 62,7 Milliarden Euro und damit 2 % mehr als im Vorjahr. Das Ergebnis der Betriebstätigkeit (Ebit) vor Sondereinflüssen verringerte sich gegenüber dem Vorjahr von 7,6 Milliarden Euro auf 6,4 Milliarden Euro. Dazu trug vor allem das Segment Chemicals bei, das rund zwei Drittel des gesamten Ergebnisrückgangs ausmachte. Auch die Crackermargen fielen 2018 in allen Regionen geringer aus als erwartet.

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BASF verzeichnete 2018 einen leichten Umsatzanstieg und Rückgang des Ergebnisses vor allem durch niedrigere Beiträge aus dem Chemicals-Geschäft.
BASF verzeichnete 2018 einen leichten Umsatzanstieg und Rückgang des Ergebnisses vor allem durch niedrigere Beiträge aus dem Chemicals-Geschäft.
(Bild: BASF)

Ludwigshafen – Insgesamt war 2018 ein von schwierigen weltwirtschaftlichen und geopolitischen Entwicklungen geprägtes und von Handelskonflikten belastetes Jahr. Im zweiten Halbjahr hat der Konzern eine wirtschaftliche Abkühlung in wichtigen Märkten gespürt, insbesondere in der Automobilindustrie, der größten Kundenbranche. Vor allem die Nachfrage chinesischer Kunden habe deutlich nachgelassen, teilte das Unternehmen mit. Der Handelskonflikt zwischen den USA und China trug hierzu bei. Aufgrund der Unsicherheiten würden viele Marktteilnehmer sehr vorsichtig agieren.

In allen Segmenten und Bereichen konnte BASF 2018 Preiserhöhungen durchsetzen. Die Mengen stiegen im Vergleich zum Vorjahr leicht an: Höhere Mengen bei Functional Materials & Solutions und Agricultural Solutions wurden teilweise durch geringere Mengen bei Performance Products und Chemicals ausgeglichen. Vor allem der Ausfall der seit dem 2. Quartal wieder produzierenden Citral-Anlage in Ludwigshafen trug zu den niedrigeren Mengen bei Performance Products bei. Die Mengenentwicklung bei Chemicals wurde durch den Niedrigwasserstand des Rheins negativ beeinflusst. Währungseffekte beliefen sich insgesamt auf minus 4 %, Portfolioeffekte auf plus 1 %.

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Niedrigere Ergebnisse von Functional Materials & Solutions, Agricultural Solutions sowie Performance Products trugen ebenfalls zum Rückgang des Ebit vor Sondereinflüssen bei. Das Ergebnis bei Agricultural Solutions wurde durch negative Wechselkurseffekte in allen Regionen belastet. Hinzu kam ein stark negativer Beitrag aus den von Bayer akquirierten Geschäften, die BASF erst im August übernehmen konnte. Dies war aufgrund der Saisonalität des Saatgutgeschäfts, das vor allem im ersten Halbjahr Erträge abwirft, ein Nachteil. Zudem fielen Kosten für die Eingliederung der erworbenen Aktivitäten an.

Auch der außergewöhnlich lang andauernde niedrige Wasserstand des Rheins hat dem Konzern zu schaffen gemacht. Die Rohstoffversorgung in Ludwigshafen per Schiff kam über weite Teile des 3. und 4. Quartals fast zum Erliegen. Infolgedessen musste BASF die Anlagenauslastung in Ludwigshafen reduzieren. Dies belastete das Ergebnis 2018 mit rund 250 Millionen Euro.

Die Sondereinflüsse beliefen sich vor allem akquisitionsbedingt auf minus 320 Millionen Euro verglichen mit minus 58 Millionen Euro im Vorjahr. Das Ebit verminderte sich um 20 % auf 6 Milliarden Euro. Mit  Milliarden Euro lag das Ebitda vor Sondereinflüssen um 12 % unter Vorjahr. Das Ebitda belief sich auf 9,2 Milliarden Euro gegenüber 10,8 Milliarden Euro im Jahr 2017.

Umsetzung der Unternehmensstrategie

Der Konzern hat im vergangenen Jahr seine Unternehmensstrategie weiterentwickelt und setzt sie mit einer Vielzahl von Maßnahmen um. Deshalb hat das Unternehmen in einem ersten Schritt zum 1. Januar die organisatorische Zuordnung für rund 14.000 Mitarbeiter geändert, die bislang in zentralen Einheiten tätig waren. Die Veränderung der Organisation betrifft Bereiche wie Forschung und Entwicklung, Engineering, Supply Chain, Beschaffung, Personal, Informationsdienstleistungen sowie Umwelt, Gesundheit und Sicherheit.

Auch die Berichtsstrukturen wurde verändert und weist zum 1.  Januar 2019 sechs anstelle von vier Segmenten aus: Chemicals, Materials, Industrial Solutions, Surface Technologies, Nutrition & Care sowie Agricultural Solutions.

BASF hat eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, um ihr Portfolio weiterzuentwickeln. So ist die Einbringung des Geschäfts mit Papier- und Wasserchemikalien in Solenis abgeschlossen. Seit 1. Februar 2019 firmiert das kombinierte Geschäft unter dem Namen Solenis, an dem BASF 49 % der Anteile hält. Im Jahr 2017 wies es einen Pro-forma-Umsatz von rund  Milliarden Euro auf und hatte rund 5.200 Mitarbeiter.

Am 18. Januar 2019 erteilte die EU-Kommission dem Unternehmen eine mit Auflagen versehene Genehmigung für den Erwerb des Polyamid-Geschäfts von Solvay. Um wettbewerbsrechtliche Bedenken der EU-Kommission auszuräumen, müssen Teile des ursprünglichen Transaktionsumfangs an einen Dritten veräußert werden. Dies betrifft Produktionsanlagen und Innovationskompetenzen des Polyamidgeschäfts von Solvay in Europa.

BASF und Letter One erwarten jetzt die erforderlichen behördlichen Genehmigungen für die Zusammenführung ihrer jeweiligen Öl- und Gasgeschäfte in einem Joint Venture. Hierzu hatten beide Unternehmen Ende September 2018 eine entsprechende Vereinbarung unterzeichnet. Es ist geplant, die Transaktion im ersten Halbjahr 2019 abzuschließen. Die vorbereitenden Maßnahmen für die Integration laufen dem Unternehmen zufolge nach Plan. Der Konzern geht davon aus, dass der Börsengang frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2020 stattfinden wird.

Im Oktober 2018 hat das angekündigt, strategische Optionen wie eine Fusion mit einem starken Partner oder eine Veräußerung für das BASF-Bauchemiegeschäft zu prüfen. Der BASF-Vorstandsvorsitzende sagte dazu, dass eine Einigung über eine Transaktion im Laufe des Jahres 2019 angestrebt werde.

Investitionen in organisches Wachstum in Asien

Bereits heute ist China der Schlüsselmarkt in Asien und weltweit – sowohl für BASF als auch für die gesamte Chemieindustrie. BASF will schneller als der weltweite Chemiemarkt wachsen, deshalb müsse das Unternehmen laut Brudermüller am Wachstum Chinas teilhaben. Der Vorstandsvorsitzende nannte eine Reihe von Investitionsprojekten, mit denen die Position in Asien weiter gestärkt und das organische Wachstum beschleunigen werden soll.

So hat die Gruppe im Oktober 2018 mit Sinopec eine Vereinbarung unterzeichnet, um die Partnerschaft am chinesischen Verbundstandort Nanjing auszubauen. Das Gemeinschaftsunternehmen BASF-YPC wird in eine 50 %-Beteiligung investieren, um einen weiteren Steamcracker mit einer Jahreskapazität von 1 Million Tonnen Ethylen zu bauen. Sinopec Yangtzi Petrochemical wird das Investment der übrigen 50 % übernehmen. Darüber hinaus werden neue Geschäftsmöglichkeiten im schnell wachsenden chinesischen Markt für Batteriematerialien gemeinsam mit Sinopec geprüft.

Auch in Indien wird investiert. Mit Adani unterzeichnete das Unternehmen kürzlich eine Absichtserklärung, um eine gemeinsame Großinvestition am Hafen von Mundra im indischen Bundesstaat Gujarat in die Acryl-Wertschöpfungskette zu prüfen. Dies wäre die bislang größte Investition von BASF in Indien und zugleich die erste CO2-neutrale Produktionsstätte.

Eine im Januar 2019 unterzeichnete Rahmenvereinbarung mit der Regierung der südchinesischen Provinz Guangdong regelt weitere Details für das Vorhaben, in der Stadt Zhanjiang einen neuen Verbundstandort zu errichten. Für das Projekt stehen mehr als 9 Quadratkilometer Land zur Verfügung. Der neue Standort ist aus BASF-Sicht ideal, denn er profitiert von den natürlichen Ressourcen Zhanjiangs, einem Tiefwasserhafen und einer hervorragenden Verkehrsanbindung an die Industriezentren Guangdongs.

Ausblick für das Jahr 2019

Für das laufende Jahr geht BASF von einem mit 2,8 % voraussichtlich deutlich schwächeren Wachstum der Weltwirtschaft aus als 2018 (3,2 %). Das Unternehmen erwartet, dass in der Europäischen Union die Inlands- und auch die Exportnachfrage aus Drittländern schwächer wächst. Für die USA geht der Konzern dagegen von einem soliden Wachstum aus. Die Impulse aus der US-Steuerreform sollten aber weniger stark als im Jahr 2018 wirken. Das Wachstum in China wird sich tendenziell weiter abschwächen. Es dürfte allerdings im Vergleich zu den fortgeschrittenen Volkswirtschaften weiterhin hoch bleiben. Für Brasilien prognostiziert das Unternehmen dagegen eine weitere konjunkturelle Erholung.

Brudermüller betonte, dass die ersten beiden Quartale 2019 vergleichsweise schwache Quartale sein werden: Zum einen profitiere das erste Halbjahr 2018 noch von hohen Margen bei Isocyanaten, so dass die Vergleichsbasis sehr hoch sei. Zum anderen würden sich die Kosten der Umsetzung der Strategie auf das Ergebnis auswirken, wie auch eine gegenüber Vorjahr höhere Anzahl geplanter Anlagenabstellungen. Daher würde eine Belebung der Geschäftsentwicklung, eine solide Nachfrage der Kunden sowie erste Beiträge aus unserem Excellence-Programm im zweiten Halbjahr entscheidend für die Zielerreichung 2019 sein.

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