Newsticker April: Aktuelles aus der Prozessindustrie

Astrazeneca nimmt für Corona-Impfstoff weniger Ertrag hin

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15.04.2021

Waltham (dpa) *17:52 Uhr – Milliardendeal: Thermo Fisher will US-Biotechfirma PPD kaufen

Der US-Technologiekonzern Thermo Fisher will das Pharma- und Biotech-Forschungsunternehmen PPD übernehmen. Bei einem Gebot von 47,50 Dollar je PPD-Aktie summiere sich der Kaufpreis auf 17,4 Milliarden Dollar (14,5 Mrd Euro), plus 3,5 Milliarden Dollar Schulden, teilte Thermo Fisher am Donnerstag in Waltham mit.

Behördliche Genehmigungen vorausgesetzt wird erwartet, dass der Deal bis Ende 2021 abgeschlossen sein wird. Thermo Fisher verspricht sich von dem Zukauf eine Ergänzung seiner Angebotspalette. «Pharma und Biotech ist unser größter und am schnellsten wachsender Endmarkt», hieß es in der Mitteilung. Der Markt für klinische Forschung sei rund 50 Milliarden Dollar schwer und werde voraussichtlich langfristig wachsen.

Ludwigshafen (dpa/lrs) *14:48 Uhr – BASF-Impfzentrum startet mit 400 Impfungen

Das Impfzentrum auf dem BASF-Gelände in Ludwigshafen ist am ersten Tag nach Angaben des Chemiekonzerns am Mittwoch mit rund 400 Impfungen gestartet. «Für die nächsten beiden Tage sind jeweils 600 Erstimpfungen eingeplant», sagte eine Sprecherin des Unternehmens am Donnerstag. «Das ist unsere derzeitige maximale Tages-Kapazität - immer vorausgesetzt, dass wir dafür ausreichend Impfstoff zur Verfügung haben.» BASF wolle die Zahl auf 1200 pro Tag erhöhen, wenn die nötigen Zweitimpfungen anstehen.

Maximal 4000 Mitarbeitende könnten der Impfgruppe 2 angehören. «Realistisch erwarten wir rund 2000 Mitarbeiter, die sich zur Impfung anmelden, da man auch extern einen Impftermin - beispielsweise bei einem kommunalen Impfzentrum oder Hausarzt - erhalten kann», sagte die Sprecherin. «Darüber hinaus müssen wir auch berücksichtigen, dass sich nicht jeder impfen lassen möchte.» Das Unternehmen wolle im weiteren Verlauf ebenso ein Impfangebot für Angehörige prüfen.

«Wir haben mehr als 100 Mitarbeiter, die für den Betrieb des Impfzentrums sorgen. 30 Mitarbeiter brauchen wir, um den täglichen Betrieb am Laufen zu halten», sagte die Sprecherin. Es sei also «insgesamt ein großes Team, das im Hintergrund den Betrieb stemmt».

Tübingen (dpa) *14:19 Uhr – Curevac erwartet Zulassung im zweiten Quartal und hat hohe Verluste

Das Biotech-Unternehmen Curevac geht weiter davon aus, noch im zweiten Quartal des Jahres eine Zulassung für seinen Corona-Impfstoff zu erhalten. Die klinische Entwicklung befinde sich in der finalen Phase und die Daten für das rollierende Zulassungsverfahren durch die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) würden rechtzeitig erwartet, gab das Unternehmen am Donnerstag in Tübingen bekannt.

Zugleich habe eine zusätzliche Studie einen vollständigen Schutz vor der zuerst in Südafrika aufgetauchte Virusvariante B.1.351 durch den Corona-Impfstoff CnCoV nachgewiesen, hieß es.

Das Unternehmen hat für das Geschäftsjahr 2020 erneut hohe Verluste verzeichnet. Vor Steuern lag das Minus bei 129,8 Millionen Euro nach 100,1 Millionen Euro 2019, wie Curevac mitteilte. Zum Ergebnis nach Steuern wurden zunächst keine Angaben gemacht. Die Verluste seien vor allem durch die hohen Kosten für Forschung und Entwicklung des Corona-Impfstoffs begründet. Zum Teil seien diese durch Fördergelder etwa des Bundes ausgeglichen worden.

Der Umsatz stieg 2020 von 17,4 Millionen Euro im Vorjahr auf 48,9 Millionen Euro. Den hohen Anstieg begründete das Unternehmen unter anderem mit der Zusammenarbeit mit dem Pharmaunternehmen Glaxo Smith Kline. Beide Firmen kooperieren bei Entwicklung und Vermarktung des Corona-Impfstoffs CnCoV.

Berlin (ots) *14:15 Uhr – BPI fordert stärkere Förderungfür Forschung an Arzneimitteln gegen COVID-19

„Ein Jahr nach Ausbruch der Pandemie haben wir immer noch zu wenige Arzneimittel, um

COVID-19 zu behandeln“, sagt Dr. Kai Joachimsen, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Pharmazeutischen Industrie (BPI). Dabei gebe es vielversprechende Therapieansätze bei den Herstellern. Heute stellte das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) die Erfolge der bisher geförderten Projekte und neue Förderkandidaten vor. Der Förderansatz des BMBF sei gut, aber das Volumen reiche nicht ansatzweise aus. „Wir brauchen mindestens das Zehnfache, um die Entwicklungsansätze von dringend benötigten Arzneimitteln zum Patienten zu bringen.“

Genf (dpa) *10:59 Uhr – Antibiotikaresistenzen: WHO fordert neue Mittel gegen Bakterien

Die Welt braucht im Kampf gegen resistente Bakterien dringend neue Antibiotika, aber die Entwicklung kommt nicht voran. Deshalb beleuchtet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) in ihrem jährlichen Bericht über den Forschungsstand zur Überwindung der Antibiotikaresistenz erstmals auch mögliche alternative Lösungen zum Kampf gegen bakterielle Infektionen, wie sie am Donnerstag in Genf berichtete.

Einige der gefährlichsten Bakterien der Welt hätten Resistenzen gegen die bekannten Mittel entwickelt. Aber keines der 43 Antibiotika, die in der klinischen Entwicklung seien, verspreche Abhilfe, warnt die WHO. Praktisch alle wirkten kaum besser als die existierenden Mittel. Es sei zu erwarten, dass die Bakterien auch gegen sie schnell resistent werden. 82 Prozent der in jüngster Zeit zugelassenen Antibiotika seien nur Varianten der bereits bekannten Mittel.

Als Alternativen beleuchtet die WHO nun 27 neue Therapieformen. Dazu gehören Versuche mit Antikörpern und mit Bakteriophagen, also Viren, die Bakterien als Wirtszelle nutzen. Forscher versuchen auch, das Immunsystem für einen besseren Kampf gegen Bakterien zu stimulieren.

Große Investoren und Pharmafirmen hätten aber geringes Interesse, weil solche Mittel keine große Rendite versprechen, wie die WHO schreibt. Sie unterstützt die Erforschung alternativer Therapien ebenso wie die Entwicklung neuartiger Antibiotika in verschiedenen Partnerschaften mit Geldgebern, Wissenschaftlern und Pharmafirmen.

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