Newsticker April: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Astrazeneca nimmt für Corona-Impfstoff weniger Ertrag hin

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19.04.2021

Amsterdam (dpa) *17:30 Uhr – EU-Arzneibehörde legt Gutachten zu Johnson & Johnson-Impfstoff vor

Nach Prüfung seltener Fälle von Hirnthrombosen will die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA) am Dienstag ihr Gutachten zum Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson vorlegen. Die Experten der Amsterdamer Behörde haben den Impfstoff erneut geprüft, nachdem in den USA sechs Fälle von Blutgerinnseln in Hirnvenen aufgetreten waren. Johnson & Johnson hatte erst vor einer Woche mit der Lieferung seines Präparats in die EU-Staaten begonnen. Der Hersteller rief dazu auf, bis zur Klärung den Impfstoff nicht anzuwenden.

Die EMA hatte aber erklärt, dass der Impfstoff uneingeschränkt eingesetzt werden könne. Die «Vorzüge des Impfstoffs, Covid-19 zu verhindern», seien höher zu bewerten seien als die Risiken von Nebenwirkungen. Vor einer Woche hatten die US-Behörden die Verabreichung des Impfstoffs ausgesetzt. In den USA wurden bisher rund 6,8 Millionen Personen damit geimpft.

Düsseldorf (dpa) *14:35 Uhr – NRW will den Impfstoff von Johnson & Johnson zuerst Obdachlosen anbieten

Den vorerst noch nicht ausgelieferten Impfstoff von Johnson & Johnson will das NRW-Gesundheitsministerium zuerst für Impfangebote in der Wohn- und Obdachlosenhilfe einsetzen. «Hier bestehen die größten Unsicherheiten, die Zweitimpfungen nach sechs beziehungsweise zwölf Wochen sicherzustellen», heißt es in einer Antwort der Landesregierung auf eine Anfrage der Grünen an den Gesundheitsausschuss. Konkret wurde bei Johnson & Johnson nach einer besonderen Strategie gefragt, da hier offenkundig eine Impfung ausreichend sei.

Der Impfstoff von Johnson & Johnson wäre der vierte, der im Kampf gegen Corona in Deutschland auf den Markt kommt - nach denen von Biontech/Pfizer, Moderna und Astrazeneca. Der US-Pharmakonzern hatte vor rund einer Woche mitgeteilt, dass er den Marktstart seines Impfstoffs in Europa verzögert. Der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko), Thomas Mertens, hält den Auslieferungsstopp des Unternehmens nach Meldungen über Thrombose-Fälle für eine «nachvollziehbare Maßnahme». Es habe alarmierend gewirkt, dass das Problem eine sehr große Ähnlichkeit mit dem Problem habe, das im Zusammenhang mit dem Astrazeneca-Impfstoff aufgetreten sei, sagte er am Montag dem Bayerischen Rundfunk.

17.04.2021

Basel (dpa) *17:44 Uhr – Protest gegen Pestizid-Hersteller in Basel

Dutzende Demonstranten haben in Basel gegen die dort ansässigen Agroindustriekonzerne Bayer und Syngenta protestiert. Die Polizei griff nicht ein, weil der Marsch in Form einer Schnitzeljagd genehmigt war und die Teilnehmer sich an die Corona-Schutzmaßnahmen mit Abstand und Gesichtsmasken hielten. Der Marsch fand bereits zum siebten Mal statt. In früheren Jahren hatten rund 2000 Menschen daran teilgenommen. Der der Abschlusskundgebung warfen Sprecher den Unternehmen vor, mit ihren giftigen Pestiziden Profit über die Gesundheit der Menschen zu stellen.

Basel ist der Sitz der Syngenta Group, die vor allem Saatgut und Pflanzenschutzmittel anbietet. Die China National Chemical Corporation (Chemchina) hatte sie 2015 übernommen. Der deutsche Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat sein europäisches Pestizidgeschäft in Basel konsolidiert.

Syngenta bedauerte in einer Stellungnahme, dass die Veranstalter nicht direkten Kontakt gesucht haben. Das Unternehmen suche den Austausch mit Nichtregierungs- und anderen Organisationen, die ein Interesse daran hätten, die Herausforderungen der Landwirtschaft gemeinsam zu meistern. Dazu gehöre, dass genügend Nahrung für eine steigende Weltbevölkerung bereitgestellt und gleichzeitig Klima und Biodiversität geschützt werden.

Rio de Janeiro (dpa) *5:05 Uhr – Ex-General wird Chef des brasilianischen Ölriesen Petrobras

Trotz scharfer Kritik hat der brasilianische Präsident und Ex-Militär Jair Bolsonaro einen ehemaligen General an der Spitze des halbstaatlichen Ölkonzerns Petrobras installiert. Wie erwartet wählte der Aufsichtsrat des Unternehmens den früheren Verteidigungsminister Joaquim Silva e Luna zum neuen Chef, wie der Konzern mit Sitz in Rio de Janeiro am Freitag (Ortszeit) mitteilte.

Silva e Luna folgt auf den marktfreundlichen Ökonomen Roberto Castello Branco, der seit Antritt der Bolsonaro-Regierung im Januar 2019 bis März 2021 Chef von Petrobras gewesen war.

Bei internationalen Investoren hatte die Personalie schlimme Befürchtungen vor staatlichen Interventionen wie im Krisenstaat Venezuela ausgelöst, dem rechtspopulistischen Staatschef Bolsonaro schlug heftige Kritik entgegen. Der ehemalige Chef der Banco Central, Gustavo Franco, fasste seine Empörung mit den Worten «Guten Abend, Venezuela!» zusammen. Als der geplante Personalwechsel an der Spitze des größten Öl- und Energiekonzerns Lateinamerikas im Februar publik wurde, brachen die Petrobras-Aktien an der Börse in New York um 20 Prozent ein.

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