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TDI-Megaprojekt Bayer nimmt neue Gasphasentechnologie in Betrieb

| Redakteur: Dominik Stephan

Technologie–Generationswechsel bei Bayer Material Science: Die Werkstoffsparte des Leverkusener Chemieriesen nimmt nach vier Jahren Bauzeit eine 300.000 Jahrestonnen-TDI-Produktion in Betrieb. Insgesamt hatte die Firma rund 250 Millionen Euro in das Projekt im Chempark Dormagen investiert.

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Symbolische Einweihung in Dormagen: Betriebsratsvorsitzender André van Broich, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, BMS-Chef Patrick Thomas und Dr. Marijn Dekkers, Vorstandsvorsitzder der Bayer AG, drücken den "menschlichen Buzzer"
Symbolische Einweihung in Dormagen: Betriebsratsvorsitzender André van Broich, Ministerpräsidentin Hannelore Kraft, BMS-Chef Patrick Thomas und Dr. Marijn Dekkers, Vorstandsvorsitzder der Bayer AG, drücken den "menschlichen Buzzer"
(Bild: PROCESS)

Dormagen – Es ist der Höhepunkt von zehn Jahren Technologieentwicklung bei Bayer: Bereits 2004 wurde in Dormagen eine Pilotanlage zur TDI-Produktion mit Gasphasentechnologie eingeweiht. Die revolutionäre Methode vollzieht den notwendigen Schritt der Phosgenierung des Zwischenprodukts Toluoldiamin, kurz TDA, in Gasphase. Dadurch kann, gegenüber der üblichen Basenphosgenierung der Lösemittelverbrauch um rund 80 % gesenkt werden, so die Projektverantwortlichen. Dadurch, dass die Gasphasenphosgenierung drucklos erfolgt, ist auch ein Austritt des hochgiftigen Phosgens unwahrscheinlicher.

Nach mehrjähriger Erprobung in Dormagen erfolgte die erste industrielle Anwendung der Technologie ab 2011 mit einer Anlage in Caojing/China. Jetzt holt Bayer die modernste TDI-Technologie des Konzerns heim: Als europäischer Standort konnte sich Dormagen unter anderem gegen das belgische Antwerpen durchsetzen, so Bayer Vorstandsvorsitzender Dr. Marijn Dekkers: „Diese Investition ist auch ein Bekenntnis zum Standort Deutschland – und zum Bundesland Nordrhein-Westfalen“, bekräftigte Dekkers bei der offiziellen Eröffnung der Anlage.

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Zirkelschluss für TDI: Kunststoffproduktion kehrt heim

Damit schließt sich der Kreis für die Produktion von Toluol-2,4-diisocyanat (TDI) bei Bayer: 1953 hatte die Firma in Leverkusen die weltweit erste Großanlage für TDI mittels Basenphogenierung in Betrieb genommen. Auch am Standort Dormagen wurde bis vor kurzem nach diesem Verfahren gearbeitet: Die neue TDI-Produktion löst eine Anlage ab, die seit 50 Jahren erfolgreich betrieben wurde, erklärte Patrick Thomas, Vorstandsvorsitzender von Bayer material Science. Dass die neue Technologie nicht nur Lösungsmittel, sondern auch bis zu 60% Energie gegenüber dem herkömmlichen Verfahren spart, ist besonders in Deutschland mit seinen im internationalen Vergleich hohen Energiepreisen ein echter Effizienzgewinn.

Gebaut wurde die Megaanlage in Zusammenarbeit mit Air Liquide, die in Dormagen einen neuen Steamreformer zur Versorgung des Prozesses mit Kohlenmonoxid an den Start brachten. Dabei stellten schon der Bau der Kolonnen und Apparate sowie in Transport durch das Kölner Umland die Leverkusener vor gewaltige Herausforderungen: So mussten Apparate mit bis zu 50 Metern Länge oder 170 Tonnen Gewicht verbaut werden, was einen erheblichen technischen und logistischen Aufwand erforderte. Auch deswegen ist man bei Bayer besonders stolz, dass es in über anderthalb Millionen Arbeitsstunden zu lediglich einem meldepflichtigen Zwischenfall kam.

Spannende Einblicke in den Bau der Megaanlage bekommen Sie auch in diesem Artikel:

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