Newsticker April: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Astrazeneca nimmt für Corona-Impfstoff weniger Ertrag hin

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20.04.2021

Bitterfeld-Wolfen (dpa/sa) *14:58 Uhr – Anlage zur Lithiumhydroxid-Produktion in Bitterfeld-Wolfen geplant

In Bitterfeld-Wolfen soll im Jahr 2023 eine Anlage zur Produktion von Lithiumhydroxid in Betrieb gehen. AMG Lithium habe dafür ein Grundstück erworben, teilte die Chemiepark Bitterfeld-Wolfen am Dienstag mit. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht.

Zunächst soll laut Mitteilung eine Anlage mit einer Jahreskapazität von 20 000 Tonnen Lithiumhydroxid errichtet werden. Die Grundstücksgröße sei so bemessen, dass in den Folgejahren durch weitere Module die jährliche Kapazität auf bis zu 100 000 Tonnen gesteigert werden könne, hieß es weiter.

Lithiumhydroxid wird den Angaben zufolge zur Herstellung von Kathodenmaterialien verwendet, die in Zellen für Lithiumionen-Batterien verbaut werden. «Mittelfristig wollen wir die gesamte Wertschöpfungskette für Batteriematerialien an unseren Standort holen - und durch ein echtes Recycling der Batterien diese in eine nachhaltige Kreislaufwirtschaft überführen», erklärte Chemiepark-Geschäftsführer Patrice Heine.

New Brunswick (dpa) *14:17 Uhr – Johnson & Johnson startet mit mehr Umsatz und Gewinn ins neue Jahr

Besser laufende Geschäfte in der Arzneimittel- und Medizintechniksparte haben dem US-Pharmakonzern Johnson & Johnson im Auftaktquartal Auftrieb gegeben. Im ersten Quartal kletterte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um 7,9 Prozent auf 22,3 Milliarden US-Dollar (rund 18,6 Mrd Euro), wie der US-Pharma- und Medizintechnikkonzern am Dienstag in New Brunswick (US-Bundesstaat New Jersey) mitteilte. Analysten hatten etwas weniger erwartet. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von rund 6,2 Milliarden Dollar hängen und damit fast sieben Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Bereinigt um Sondereffekte legte der Gewinn um 12,5 Prozent auf 6,9 Milliarden Dollar zu. Die Quartalsdividende will der Pharmakonzern um fünf Prozent auf 1,06 Dollar je Aktie anheben.

Kassel (dpa) *10:40 Uhr – K+S bei US-Spartenverkauf kurz vor dem Ziel

Der Düngerkonzern K+S hat beim Schuldenabbau eine entscheidende Hürde genommen. Die US-Justizbehörde genehmigte den milliardenschweren Verkauf des amerikanischen Salzgeschäfts an Stone Canyon Industries, wie K+S am Montagabend in Kassel mitteilte.

«Wir freuen uns, dass die Genehmigung der US-Behörde zeitnah erfolgt ist. Damit kommen wir jetzt auf die Zielgerade zum Closing der Transaktion», sagte Konzernchef Burkhard Lohr. Er sieht keine weiteren kartellrechtlichen Hürden und hält einen Abschluss des Verkaufs um den 30. April für wahrscheinlich. Dann dürften zeitnah auch die 2,5 Milliarden Euro in bar fließen, die sich K+S schon vor einer Weile durch eine Absicherung gegen Währungsschwankungen gesichert hatte.

Die Kasseler brauchen das Geld dringend für den Schuldenabbau nach einem teuren Neubau eines Kaliwerks in Kanada. Zudem hatten Produktionsprobleme in Deutschland wegen mangelnder Entsorgungsmöglichkeiten für Abwässer sowie eine Flaute des globalen Düngermarktes dem Konzern in den vergangenen Jahren immer wieder zu schaffen gemacht.

Berlin (dpa/lby) *9:10 Uhr – Knapp 1,6 Milliarden Euro für Corona-Forschung

Das Bundesforschungsministerium investiert in den Jahren 2020 und 2021 nach eigenen Angaben fast 1,6 Milliarden Euro in die Forschung zu Covid-19. Davon gehen rund 627 Millionen Euro an die Impfstoff-Hersteller Biontech in Mainz und Curevac in Tübingen. Im Jahr 2020 gab der Bund fast 2,9 Milliarden Euro für die Bereiche Gesundheitsforschung und -wirtschaft aus, davon 2,6 Milliarden Euro über das Forschungsministerium. Das Geld für die Corona-Forschung stellt der Bund einem Ministeriumssprecher zufolge zusätzlich zu diesen laufenden Ausgaben zur Verfügung.

Zu den Hauptakteuren der institutionellen Corona-Forschung zählen demnach das Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) und das Deutsche Zentrum für Infektionsforschung (DZIF). Das HZI, in dem zurzeit 33 Gruppen an der Erforschung von Covid-19 arbeiten, erhielt demnach gut 32 Millionen Euro. Im DZIF befassten und befassen sich seit Beginn der Pandemie 17 Projekte mit SARS-CoV-2, wofür das DZIF

5,8 Millionen Euro bereitstellte. In zehn weiteren Projekten arbeitet das DZIF seit einigen Jahren an der Coronaforschung. Zwischen 2016 und 2025 stehen hierfür knapp 27,5 Millionen Euro zur Verfügung.

Auch der Biotech-Verband Bio Deutschland verzeichnet steigende Zahlen: 2020 warb die Branche drei Milliarden Euro Eigenkapital ein. Auch hier ging der Großteil - etwa die Hälfte - an Biontech und Curevac. Die Branche setzt auf einen positiven Effekt aus der Corona-Krise, insbesondere bei Finanzierungen. Corona habe deutlich gemacht, wie konkret jeder einzelne auf Medizinforschung angewiesen sei, sagt die Geschäftsführerin von Bio Deutschland, Viola Bronsema.

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