Newsticker April: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Astrazeneca nimmt für Corona-Impfstoff weniger Ertrag hin

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29.04.2021

Planegg (dpa/lby) *13:56 Uhr – Bayern investiert 500 Millionen Euro in Forschungscampus Martinsried

Mit bis zu 500 Millionen Euro unterstützt der Freistaat Bayern den weiteren Ausbau des Forschungscampus Martinsried in Planegg bei München. Mit dem Geld soll die Ansiedelung der Max-Planck-Institute für Neurobiologie, Ornithologie und Biochemie unterstützt werden. Am Donnerstag unterzeichneten Ministerpräsident Markus Söder, Wissenschaftsminister Bernd Sibler (beide CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) mit dem Präsidenten der Max-Planck-Gesellschaft, Martin Stratmann, die dazugehörige Absichtserklärung.

Söder bezeichnete das Projekt beim Kurznachrichtendienst Twitter als «Bio Boost Bayern». Das europaweite Zentrum für Life-Science im Raum München biete Perspektiven für moderne und junge Arbeitsplätze.

Die modernen Biowissenschaften liefern unter anderem die Grundlagen für neue Entwicklungen in der Biotechnologie, Bioökonomie, Biomedizin oder dem Naturschutz. Sibler sprach von einem «kräftigen Schub für die Life Science-Forschung» und einem klaren Bekenntnis zur großen Bedeutung der des Campus.

Auf dem Campus Martinsried/Großhadern befinden sich neben den Max-Planck-Instituten für Biochemie und Neurobiologie auch hochkarätige Einrichtungen der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) wie etwa das Biozentrum, das Biomedizinische Zentrum, das Institut für Schlaganfall- und Demenzforschung, die Fakultät für Chemie und Pharmazie mit dem Genzentrum und das Universitätsklinikum sowie weltweit agierende Biotechunternehmen.

Brüssel/Cambridge (dpa) *9:19 Uhr – Moderna will 2021 bis zu einer Milliarde Corona-Impfdosen liefern

Der US-Pharmakonzern Moderna erhöht seine Produktion von Corona-Impfstoff und will allein in diesem Jahr bis zu eine Milliarde Dosen ausliefern. Im kommenden Jahr sollen es bis zu drei Milliarden Impfdosen sein, wie das Unternehmen am Donnerstag mitteilte. Es verwies zudem auf Studienergebnisse, wonach der Impfstoff länger im Kühlschrank bei 2 bis 8 Grad haltbar sei als bisher angenommen, nämlich drei Monate statt einem. Das würde die Handhabe des ansonsten bei minus 20 Grad gelagerten Vakzins erleichtern.

Wie das Unternehmen mitteilte, sollen die Produktionskapazitäten unter anderem in der Schweiz und in Spanien stark ausgebaut werden. An beiden Standorten soll jeweils doppelt so viel Wirkstoff hergestellt werden wie bisher. Moderna gehe davon aus, dass sowohl für Auffrischungen von bereits Geimpften als auch für die Impfung von Kindern und Jugendlichen auch in den nächsten Jahren große Mengen Corona-Impfstoff benötigt werden. Der mRNA-Impfstoff könne auch an Varianten schnell angepasst werden

Darmstadt (dpa) *5:30 Uhr – Neue Merck-Chefin: Haben Lieferungen an Biontech aufgestockt

- Der Pharma- und Chemiekonzern Merck hat seine Produktion von Lipiden für den Mainzer Corona-Impfstoffhersteller Biontech ausgedehnt. «Wir haben bereits im zweiten Quartal Aufträge vorgezogen und werden in der zweiten Jahreshälfte unsere Lieferungen weiter ausbauen, um den hohen Bedarf an dringend benötigten Lipiden für Biontech und unsere anderen Kunden zu decken», sagte die neue Merck-Chefin Bélen Garijo der Deutschen Presse-Agentur.

«Wir haben das Haus dafür auf den Kopf gestellt», sagte die Spanierin (60), die ab 1. Mai an der Spitze des Darmstädter Unternehmens steht und damit die erste alleinige Chefin eines Dax-Konzerns wird. Merck habe seine Lipide-Produktion am Stammsitz Darmstadt und in Schaffhausen (Schweiz) erheblich ausgebaut. Teams aus Experten beider Unternehmen stünden in ständigem Kontakt. Merck und Biontech hatten die vertiefte Partnerschaft im Februar bekannt gegeben.

Corona wird die Welt nach Einschätzung von Garijo noch lange beschäftigen. «Wir müssen lernen, mit der Pandemie umzugehen», sagte die Managerin. «Das Virus zeigt die Verwundbarkeit unserer Welt.» Deutschland sei aber mit der höchsten Zahl an Intensivbetten in Europa gut vorbereitet. Sie sei optimistisch, dass die Pandemie mit fortlaufenden Impfungen eingedämmt werden kann. «Wer hätte gedacht, dass wir schon nach einem Jahr einen Impfstoff haben?»

In ihrer Zeit an der Spitze werde Merck ein «sehr aktives Portfoliomanagement» betreiben, kündigte Garijo an. «Wir schließen große, transformative Zukäufe ab 2022 nicht aus, werden uns aber wahrscheinlicher auf kleinere bis mittelgroße ergänzende Akquisitionen von innovativen Technologien konzentrieren.» Seit 2007 hat das Unternehmen, das zu gut 70 Prozent in Besitz der Merck-Familie liegt, fast 50 Milliarden Euro bei Käufen und Verkäufen von Geschäften bewegt und den Börsenwert stark gesteigert.

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