Newsticker Februar: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Notbetrieb in Chemiewerk kostet Land hohen Millionenbetrag

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11.02.2026

Antwerpen/Köln (dpa) *16:15 Uhr – Ineos-Chef warnt vor dem Ende von Europas Chemieindustrie

Der Chef des britischen Chemiekonzerns Ineos, Jim Ratcliffe, hat vor drastischen Folgen hoher Kosten für Europas Chemiebranche gewarnt. «Die Industrie ist derzeit dabei herunterzufahren», sagte der Manager laut einer vorab verbreiteten Mitteilung beim Treffen europäischer Industrievertreter mit Politikern im belgischen Antwerpen. «Ohne eine Chemieindustrie können wir keine Krankenhäuser betreiben, wir können keine Menschen ernähren und wir können uns nicht verteidigen –das ist entscheidend für die nationale Sicherheit.»

Binnen zwei Jahren hätten in Europa 101 Industriestandorte dichtgemacht, 25 Millionen Tonnen Chemie-Kapazität hätten Europa verlassen und mehr als 75.000 Menschen ihre Jobs verloren, sagte Ratcliffe und stellte den Klimaschutz-Nutzen von Europas Politik infrage. Diese führe nicht zu einer Reduzierung globaler Emissionen, sondern zu einer Erhöhung solcher. «Europa hat Emissionen nicht gesenkt, sondern es hat sie exportiert. Produktion wurde in die USA und nach China verlagert, wo die Kohlenstoffintensität viel höher ist.»

Der Manager monierte, dass Energiepreise in Europa viermal höher seien als in den USA. Steigende CO2-Kosten und schwacher Handelsschutz verschreckten Investitionen. «Europas Chemieindustrie kann diese Bedingungen nicht überleben.»

Der britische Chemiekonzern hat in den vergangenen Jahren mehrere Standorte in Europa geschlossen, vergangenes Jahr kündigte er die Schließung von zwei Werken in Rheinberg (NRW) an. Der Konzern stellt Chemikalien her, die für die Herstellung von Medikamenten, Mobiltelefonen, Agrarprodukten oder Autoteilen genutzt werden. In Köln hat Ineos mehr als 2500 Beschäftigte.

Berlin (ots) *11:21 Uhr – TrumpRx erhöht den Druck auf deutsche Pharmaunternehmen mit US-Geschäft

Mit dem Launch der Online-Plattform TrumpRx.gov vergangene Woche setzt die US-Regierung ihre Strategie zur drastischen Senkung von Arzneimittelpreisen in die Praxis um. Über die neue Webseite sollen Patientinnen und Patienten in den USA künftig günstiger an Arzneimittel gelangen. Derzeit sind 40 Arzneimittel gelistet, weitere sollen folgen. Die Plattform ist Teil einer umfassenden Initiative zur Senkung der Arzneimittelpreise in den USA. Im Mai letzten Jahres hatte die US-Regierung die Umsetzung eines «Most Favored Nation

(MFN)»- Prinzips angekündigt. Danach sollen sich die US-Arzneimittelpreise an denen vergleichbarer Länder orientieren.

Deutschland gilt dabei explizit als Referenzland.

«TrumpRx schafft Fakten und zeigt einmal mehr, mit welchem Tempo und mit welcher Entschlossenheit die angekündigten Maßnahmen umgesetzt werden. Die amerikanische Preispolitik setzt die deutschen Pharmaunternehmen mit US-Geschäft unter Druck. Die Marktmacht und Exportintensität in die USA sind zu groß, als dass Deutschland von TrumpRx nicht massiv betroffen wäre», warnt Dorothee Brakmann, Hauptgeschäftsführerin von Pharma Deutschland.

«Unternehmen werden ihre Preis- und Markteintrittsstrategien zwangsläufig neu bewerten müssen - mit der Folge, dass Deutschland bei der Einführung neuer Arzneimittel zurückfallen oder ganz leer ausgehen könnte. Wir müssen verhindern, dass die Transformation des US-Marktes zu Lasten der Patientenversorgung in Deutschland geht», so Brakmann abschließend. «Die Entwicklungen in den USA und ihre Auswirkungen auf den Pharmastandort Deutschland brauchen richtungsweisende und ressortübergreifende Antworten der Bundesregierung beim laufenden Pharmadialog.»

Pharma Deutschland sieht die Gefahr, dass die rasanten Veränderungen des globalen Pharmamarktes dazu führen, dass innovative Arzneimittel später oder gar nicht in Deutschland oder Europa vermarktet werden, um niedrige Preisreferenzen zu vermeiden und den US-Preis zu schützen. Bereits heute besteht gegenüber den USA ein spürbarer

Innovationsrückstand: Seit 2015 sind insgesamt über 100 Substanzen gar nicht mehr in Europa zugelassen worden. Aktuell gibt es 19 Arzneimittel mit Breakthrough-Status, die in den USA, aber nicht in Deutschland, verfügbar sind. Somit gerät die schnelle und langfristige Verfügbarkeit innovativer Arzneimittel für deutsche Patientinnen und Patienten durch TrumpRx zusätzlich unter Druck.

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