Newsticker Februar: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Notbetrieb in Chemiewerk kostet Land hohen Millionenbetrag

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24.02.2026

Wiesbaden (dpa) *13:11 Uhr – Keine Einigung: Chemie-Tarifverhandlungen werden vertagt

Die bundesweiten Tarifverhandlungen für rund 585.000 Beschäftigte in der Chemie- und Pharmaindustrie sind auch in der zweiten Runde ergebnislos geblieben. Die Branchengewerkschaft IG BCE und der Arbeitgeberverband BAVC vertagten nach einem Treffen in Wiesbaden erneut die Gespräche. Sie sollen am 24. und 25. März im rheinland-pfälzischen Bad Breisig fortgesetzt werden.

BAVC-Verhandlungsführer Matthias Bürk verwies auf die schwierige Lage der Chemiebranche, die unter hohen Energiepreisen, Konjunkturflaute, US-Zöllen und Überkapazitäten am Weltmarkt leidet. «Anders als über Jahrzehnte gewohnt, gibt es derzeit keine Zuwächse, die wir verteilen können.» Nachdem die Arbeitgeber mit dem Tarifabschluss 2024 massiv in Vorleistung gegangen seien, müsse sich nun vor allem die IG BCE bewegen.

Deren Verhandlungsführer Oliver Heinrich kritisierte, die Arbeitgeber hätten ein Angebot vorgelegt, das zu weit von den Sorgen und der Lebensrealität der Beschäftigten entfernt sei. «Ohne spürbare Fortschritte bei Jobsicherheit und Kaufkraft kann es keinen Abschluss geben.» Er kündigte bundesweite Aktionen in den Betrieben an. Geplant seien etwa aktive Mittagspausen, aber keine Streiks, sagte ein Gewerkschaftssprecher.

Bereits zum Verhandlungsauftakt in Hannover vor wenigen Wochen lagen IG BCE und BAVC weit auseinander. Während die Arbeitgeber auf Lohnzurückhaltung pochen, will die Gewerkschaft Jobs in der kriselnden Chemiebranche sichern und höhere Entgelte über der Inflationsrate erreichen, wenngleich sie auf eine konkrete Lohnforderung verzichtet. Der aktuelle Tarifvertrag läuft Ende Februar aus.

Die Chemie- und Pharmabranche ist die drittgrößte Industriebranche in Deutschland nach dem Auto- und Maschinenbau. Dem Chemieverband VCI zufolge erzielte sie 2025 einen Umsatz von rund 220 Milliarden Euro. Während die Pharmaindustrie im vergangenen Jahr wuchs, steckt die klassische Chemie seit langem in der Flaute. Konzerne wie BASF und Evonik haben Sparprogramme verkündet samt Stellenabbau, teils wurden Anlagen geschlossen.

Ludwigshafen (dpa) *15:35 Uhr – BASF plant Verkauf von 4.400 Wohnungen

Der BASF-Konzern will den Großteil der Wohnungen seiner Tochter BASF Wohnen + Bauen verkaufen. Wie das Chemieunternehmen mitteilte, handelt es sich um 1.100 Eigentumswohnungen, die an verschiedene einzelne Käufer veräußert werden sollen, sowie 3.300 Wohnungen, die als Gesamtpaket inklusive Gebäude an einen Kaufinteressenten veräußert werden sollen. Für den überwiegenden Teil soll bis Anfang 2027 ein Käufer mit Interesse an einer «langfristigen, nachhaltigen Investition» gefunden sein.

Hintergrund ist die strategische Ausrichtung des Unternehmens. Diese sieht demnach künftig eine verstärkte Konzentration auf das Kerngeschäft vor, um die Wettbewerbsfähigkeit der BASF und das Stammwerk zu stärken. Das Unternehmen verweist auf ein seit längerem schwieriges Marktumfeld.

Die Veräußerung sei eine schwierige, aber notwendige Entscheidung, um die Bilanz zu stärken, teilte Helmut Winterling mit, President Europäische Verbundstandorte bei BASF. Ein Teil des Bestands im Umfeld des Standorts bleibt im Eigentum von BASF. Die übrigen zum Verkauf stehenden Wohnungen verteilen sich mehrheitlich über das Stadtgebiet von Ludwigshafen, ein kleinerer Bestand befindet sich etwa in Frankenthal und Mannheim.

Kritik kam von der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IGBCE). «Es entsteht der Eindruck, dass das sogenannte Tafelsilber veräußert wird», teilte der Bezirk Ludwigshafen mit. «Hier werden Immobilienwerte vermeintlich ohne Not verkauft und Bindung von Menschen zum Unternehmen aufgegeben.»

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