Newsticker Juni: Aktuelles aus der Prozessindustrie Chemie-Gewerkschaft prüft Sexismus-Vorwürfe

Quelle: dpa 22 min Lesedauer

Im ständig aktuellen Newsticker fasst die PROCESS-Redaktion das Geschehen in der Branche kompakt zusammen. Ob Chemie-, Pharma-, oder Lebensmittelindustrie, alle verfahrenstechnischen Themen werden – ebenso wie politische und wirtschaftliche Nachrichten zur Prozessindustrie – zusammengefasst.

(Bild:  gemeinfrei /  Pixabay)
(Bild: gemeinfrei / Pixabay)

16.06.2026

Magdeburg (dpa/sa) *16:49 Uhr – Fünf-Punkte-Plan soll Pharma in Sachsen-Anhalt stärken

Mit einem Zukunftspakt will Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) Sachsen-Anhalt als Pharmastandort stärken. «Wir haben in den letzten Jahrzehnten einiges aufgebaut», sagte der CDU-Politiker nach einem Pharma-Gipfel in Magdeburg. Ziel sei es, den Standort in die Zukunft zu begleiten.

Ein großer Teil der Pharmaversorgung in Deutschland hänge von Sachsen-Anhalt ab, so Schulze. «Viele Medikamente, die Sie heute in Deutschland, teils in Europa, zu sich nehmen, kommen aus Sachsen-Anhalt.» Der Ministerpräsident hatte Vertreter aus Wissenschaft, Pharmaindustrie, Verbänden und Gewerkschaften in die Staatskanzlei geladen, um über die künftigen Potenziale der Branche im Land zu diskutieren.

Ergebnis ist eine gemeinsame Erklärung mit dem Ziel, die Zukunft Sachsen-Anhalts als Pharmastandort zu stärken. Ein Fünf-Punkte-Plan soll die Voraussetzungen für neue Investitionen, Innovationen und hochwertige Arbeitsplätze schaffen. Vorgesehen sind etwa schnellere Genehmigungen bei Ansiedlungen und Erweiterungen, ein zentraler Ansprechpartner in der Staatskanzlei und der Ausbau von Produktionskapazitäten für kritische Arzneimittel.

Der Pharma-Gipfel soll künftig jährlich stattfinden. Zusätzlich sind Treffen in kleineren Runden geplant. Nach Schulzes Vorstellungen soll Sachsen-Anhalt zu einem der Top-Pharmastandorte in ganz Europa werden. Unternehmen wie Bayer, Merz Pharma und Wacker produzieren bereits in Sachsen-Anhalt. 30.000 Menschen sind laut Schulze in der Branche direkt und indirekt beschäftigt.

Han Steutel, Präsident des Verbandes Forschender Arzneimittelhersteller, lobte den Gipfel. Die Infrastruktur für die forschende Pharmaindustrie in Deutschland sei hervorragend, sagte Steutel. Sachsen-Anhalt habe als eines der kleineren Bundesländer einen riesigen Vorteil: die Wege seien kürzer. Im Wettbewerb mit den USA und China müsse man dafür sorgen, dass man mitmachen könne und werde.

Hannover (dpa) *14:36 Uhr – Chemie-Gewerkschaft prüft Sexismus-Vorwürfe

Die Chemie-Gewerkschaft IGBCE geht Vorwürfen von sexueller Belästigung im Umfeld der eigenen Jugendorganisation nach.

Es gebe Hinweise auf «nicht zu akzeptierende Vorfälle von Fehlverhalten», berichtet die Gewerkschaft am Sitz in Hannover.

Konkret geht es auch um den geäußerten Verdacht von «systematischem Sexismus und Belästigung durch Verantwortliche im Umfeld der IGBCE-Jugend».

«Diskriminierung, sexuelle Belästigung, Homophobie oder andere Formen grenzüberschreitenden Verhaltens stehen im klaren Widerspruch zu unseren Werten und unserem gewerkschaftlichen Leitbild», hieß es in der Mitteilung. «Vor diesem Hintergrund machen uns die an uns herangetragenen Sachverhalte sehr betroffen.» Die Gewerkschaft habe daher eine unabhängige, externe Kanzlei damit beauftragt, die Vorfälle zu prüfen und aufzuarbeiten.

Gegenstand der Untersuchung seien «die der IGBCE bekannt gewordenen Vorwürfe gegen teils ehemalige, teils noch für die IGBCE tätige Mitarbeitende im Zusammenhang mit ihrer gewerkschaftlichen Tätigkeit», heißt es in einer von der Gewerkschaft veröffentlichten Mitteilung der beauftragten Kanzlei. Die Gewerkschaft machte keine näheren Angaben dazu, um welche Vorwürfe es konkret geht. Details sollen bis zum Abschluss der Aufarbeitung nicht genannt werden, hieß es.

Moskau (dpa) *08:24 Uhr – Moskau meldet Attacken von 60 Drohnen – Raffinerie getroffen

Russlands Flugabwehr hat in der Hauptstadt Moskau nach Darstellung von Bürgermeister Sergej Sobjanin etwa 60 ukrainische Drohnen abgeschossen. Eine Drohne habe ein Objekt auf dem Gelände einer Ölraffinerie in Moskau getroffen, teilte Sobjanin mit. Verletzt worden sei niemand. Einsatzkräfte seien dabei, herabgefallene Trümmer von abgeschossenen Drohnen zu beseitigen. Auf den vier Flughäfen der Hauptstadt gab es wegen des Drohnenalarms Einschränkungen im Flugverkehr.

Zuerst stellen die Flughäfen Domodedowo und Schukowski ihre Arbeit vorübergehend ein, später stoppten auch die Airports Scheremetjewo und Wnukowo Starts und Landungen. In der Ferienzeit erleben Russen inzwischen fast täglich zahlreiche Flugausfälle und Verspätungen. Das russische Verteidigungsministerium meldete am Morgen den Abschuss von insgesamt 172 Drohnen über verschiedenen Regionen. Angaben zu Treffern oder Schäden machte das Ministerium nicht.

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Die ukrainischen Drohnenangriffe zielten erneut auf die für Russlands Kriegswirtschaft wichtigen Anlagen der Ölindustrie. Im Süden Russlands in der Region Krasnodar sei ein Öllager der Siedlung Poltawskaja getroffen worden und in Brand geraten, teilten die Behörden mit. Im Zuge des Angriffs wurde demnach auch eine Kreisstraße gesperrt. In sozialen Netzwerken kursierten zunächst nicht überprüfbare Videoaufnahmen von einer großen Rauchwolke.

Die Ukraine will mit den Angriffen auf die russische Ölindustrie den militärischen Nachschub stören und auch den Energieexport treffen, der Milliarden in die Kriegskasse des Landes spült. Die Attacken gegen Raffinerien und Treibstofflager haben vielerorts bereits zu Engpässen bei der Versorgung mit Benzin geführt. Zudem steigen die Preise fürs Tanken.

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