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EU-Förderprogramm

Biobasierte Dünger sollen bald Mineraldünger ersetzen

| Redakteur: Alexander Stark

Bestimmung des Einflusses von Schadstoffen auf das Pflanzenwachstum im Gefäßversuch.
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Bestimmung des Einflusses von Schadstoffen auf das Pflanzenwachstum im Gefäßversuch. (Bild: JKI)

Die mineralischen Düngerreserven insbesondere für Phosphor sind endlich. Rentable Abbaugebiete könnten in einigen Jahrzehnten erschöpft sein. Biobasierte Düngemittel aus Gülle, Mist, Klärschlamm oder Gärresten gewinnen deshalb in der europäischen Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung.

Braunschweig – Biobasierte Dünger können mineralischen Dünger ersetzen, der nicht nur wegen seiner energieaufwendigen Herstellung in der Kritik steht, sondern überwiegend aus dem Ausland importiert werden muss. Eine optimierte Kreislaufwirtschaft von Tier- und Pflanzenproduktion hingegen könnte nach Auffassung des Julius Kühn-Institut (JKI) in Europas ländlichen Regionen Arbeitsplätze schaffen. Hierzu will das kürzlich gestartete Projekt Lex-4-Bio beitragen, das über das EU-Förderprogramm für Forschung und Innovation Horizon 2020 finanziert wird.

Die an diesem Projekt beteiligten Partner, darunter das JKI in Braunschweig, wollen nährstoffreiche, bisher unzureichend genutzte Materialströme identifizieren und ihre Nährstoffgehalte ermitteln. Das Projekt soll die Basis schaffen für notwendige Technologien, um sichere biobasierte Dünger zu produzieren und schließlich auf den Markt zu bringen.

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Am JKI untersuchen Forscherinnen organische Schadstoffe in bio-basierten Düngemitteln. Dazu zählen zum Beispiel Rückstände von Medikamenten, wobei sich die Braunschweiger Forscher auf die Analytik von Antibiotikarückständen spezialisiert haben. Sie planen zusätzlich ökotoxikologische Verfahren weiterzuentwickeln, um die möglichen Risiken verschiedener Düngemittel beurteilen zu können. Zu diesem Zweck werden Versuche durchgeführt, indem die verschiedenen Produkte in Pflanzgefäßen angewandt und ihren Einfluss auf das Pflanzenwachstum und das Bodenleben geprüft werden.

Neben diesen eigenen Untersuchungen leiten die Wissenschaftlerinnen das Arbeitspaket 1 (WP1) zur Erfassung und Bewertung nährstoffreicher Nebenströme. Denn neben den bekannten Hauptquellen wie Gülle, Klärschlamm oder Gärresten aus Biogasanlagen sind auch Abfälle aus papier- und holzverarbeitenden Betrieben aussichtsreiche Kandidaten für bio-basierte Dünger. Auch die Harmonisierung der rechtlichen Rahmenbedingungen für den Einsatz dieser Dünger in der EU ist Teil des Projekts.

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