Konzerntransformation BASF verschärft Sparkurs – weitere Jobs fallen weg

Quelle: BASF 3 min Lesedauer

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Der Chemiekonzern will seine Kosten im Kerngeschäft bis zu 20 Prozent senken. Vorstandschef Markus Kamieth kündigt tiefgreifende Einschnitte an. Mit einem neuen Transformationsprogramm will BASF seine Kerngeschäfte wettbewerbsfähiger aufstellen.

Ein neu eingerichtetes „Core Transformation Office“ berichtet an den Vorstandsvorsitzenden und wird von Julia Raquet geleitet.(Bild:  BASF)
Ein neu eingerichtetes „Core Transformation Office“ berichtet an den Vorstandsvorsitzenden und wird von Julia Raquet geleitet.
(Bild: BASF)

Der weltgrößte Chemiekonzern BASF arbeitet mit Hochdruck daran, die Kosten im Konzern zu senken. Vorstandschef Markus Kamieth kündigte ein weiteres Sparprogramm an, mit dem bis zum Jahr 2029 die Kosten im Kerngeschäft um bis zu 20 Prozent gedrückt werden sollen. Das neue Programm wird dem BASF-Chef zufolge zu weiteren Jobkürzungen im Konzern führen. Das bestätigte Kamieth im Gespräch mit dem «Handelsblatt» (Mittwoch). «Es ist eines der größten Optimierungsprogramme für die BASF, ein neues Betriebssystem für den Konzern», sagte der Manager. «Es wird zu einem neuen Kerngeschäft mit weniger Personal führen.» Personalkosten sollen einen großen Teil der angestrebten Einsparungen ausmachen.

Es sei keine Reaktion auf eine sich möglicherweise weiter verschlechternde Konjunktur, sagte Kamieth. «Das Projekt war von Beginn an in unserer 2024 vorgestellten Strategie verankert, jetzt setzen wir es um.»

BASF kämpft mit einer zu geringen Auslastung vor allem am Stammwerk Ludwigshafen. Der Dax-Konzern hat deshalb mehrere milliardenschwere Sparprogramme aufgelegt, inklusive umfangreichem Stellenabbau. Rund 2.800 Jobs sind nach Angaben des Vorstands bei der BASF in Ludwigshafen seit Anfang 2024 weggefallen. Bis Ende 2028 verzichtet BASF auf betriebsbedingte Kündigungen in Ludwigshafen und investiert Milliarden im dortigen Stammwerk. Darauf hatten sich der Konzern und die Arbeitnehmervertretungen Ende 2025 in einer neuen Standortvereinbarung verständigt. Im ersten Quartal des laufenden Jahres gab es bei dem Chemiekonzern weltweit 106.428 Beschäftigte und damit rund 5.000 weniger als im ersten Quartal des Vorjahres. Im Stammwerk arbeitet mit etwa 33.000 Menschen rund ein Drittel der weltweiten Beschäftigten.

Neues Core Transformation Office

Nach der nahezu abgeschlossenen Herauslösung der eigenständig operierenden Geschäfte (Standalone Businesses) will sich BASF in der nächsten Phase seiner Umstrukturierung auf Stärkung und Wachstum der Kerngeschäfte konzentrieren. Das neu eingerichtete „Core Transformation Office“, geleitet von Julia Raquet, President, hat die Aufgabe, die Umsetzung einheitsübergreifender Transformationsprojekte voranzutreiben, die alle Kerngeschäfte, Service-Einheiten und Einheiten des Corporate Centers umfassen. Dieses „Core Shift“ genannte Programm zielt darauf ab, bis 2029 Netto-Einsparungen im Kerngeschäft gegenüber dem Jahr 2024 bei den zahlungswirksamen Fixkosten von bis zu 20 % zu erreichen. In ihrer neuen Funktion berichtet Raquet direkt an Markus Kamieth.

Die Kerngeschäfte des Chemiekonzerns umfassen die vier Segmente Chemicals, Materials, Industrial Solutions und Nutrition & Care. Zusammen erzielen sie einen Umsatz von rund 40 Milliarden Euro und machen BASF zum größten diversifizierten Chemieunternehmen der Welt. Die Kerngeschäfte reichen von Basischemikalien bis zu kundennahen Chemieprodukten und sind in lange Wertschöpfungsketten integriert. Zusammen bilden diese Geschäfte ein fokussiertes Kernportfolio, das nach Auffassung der Konzernleitung weitere Möglichkeiten der Vereinfachung bietet.

„Die Aufstellung unserer Kerngeschäfte zu vereinfachen, ist entscheidend, um höchste Wettbewerbsfähigkeit sicherzustellen und profitables Wachstum voranzutreiben“, so Julia Raquet. „Wir arbeiten bereits intensiv daran, dieses Ziel zu erreichen. Dies umfasst auch die Restrukturierung unseres größten Verbundstandorts in Ludwigshafen und die Neuausrichtung unserer globalen Service-Einheiten.“

Das Programm „Core Shift“ baut auf bereits laufenden Initiativen auf und soll darüber hinausgehen, indem es weltweit einen einheitsübergreifenden Transformationsansatz anwendet. Zu den wesentlichen Hebeln dieser Transformation zählen die weitere Vereinfachung von Prozessen und Organisation, weltweit harmonisierte Geschäftsprozesse und standardisierte IT-Lösungen, die durch ein eigenes ERP-System (Enterprise Resource Planning) für die Kerngeschäfte ermöglicht werden, sowie der verstärkte Einsatz von KI in der Gruppe.

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