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Zukunftssicherung Chemieindustrie beschließt Maßnahmen zur Bewältigung der Corona-Krise

| Redakteur: Alexander Stark

Die Tarifvertragsparteien BAVC und IG BCE haben angesichts der Corona-Krise eine gemeinsame Vereinbarung unterzeichnet. Damit soll die Liquidität der Unternehmen kurzfristig verbessert und die Beschäftigung der Arbeitnehmer gesichert werden.

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Die Tarifvertragsparteien BAVC und IG BCE wollen mit einer Vereinbarung die Liquidität der Unternehmen kurzfristig verbessern und die Beschäftigung der Arbeitnehmer sichern.
Die Tarifvertragsparteien BAVC und IG BCE wollen mit einer Vereinbarung die Liquidität der Unternehmen kurzfristig verbessern und die Beschäftigung der Arbeitnehmer sichern.
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

Berlin – Angesichts der Corona-Pandemie haben sich IG BCE und BAVC darauf verständigt, die Ankündigungsfrist bei Kurzarbeit auf drei Tage zu verkürzen.

Wichtiger Punkt in der Vereinbarung ist auch die Möglichkeit, die freien Tage aus dem Chemie-Zukunftskonto vorzuziehen: Wenn Betriebe im Rahmen des Tarifvertrags Moderne Arbeitswelt die Option anbieten, den Zukunftsbetrag in freie Tage umzuwandeln, können sie per Betriebsvereinbarung die freien Tage für die Jahre 2021 und 2022 bereits 2020 zur Verfügung stellen. Das soll insbesondere Eltern von betreuungspflichtigen Kindern helfen.

Außerdem vereinfacht wurde die Regelung zum mobilen Arbeiten. Um während der Pandemie die Beschäftigten weitgehend vor Infektionen am Arbeitsplatz zu schützen, kann der Arbeitgeber auf Basis einer freiwilligen Betriebsvereinbarung mobiles Arbeiten anordnen, sofern alle sonstigen Voraussetzungen gegeben sind.

Ebenfalls um Infektionsrisiken durch Kontakte im Betrieb und durch Arbeitswege zu reduzieren, kann ein Zwölf-Stunden-Schichtsystems im kontinuierlichen Schichtbetrieb eingeführt und die tägliche Arbeitszeit auf zwölf Stunden erhöht werden. Voraussetzung dafür ist, dass der Gesetzgeber hierfür generell die Voraussetzungen schafft oder eine entsprechende behördliche Ausnahmeregelung vorliegt.

Für alle Chemie-Beschäftigten entfallen zudem die Ausschlussfristen: Ihre Ansprüche, zum Beispiel bei einer fehlerhaften Entgeltabrechnung, können sie auch länger als einen Monat rechtswirksam geltend machen. Diese Regelung wurden getroffen, weil es auch bei den Gerichten derzeit zu Verzögerungen kommen kann.

Vereinbart haben die Sozialpartner außerdem eine Öffnungsklausel für Akademiker. Normalerweise gelten für sie bei der Kurzarbeit bestimmte Regeln. Diese können aber vom 1. März bis zum 31. Dezember dieses Jahres außer Kraft gesetzt werden, sodass für sie die gleichen Bestimmungen wie für alle anderen Beschäftigen greifen.

Zusätzlich haben IG BCE und BAVC eine gemeinsame Clearingstelle eingerichtet, um Sachverhalts- und Zweifelsfragen schneller zu klären. Diese Stelle berät kurzfristig bei Bedarf, jedoch mindestens wöchentlich. Die Regelungen sind bis zum 31. Dezember 2020 befristet.

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