Kunststoffkreislauf Circular Plastics sollen Evonik Millionen-Umsatz bescheren

Redakteur: Alexander Stark

Der Spezialchemiekonzern Evonik bündelt seine Aktivitäten für den Kunststoffkreislauf in einem Global Circular Plastics Program. Auf dem Weg zum zirkulären Wirtschaften will der Konzern seinen Kunden Lösungen entlang der gesamten Wertschöpfungskette des Kunststoffkreislaufs bieten.

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Evonik will mit Lösungen für den Kunststoffkreislauf ab 2030 mindestens 350 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz erzielen.
Evonik will mit Lösungen für den Kunststoffkreislauf ab 2030 mindestens 350 Millionen Euro zusätzlichen Umsatz erzielen.
(Bild: Evonik)

Essen – Mit Additiven und Technologien von Evonik sollen das mechanische und das chemische Recycling effizienter werden und auch die Verfügbarkeit von zirkulären Kunststoffen soll sich verbessern. Auch in der eigenen Produktion will der Konzern künftig verstärkt nachhaltige Rohstoffe aus zirkulären Quellen nutzen. Insgesamt rechnet Evonik ab 2030 mit einem zusätzlichen Umsatz aus dem Global Circular Plastics Program von mehr als 350 Millionen Euro pro Jahr.

Harald Schwager, stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes von Evonik und zuständig für Innovation, sagt: „Der Weg zu einer zirkulären Wirtschaft ist untrennbar verbunden mit dem schonenden Umgang mit Ressourcen und dem Klimaschutz. Wir haben die Innovationskraft, um neue Stoffkreisläufe mit immer weniger fossilen und immer mehr zirkulären Rohstoffen zu gestalten. Dieses Potenzial werden wir nutzen.“

Beim mechanischen Recycling werden Kunststoffe, die zuvor sortiert, aufbereitet und gewaschen wurden, aufgeschmolzen und zum Recyclat granuliert. Eingesetzt wird dieses Verfahren vor allem bei thermoplastischen Kunststoffen und in ähnlicher Weise bei Altreifen. Experten des Unternehmens arbeiten an Lösungen, die den Recyclern helfen sollen, Effizienz und Qualität der Verfahren deutlich zu verbessern: Um etwa Etiketten schnell und rückstandsfrei abzulösen, bietet der Konzern maßgeschneiderte Tenside, Entschäumer vereinfachen den Waschprozess, Entwässerungsmittel helfen, Energie und Zeit beim anschließenden Trocknen zu sparen. Auch der Geruch der Recyclate wird mit Hilfe spezieller Geruchsabsorber minimiert. Solche Spezialadditive können somit die Menge an wiederverwertbarem hochwertigem Recyclat um etwa fünf Prozent erhöhen. Bis 2025 will Evonik entsprechende Lösungen für etwa 400.000 Tonnen recyclierfähige Kunststoffe anbieten.

Um auch solche Kunststoffabfälle nutzen zu können, die sich mechanisch nicht verwerten lassen, arbeitet der Spezialchemiekonzern an verschiedenen Technologien des chemischen Recyclings. Hierbei werden die polymeren Ketten aufgespalten, um dann aus den gewonnenen Bausteinen neue Kunststoffe herzustellen. So entwickelt Evonik derzeit ein Verfahren, um stark verschmutzte PET-Abfälle wiederverwerten zu können. Über die Solvolyse mit Methylat lassen sich hiermit neue Moleküle für hochwertige Anwendungen gewinnen.

Eine weitere Variante des chemischen Recyclings ist die gesteuerte Verbrennung von Kunststoffabfällen zu Pyrolyseölen oder Synthesegasen. Mit modernen Technologien wie Membranen für die Gasaufbereitung, Additiven und Katalysatoren kann Evonik dazu beitragen, die Effizienz dieser Verfahren zu verbessern. Pyrolyseöle und Synthesegase können dann wieder als Rohstoffe für die Kunststoffproduktion genutzt werden.

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