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Wirtschaftskriminalität in Ludwigshafen

Betrug in Millionenhöhe – Falsche Fremdfirmen-Rechnungen erschüttern BASF

| Autor: Wolfgang Ernhofer

Die BASF ist erneut von eigenen Mitarbeiten und Fremdfirmen um mehrere Millionen Euro betrogen worden.
Die BASF ist erneut von eigenen Mitarbeiten und Fremdfirmen um mehrere Millionen Euro betrogen worden. (Bild: BASF)

Die BASF ist über einen längeren Zeitraum betrogen worden. Vier Mitarbeiter des Chemiekonzerns sollen mit Fremdfirmen kooperiert haben, um Leistungen abzurechnen, die niemals erbracht wurden. Dadurch sei ein Schaden in zweistelliger Millionenhöhe entstanden.

Ludwigshafen; Würzburg – Unruhe beim Vorzeigeunternehmen der deutschen Chemie: Wie mehrere Medien unter Bezug auf die Tageszeitung Rheinpfalz berichten, ist der Chemiekonzern jahrelang um mehrere Millionen Euro geprellt worden. Im Zuge von Ermittlungen durch die Staatsanwaltschaft Kaiserslautern und Frankenthal sind Ende Januar die Wohnungen und Büros von vier BASF-Mitarbeitern und fünf Vertretern externer Firmen durchsucht worden. Die Mitarbeiter des Chemieunternehmens gehören offenbar der unteren Führungsebene im Personalbereich an und sind mittlerweile freigestellt. Bei den Fremdfirmen handele es sich um fünf Unternehmen, die im Personalleasing-Bereich tätig sind.

Laut BASF sei bei internen Prüfungen im letzten Jahr der Verdacht entstanden, dass externe Dienstleister unrechtmäßig abgerechnet haben. Dabei sollen Arbeitsleistungen verrechnet worden sein, die niemals erbracht wurden. Laut SZ soll sich der Betrug über mehrere Jahre hingezogen haben. Warum dies trotz interner Kontrollmechanismen erst so spät aufgefallen ist, ließ der Konzern offen. Den Beschuldigten wird Betrug sowie Bestechlichkeit bzw. Bestechung vorgeworfen. Einer der vier beschuldigten BASF-Mitarbeiter soll sich mittlerweile das Leben genommen haben, so die Rheinpfalz.

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Bereits 2009 und 2010 Betrugsfälle aufgedeckt

Der aktuelle Betrugsskandal ist für den Chemiegiganten kein Einzelfall. Bereits in den Jahren 2009 und 2010 wurden betrügerische Vergehen aufgedeckt: In einem Fall wurden 2012 nach langwierigen Ermittlungsverfahren ein BASF-Mitarbeiter sowie acht weitere Personen zu Geld- und Haftstrafen verurteilt, so die Rheinpfalz. Gerüstmontagen und Leitungsbau sollen im Jahr 2009 falsch abgerechnet worden und dadurch bis zu 1,5 Millionen Euro Schaden entstanden sein. Im Zuge der Ermittlungen soll der Konzern sechs Mitarbeiter fristlos entlassen haben.

Im Jahr 2010 wurde der Diebstahl von insgesamt 300.000 Europaletten bekannt. Über Jahre hinweg sollen die Beteiligten mehrere Hundert Paletten täglich aus dem Werk gebracht und weiterverkauft haben. Dadurch sei dem Unternehmen ein Schaden in Höhe von rund zwei Millionen Euro entstanden, so die Rheinpfalz weiter. Ein BASF-Mitarbeiter und mindestens sechs externe Beschäftigte wurden für den Diebstahl verurteilt.

Trotz der durch die Vorgängerfälle verschärften Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen lassen sich betrügerische Vergehen offenbar nicht gänzlich verhindern, wie der aktuelle Betrugsfall zeigt. Der Fall reiht sich ein in eine Serie von Negativ-Schlagzeilen der letzten zwei Jahre, die am Vorzeige-Image des weltgrößten Chemiekonzerns nagen.

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