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Astrazeneca nimmt für Corona-Impfstoff weniger Ertrag hin

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21.04.2021

Frankfurt/Main (dpa) *12:30 Uhr – Chemiebranche dringt auf schnellere Impfungen durch Betriebsärzte

Die hessische Chemie- und Pharmaindustrie dringt auf schnellere Corona-Impfungen in den Unternehmen durch Betriebsärzte. «Wir wollen früher impfen als im Juni», sagte Dirk Meyer, Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Hessen-Chemie, am Mittwoch in Frankfurt. «Jeder Tag zählt.» Es fehlten aber die Zustimmung der Landespolitik sowie Impfstofflieferungen.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte angekündigt, Betriebsärzte ab Juni in die Impfkampagne einzubinden. Aus Sicht des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) Hessen geht es schneller. «Eine ganze Reihe von Firmen ist einsatzbereit und will impfen», sagte der Vorstandsvorsitzende Jochen Reutter. Er verwies auf den Industriepark Höchst in Frankfurt, den Chemiekonzern Evonik in Hanau und den Pharma- und Medizinbedarfshersteller B. Braun in Melsungen. Die Unternehmen hätten Erfahrung bei Grippeimpfungen. «Das große Netz an Betriebsärzten in unseren Unternehmen steht bereit, um das Tempo der Impfkampagne zu beschleunigen», meinte auch Marcus Kuhnert, Vize-Vorsitzender des VCI Hessen und Finanzvorstand bei Merck.

Die hessische Chemie- und Pharmabranche erholt sich inzwischen von der Corona-Krise. Die Produktion in der Chemieindustrie habe im Januar um 2,3 Prozent und in der Pharmaindustrie um 2,9 Prozent über Vorjahr gelegen, sagte Reutter. Während die Umsätze in der Chemiebranche nur leicht stiegen, wuchsen sie in die Pharmabranche um mehr als 9 Prozent.

Frankfurt (VCI) *8:37 Uhr – VCI warnt: Höheres Klimaziel muss mit Schutz vor Wettbewerbsnachteilen einhergehen

Der Verband der Chemischen Industrie (VCI) unterstütze eine ambitionierte Klimapolitik der EU. Der VCI erwarte aber gleichzeitig, dass die notwendigen Folgeregelungen aus Brüssel für die Realisierung des höheren Zwischenzieles konkrete Maßnahmen enthalten, um die Industrie vor internationalen Wettbewerbsnachteilen ausreichend zu schützen. Ziele allein schützen noch kein Klima, jetzt komme es auf die konkreten Maßnahmen und auf eine faire Lastenteilung an. Klimaschutz und Industrie brauchen einander, Transformation geht nicht auf Knopfdruck, so der Chemieverband.

Aus Sicht des VCI müssen vier Voraussetzungen erfüllt sein, um sowohl das Etappenziel einer Reduktion von 55 Prozent bis 2030 als auch die Treibhausgasneutralität bis 2050 in der EU zu erreichen:

- Massiver Ausbau der erneuerbaren Energie und der dazugehörigen Infrastruktur EU-weit. Nur die Verfügbarkeit von günstigem Grünstrom ermöglicht die Transformation der Chemie und der Wirtschaft insgesamt. Die Elektrifizierung technischer Prozesse wird zu einer erheblich höheren Nachfrage an Grünstrom führen.

- Verwirklichung des Wasserstoff-Binnenmarktes und seine internationale Einbettung. Wasserstoff ist ein zentraler Rohstoff für die Transformation der chemisch-pharmazeutischen Industrie in eine treibhausgasneutrale Zukunft.

- Förderung von Innovationen und Investitionen in transformative Technologien sowohl auf Ebene der Mitgliedstaaten wie auch der EU-Ebene. Neue Produkte und Prozesse müssen schnell zur Verfügung stehen, marktreif und wettbewerbsfähig werden. Hierzu sind mehr öffentliche und private Aufwendungen und Investitionen nötig sowie gemeinsame Projekte.

- Innovationen technologieoffen unterstützen, Freiräume erhalten und Übergangstechnologien pragmatisch ermöglichen. Technischer Fortschritt ist ein offener, evolutiver Prozess. Dies gilt zum Beispiel für kohlenstoffarm erzeugten Wasserstoff (als Brücke) oder chemisches Recycling.

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