Corona-Schnelltests Bund und Länder wollen Testpflicht für Unternehmen

Autor: M.A. Manja Wühr

Wieder haben Bundeskanzlerin Angela Merkel sowie die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten über das weitere Vorgehen im Kampf gegen Corona beraten und weitere Maßnahmen beschlossen. Das verabschiedete Papier ergänzt auch die nationale Teststrategie und nimmt die Unternehmen in die Pflicht.

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Bund und Länder fordern eine Testpflicht für Unternehmen. Diese lehnen die Chemie-Arbeitgeber ab. Der Aufwand und Nutzen stünden in keinem Verhältnis.
Bund und Länder fordern eine Testpflicht für Unternehmen. Diese lehnen die Chemie-Arbeitgeber ab. Der Aufwand und Nutzen stünden in keinem Verhältnis.
(Bild: ©labor II - stock.adobe.com)

Kommt der wöchentliche Schnelltest am Werkstor? Wenn es nach dem Willen der Bundeskanzlerin und der Länder geht, schon ab April. Darauf haben sie sich am Mittwoch geeinigt. Als Teil der nationalen Teststrategie sollen auch Unternehmen ihren „gesamtgesellschaftlichen Beitrag“ leisten. Mitarbeiter vor Ort sollen demnach die Möglichkeit erhalten, sich einmal pro Woche kostenlos testen zu lassen. „Soweit möglich soll eine Bescheinigung über das Testergebnis erfolgen“, so der Beschluss.

Nun laufen die Gespräche mit der Wirtschaft. Doch die zeigte sich wenig begeistert: „Die Umsetzung dieser Maßnahme führt zu maximalem organisatorischen Aufwand bei minimalen Effekten für den Gesundheitsschutz“, erklärte BAVC-Hauptgeschäftsführer Klaus-Peter Stiller. Die Chemie-Arbeitgeber seien durchaus bereit, öfter zu testen, wenn Abstände nicht eingehalten werden können, um weitere Öffnungsschritte einzuleiten, so Stiller. Allerdings stünden für ihn Aufwand und Nutzen bei einer Testpflicht in den Unternehmen in keinem Verhältnis.

Impfen beim Werksarzt

Beim Thema Impfen sind die Arbeitgeber der Chemie weitaus gesprächsbereiter: Sie bekräftigten am Donnerstag ihr Angebot an die Bundesregierung, das deutsche Impfprojekt durch den Einsatz von Werksärzten zu beschleunigen. „Wenn voraussichtlich ab April mehr Impfstoff zur Verfügung steht, müssen wir alle Kapazitäten nutzen, um ihn in den Arm zu bringen“, sagte BAVC-Präsident Kai Beckmann. „Viele Unternehmen stehen bereit zu helfen. Wir haben das Zeug dazu: Unsere werksärztlichen Strukturen sind einsatzbereit und fähig, die Impfrate  entscheidend zu erhöhen.“

Dies deckt sich auch mit den Forderungen der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE): „Die Wirtschaft muss der öffentlichen Hand unter die Arme greifen, damit wir keinen Impfstau erleben. Im Kampf gegen die Pandemie ist Schnelligkeit gefragt“, machte IG-BCE-Vorsitzender Michael Vassiliadis bei einer Delegiertenkonferenz des IG-BCE-Bezirks München deutlich. Seiner Meinung nach sollten alle Betriebe mit Werksärzten ihren Beschäftigten entsprechend der vorgegebenen Priorisierungsgruppen in den kommenden Monaten ein Impfangebot machen können. Die Unternehmen hätten die nötigen Strukturen und das Know-how, um Impfungen vorzunehmen. Das bewiesen sie jährlich aufs Neue bei den Grippeschutz-Impfkampagnen.

* Die Autorin arbeitet als Fachredakteurin „Management“ für die Vogel Communications Group.

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