Newsticker Mai: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Forscher finden Verunreinigungen im Astrazeneca-Impfstoff

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14.05.2021

Christiansted/New York (dpa) *22:48 Uhr – Gesundheitsgefahr: Ölraffinerie auf US-Jungferninseln muss schließen

Wegen einer unmittelbaren Gefahr für die öffentliche Gesundheit hat die US-Umweltschutzbehörde EPA die Einstellung des Betriebs in einer Ölraffinerie auf den Amerikanischen Jungferninseln angeordnet. Für die Anordnung, die zunächst für 60 Tage gelte, nutze die Behörde Notfallbefugnisse, teilte die EPA am Freitag mit. Es habe in der Anlage mehrere unsachgemäß durchgeführte Operationen gegeben. Dies sei völlig inakzeptabel, sagte demnach EPA-Chef Michael Regan.

Die Raffinerie Limetree Bay auf der Insel St. Croix hatte den Angaben zufolge bereits am Mittwoch den Betrieb ausgesetzt. Ein schwerwiegender Zwischenfall habe zu einer Überschreitung des Emissionsgrenzwerts des giftigen Gases Schwefeldioxid geführt. Insgesamt hätten Anwohner in jüngster Zeit mindestens vier Vorfälle in der Anlage mit unmittelbaren und erheblichen gesundheitlichen Auswirkungen ertragen müssen, hieß es von Regan.

Nach einem Bericht der «Washington Post» hatte am Mittwoch ein Unfall in der Raffinerie ein Feuer ausgelöst, wodurch sich ein feiner Ölnebel über ein Gebiet von mehreren Meilen erstreckte. Dadurch wurde demnach bis in ein Tierschutzgebiet hinein Wasser verunreinigt. Es handelte sich dem Bericht zufolge bereits um den zweiten solchen Vorfall, seit die Anlage im Februar nach längerer Zeit wiedereröffnet worden war. Die dafür nötige Genehmigung habe noch die Regierung von Ex-US-Präsident Donald Trump erteilt. Die Anlage spielt eine wichtige Rolle für die Wirtschaft des karibischen US-Außengebiets.

Die Gesundheitskommissarin der US-Jungferninseln, Justa Encarnacion, sagte der Zeitung, dass ein Gasleck in der Raffinerie am 5. Mai einen starken Schwefelgeruch verursacht habe. Seitdem hätten zahlreiche Anwohner über Beschwerden wie Übelkeit, Juckreiz, gereizte Augen und Hautausschlag geklagt. Mindestens neun Menschen seien in Notaufnahmen behandelt worden.

San Francisco (dpa) *19:46 Uhr – Bayer unterliegt auch im zweiten Glyphosat-Berufungsverfahren in den USA

Der Agrarchemie- und Pharmakonzern Bayer hat auch im zweiten seiner US-Berufungsverfahren wegen angeblicher Krebsrisiken des Unkrautvernichters Glyphosat eine Niederlage erlitten. Das zuständige Gericht in San Francisco bestätigte am Freitag ein Urteil, wonach Bayer dem Kläger Edwin Hardeman insgesamt gut 25 Millionen Dollar (20,6 Mio Euro) Schadenersatz zahlen muss.

Bayer zeigte sich in einer Stellungnahme enttäuscht. Die Entscheidung des Gerichts sei nicht durch die Beweislage beim Prozess oder geltendes Recht gedeckt, erklärte das Unternehmen. Bayer ziehe alle rechtlichen Möglichkeiten in Betracht, um eine erneute Überprüfung des Falls zu erreichen. Dabei werde auch die Option geprüft, das Oberste Gericht - den US Supreme Court - einzuschalten.

Hardeman hatte den glyphosathaltigen Unkrautvernichter Roundup des 2018 für über 60 Milliarden Dollar von Bayer übernommenen US-Saatgutriesen Monsanto für seine Krebserkrankung verantwortlich gemacht. Eine Geschworenenjury hatte 2019 zunächst Strafzahlungen von gut 80 Millionen Dollar gegen Bayer verhängt. Später wurde die Summe deutlich reduziert. Der Konzern hatte trotzdem Berufung eingelegt.

Bayer ist in den USA mit zahlreichen Glyphosat-Klagen konfrontiert, die das Unternehmen mit einem milliardenschweren Vergleich beilegen will. Nur drei Fälle wurden bislang vor Gerichten verhandelt, alle drei verlor der Dax-Konzern. Auch in Berufungsverfahren hatte Bayer bislang keine Erfolge.

Das mit dem Monsanto-Kauf übernommene Glyphosat-Problem macht dem Konzern schwer zu schaffen. In den USA meldeten bereits über 125 000 Kläger Ansprüche auf Schadenersatz an. Bayer will mehr als elf Milliarden Dollar in die Hand nehmen, um das Massenverfahren beizulegen. Doch ein wichtiger Teil des Vergleichs bedarf noch einer richterlichen Genehmigung. Am 19. Mai steht hierzu eine wichtige Anhörung an.

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