Prozesswasser desinfizieren, Textilien bleichen, Grundstoffe wie PVC herstellen: Chlorgas ist in der Industrie unverzichtbar. Doch der Umgang mit der Chemikalie ist hochgefährlich, da schon geringe Mengen die Gesundheit irreparabel schädigen können. Entsprechend wichtig ist es, dass Anwender nicht Komponenten verschiedener Hersteller kombinieren müssen – mit allen Risiken von Kompatibilitätsproblemen. Die Lösung: eine Chlorierungsanlage als Systemlösung.
Prozesswasser desinfizieren, Textilien bleichen, Grundstoffe wie PVC herstellen: Chlorgas ist in der Industrie unverzichtbar. Doch der Umgang mit der Chemikalie ist hochgefährlich, da schon geringe Mengen die Gesundheit irreparabel schädigen können.
(Bild: Lutz-Jesco)
Wie eine derartige Systemlösung aufgebaut sein kann, zeigen die Pumpenspezialisten Lutz-Jesco: Alles beginnt mit einer Druckflasche mit Chlorgas, die als Gasquelle dient. Ziel ist es, dieses gefährliche Gas unter Vakuum ins Wasser einzuleiten, damit im Fall einer Leckage kein Gas ausströmt. Hierfür kommen Injektoren zum Einsatz, die nach dem Venturi-Prinzip arbeiten: Ein schnell fließender Wasserstrahl erzeugt Unterdruck, der das Chlorgas aus der Flasche ansaugt und in die Wasseranlage einbringt. Damit dieser Prozess stabil funktioniert, liefert eine Druckerhöhungspumpe das Treibwasser mit konstantem Druck und in ausreichender Menge.
Der Gasfluss lässt sich dann über das Stellventil C7700 steuern. Es ermöglicht eine automatische, bedarfsgerechte Regulierung, beispielsweise über eine zentrale SPS-Steuerung oder den in die Messwassertafel Easypro eingebauten Regler Topax. Zusätzlich kann das System um Condichlor ergänzt werden, ein Chlorgasfilter und Druckreduzierventil mit Tropfenabscheider. „Es verhindert Kondensation von flüssigem Chlor, schützt die Anlage vor Verunreinigungen und erhöht die Betriebssicherheit“, so Mahmoud Parsamanesh.
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Chlorstop unterbricht Gasfluss im Ernstfall im Bruchteil einer Sekunde
Für die Sicherheit im Betrieb sorgen zwei weitere Komponenten: Der Vakuumregler C2213 hält das Unterdrucksystem konstant, verhindert Rückflüsse in die Chlorflasche und schützt so die Anlage. Zum Einsatz kommt außerdem das Gaswarngerät Easycon, das die Umgebungsluft überwacht. Sobald die Konzentration vordefinierter Grenzwerte überschritten ist, schlägt das Gerät mit Hupen und Blitzlichtern Alarm. Ergänzend unterbricht das Chlorstop-Sicherheitsventil den Gasfluss direkt am Behälterventil.
CPROCESS Rotating Equipment Days 2025
Die PROCESS Rotating Equipment Days 2025 finden am 18. und 19. November im Vogel Convention Center in Würzburg statt. Das Forum behandelt rotierende Technik ganzheitlich, vom Design bis zur Instandhaltung. Entscheider aus Chemie, Öl und Gas, Wasser, Pharma und Lebensmittel erhalten praxisnahe Hebel, um Verfügbarkeit zu steigern, Energie zu sparen und Stillstände zu vermeiden. Best‑Practice‑Vorträge, Deep‑Dive‑Sessions und eine Ausstellung mit Exponaten liefern konkrete Lösungen:
Auch Notsysteme wie Sprinkleranlagen oder Gaswäscher lassen sich automatisch aktivieren, um im Ernstfall zusätzlichen Schutz zu bieten. „Das System bietet somit eine Lösung für die sichere Lagerung, Überwachung und Dosierung von Chlorgas und erleichtert die Einhaltung normgerechter Arbeitsabläufe“, sagt Mahmoud Parsamanesh.
Exakte und nachhaltige Chemikaliendosierung dank Mikroprozessor
Lutz-Jesco hat zudem die Memdos Smart im Programm, eine Membranpumpe für die präzise und somit nachhaltige Dosierung aggressiver Chemikalien in der Industrie und Wasseraufbereitung. Die Besonderheit: Die Pumpe arbeitet mit einem Mikroprozessor, der einen asynchronen Lauf des Motors ermöglicht. Dadurch bewegt sich die Membran beim Ansaugen mit höherer und beim Ausstoßen mit verringerter Geschwindigkeit. Auf diese Weise entsteht ein pulsationsarmer Förderstrom, der eine präzise Dosierung bei gleichmäßigem Druck ermöglicht. Die Wiederholgenauigkeit liege bei +/- 1 Prozent. Viele klassische Membran- und Kolbendosierpumpen hingegen verursachen Fehler, wenn sie stoßweise statt gleichmäßig dosieren.
Erhältlich ist die Memdos Smart in zwei Baugrößen, die ein breites Leistungsspektrum abdecken. Die kleinere Variante fördert zwischen 2,6 und 30,7 Litern pro Stunde, die größere zwischen 58,5 und 182 Liter pro Stunde. Zudem sind unterschiedliche Materialausführungen wie PVC, PP, PVDF und Edelstahl erhältlich, um die Verträglichkeit mit Chemikalien wie Fluorid, Flusssilbersäure, Peressigsäure oder konzentrierter Schwefelsäure sicherzustellen. Die Bedienung der Memdos Smart erfolgt über ein 3,5-Zoll-großes, vollfarbiges Touchdisplay und ist intuitiv verständlich, ähnlich wie bei einem Smartphone. Erhältlich sind zudem Zubehörteile, die die Installation und Inbetriebnahme erleichtern. Dazu gehören unter anderem Anschlusssets mit Saugleitungen, Impfstellen, Pulsationsdämpfer sowie Druckhalte- und Überströmventile.
Stand: 08.12.2025
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