Newsticker Mai: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Forscher finden Verunreinigungen im Astrazeneca-Impfstoff

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06.05.2021

Wesseling, Deutschland (ots/PRNewswire) *23:38 Uhr –Lyondell Basell startet kommerzielle Herstellung von Polymeren aus Kunststoffabfällen

Lyondell Basell hat einen weiteren Schritt in Richtung seines Ziels angekündigt, die Kreislaufwirtschaft voranzutreiben. Am Unternehmensstandort Wesseling in Deutschland sollen aus Rohstoffen, die aus Kunststoffabfällen gewonnen werden, hochwertige Polymere hergestellt werden. Durch die thermische Umwandlung von Kunststoffabfällen wird dieser Rohstoff in den Produktionsanlagen in Ethylen und Propylen umgewandelt und anschließend in den nachgelagerten Einheiten für die Kunststoffherstellung zu Polypropylen (PP) und Polyethylen (PE) verarbeitet. Der erste Einsatz von Rohstoffen aus Kunststoffabfällen folgt auf den Erfolg des Unternehmens bei der Produktion von Kunststoffmaterialien aus erneuerbaren Rohstoffen wie Altspeiseöl, was dazu beiträgt, CO2 über den gesamten Produktlebenszyklus hinweg und auch den Einsatz fossiler Rohstoffe zu reduzieren.

Lyondell Basell hat sich verpflichtet, die CO2-Emissionen seiner Betriebe weltweit bis 2030 um 15 % pro Tonne produzierter Produkte gegenüber 2015 zu senken und bis 2030 zwei Millionen Tonnen recycelter oder erneuerbarer Polymere herzustellen und zu vermarkten.

Berlin/Mainz (dpa) *16:45 Uhr – Deutsche Pharma-Firmen lehnen Patentfreigabe ab

Deutsche Pharma-Firmen lehnen es ab, Impfstoffpatente vorübergehend freizugeben. «Zur Überwindung der Pandemie bringen Patentfreigaben gar nichts», teilte der Verband Forschender Arzneimittelhersteller am Donnerstag mit. Niemand könne in weniger als sechs Monaten eine Produktion hochziehen. «Und im nächsten Jahr werden die jetzigen Hersteller schon nach heutigem Planungsstand mehr Impfstoff-Dosen produzieren, als die Weltbevölkerung benötigt», sagte Verbandspräsident Han Steutel.

Zuletzt hatte die US-Regierung vorgeschlagen, dass Pharmafirmen vorübergehend den Patentschutz auf ihre Corona-Impfstoffe verlieren. Hersteller in aller Welt könnten dann die Impfstoffe produzieren, ohne Lizenzgebühren an die Unternehmen zu zahlen, die die Mittel entwickelt haben.

Ähnlich skeptisch wie der Verband reagierte am Donnerstag auch der Mainzer Impfstoffhersteller Biontech. «Der Herstellungsprozess von mRNA ist ein komplexer Prozess, der über mehr als ein Jahrzehnt entwickelt wurde», teilte das Unternehmen mit. Es brauche erfahrenes Personal und Rohmaterialien, die beschafft und für die Verwendung qualifiziert werden müssten. Wenn eine dieser Anforderungen nicht erfüllt sei, könnten Qualität, Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffs weder vom Hersteller noch vom Entwickler gewährleistet werden. «Dies könnte die Gesundheit der Geimpften gefährden.»

Zudem bestehe die Gefahr, dass einige der begrenzten und wichtigen Rohstoffe nicht effizient genutzt würden, wodurch die Menge der Impfstoffdosen, die in «etablierten Produktionsnetzwerken» hergestellt würden, reduziert werde, argumentierte Biontech. Patente seien nicht der begrenzende Faktor für die Produktion und Versorgung mit Impfstoff. «Sie würden kurz- und mittelfristig die weltweite Produktion und Versorgung mit Impfstoffdosen nicht erhöhen.»

Frankfurt am Main (ots) *15:46 Uhr – Trotz Verluste: Vorsichtiger Optimismus bei Kunststoffherstellern

Der Verband der Kunststofferzeuger Plastics Europe Deutschland hat bei seinem jährlichen Wirtschaftspressegespräch die jüngsten Erwartungen der Branche bestätigt: Die Kunststoffproduktion in Deutschland ging im Jahr 2020 - in Anbetracht der Pandemie - um 1,6 Prozent zurück. Um auch weiterhin resilient und wettbewerbsfähig zu bleiben, will die Kunststoffbranche zum Treiber von nachhaltiger Produktion und Kreislaufwirtschaft werden, so das generelle Fazit der Veranstaltung.

Der Umsatz der Branche ging 2020 aufgrund des Preisdrucks während der Pandemie im Vergleich zum Vorjahr um 8,7 Prozent zurück, die Exporte sanken leicht um 0,8 Prozent und die Importe verringerten sich deutlich um über 7 Prozent.

Luxemburg (dpa) *15:35 Uhr – Bienen-Gifte: Bayer scheitert vor EuGH mit Klage gegen Verbot

Im Streit über bienenschädliche Insektizide ist der Chemieriese Bayer vor dem Europäischen Gerichtshof gescheitert. Der EuGH wies am Donnerstag Einsprüche des Konzerns gegen ein Urteil erster Instanz zum Verbot bestimmter sogenannter Neonikotinoide zurück.

Es geht um die beiden von der Bayer-Gruppe produzierten Mittel Clothianidin und Imidacloprid. Die EU-Kommission hatte den Verkauf 2013 beschränkt, zusammen mit einem dritten Neonikotinoid - Thiamethoxam des Herstellers Syngenta. Das EU-Gericht bestätigte dies im Mai 2018. Bayer ging in die nächste Instanz, Syngenta nicht.

Der EuGH wies die Rechtsmittel zurück beziehungsweise nannte sie unbegründet. Die höchsten EU-Richter wiesen unter anderem darauf hin, dass inzwischen noch schärfere Auflagen für die beiden Bayer-Produkte eingeführt wurden, ohne dass das Unternehmen dagegen geklagt habe.

Dublin/Guildford (dpa) *12:36 Uhr – Linde erhöht nach starkem Auftaktquartal Gewinnziel für 2021

Der weltweit größte Industriegase-Konzern Linde legt nach einem Gewinnplus im Auftaktquartal die Messlatte für den Jahresgewinn höher. Der um Sondereffekte bereinigte Gewinn je Aktie soll in diesem Jahr auf bis 9,60 bis 9,80 Dollar zulegen, wie das im Dax notierte Unternehmen am Donnerstag in Guildford bei London mitteilte. Das sei ein Anstieg im Jahresvergleich um 17 bis 19 Prozent. Dabei profitiere Linde auch von günstigen Währungseffekten.

Zuletzt war das Unternehmen von einem bereinigten Gewinn je Aktie von 9,10 bis 9,30 Dollar ausgegangen. Die Aktie legte nach der Vorlage der Zahlen um rund 0,9 Prozent zu. Im ersten Quartal erhöhte sich der bereinigte Gewinn je Aktie auf vergleichbarer Basis um 32 Prozent auf 2,49 Dollar. Das war mehr als von Experten erwartet. Der Umsatz kletterte dank höherer Preise und Volumen um gut sieben Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar.

Frankfurt/Main (dpa) *09:55 Uhr – Aktien von Curevac und Biontech brechen wegen Patentdiskussion ein

Die Sorge vor einem teilweisen Wegfall von Erlösen mit Corona-Impfstoffen hat die Aktien der Hersteller am Donnerstag schwer belastet. So unterstützt die US-Regierung für den Kampf zur weltweiten Eindämmung der Pandemie die Aussetzung von Patenten für Corona-Impfstoffe. Die Kurse der Impfstoffentwickler Curevac und Biontech brachen daraufhin um mehr als zehn Prozent sowie um fast ein Fünftel ein.

Die Aktien von Astrazeneca legten in London hingegen zu. Das Unternehmen hatte bereits früh angekündigt, mit seinem Impfstoff keinen Gewinn erzielen zu wollen. Im ersten Quartal hatte die Impstoffherstellung sogar etwas auf dem Ergebnis gelastet.

Genf (dpa) *09:32 Uhr – Pharmaverband kritisiert US-Signal zu Patenten auf Corona-Impfstoffe

Der Dachverband der Pharmafirmen (IFPMA) hat die Entscheidung der USA kritisiert, die vorübergehende Aufhebung des Patentschutzes bei Corona-Impfstoffen zu unterstützen. Das werde die Impfstoffproduktion kaum ankurbeln, teilte der in Genf ansässige Verband in der Nacht zu Donnerstag mit.

Problem seien vielmehr Handelsbarrieren sowie Mangel an Rohstoffen und Bestandteilen, die für die Herstellung der Impfstoffe nötig seien. Bei der Unterversorgung der ärmeren Länder könnten auch Regierungen reicher Länder in die Bresche springen und einen Teil der Impfdosen, die sie sich in bilateralen Verträgen gesichert haben, an ärmere Länder abgeben. Gerade weil ihre Patente geschützt seien, hätten Impfstoffhersteller bereits mehr als 200 Technologietransfer-Abkommen abgeschlossen, um mit Partnern in ärmeren Ländern mehr Impfstoffe bereitstellen zu können.

Der Verband macht stets geltend, dass Pharmafirmen nur durch einen Patentschutz, der später Einnahmen garantiert, genügend Anreiz hätten, in Forschung zu investieren.

Essen (dpa) *07:08 Uhr – Evonik wird nach erstem Quartal etwas optimistischer

Der Spezialchemiekonzern Evonik wird dank guter Geschäfte mit der Auto- und der Bauindustrie sowie rund um Hygieneanwendungen für 2021 ein wenig zuversichtlicher. Zudem zog die Nachfrage nach Zusatzstoffen für die Produktion etwa von Windrädern oder auch für Schaumstoffe, die in Matratzen sowie zur Dämmung von Kühlschränken verwendet werden, weiter an.

Evonik-Chef Christian Kullmann erwartet daher laut einer Mitteilung vom Donnerstag im laufenden Jahr ein um Sondereffekte bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) zwischen 2,1 und 2,3 Milliarden Euro, was am unteren Ende 100 Millionen Euro mehr sind als bislang. Experten haben für 2021 im Mittel bereits rund 2,2 Milliarden Euro auf dem Zettel. Den Umsatz erwartet Kullmann weiter zwischen 12 und 14 Milliarden Euro.

Im ersten Quartal erzielte Evonik bei einem Umsatzplus von im Jahresvergleich um rund vier Prozent auf 3,36 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis von 588 Millionen Euro. Das waren 15 Prozent mehr als vor einem Jahr und mehr als von Experten erwartet. Unter dem Strich verdienten die Essener mit 186 Millionen Euro rund 43 Prozent mehr als vor einem Jahr.

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