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Armaturen-Normierung

Armaturen-Normierung als Reisepass für den Export

| Redakteur: Wolfgang Ernhofer

Global gesehen droht im Bereich der Armaturennormung Disharmonie. Boomländer wie China schaffen eigene Normen für Industriearmaturen oder beeinflussen zunehmend die internationalen Normen.
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Global gesehen droht im Bereich der Armaturennormung Disharmonie. Boomländer wie China schaffen eigene Normen für Industriearmaturen oder beeinflussen zunehmend die internationalen Normen. (Bilder: Messe Duesseldorf / ctillmann)

Die europäische Armaturenbranche harmonisiert ihre Normen. Doch der globale Konsens lässt noch auf sich warten – China strebt eigene Normen im Bereich der Industriearmaturen an.

Normen schaffen Ordnung, wo sonst Chaos herrschen würde. Sie regeln den Handel und ermöglichen dem Anwender Sicherheit beim Einkauf. Für die Hersteller und Nutzer von Industriearmaturen besitzen sie daher einen großen Wert. Wirtschaftlich aufstrebende Länder wie China beunruhigen allerdings den weltweiten Markt. Sie arbeiten an eigenen Normen, „die sich für globale Hersteller zukünftig erschwerend auswirken können“, mahnt Christoph Pauly, Pressesprecher des Armaturen- und Pumpenherstellers KSB.

„Internationale und europäische Normen funktionieren wie eine gemeinsame technische Sprache“, unterstreicht das Deutsche Institut für Normung. Sie sind „für unsere Produkte ein Reisepass für den globalen Markt“, erklärt Karl Dungs, Geschäftsführer des gleichnamigen Herstellers von u.a. Magnetventilen und Kugelhähnen.

Hoher wirtschaftlicher Nutzen

Unterschiedliche Normen, also eine fehlende gemeinsame Sprache, brächten die international agierenden Unternehmen aber zum Stottern. Was fatal wäre, denn Normen erbringen einen hohen betriebs- und volkswirtschaftlichen Nutzen, der allein für Deutschland auf rund 17 Milliarden Euro pro Jahr beziffert wird. So lautet ein Ergebnis der Studie „Der gesamtwirtschaftliche Nutzen der Normung: Eine Aktualisierung der DIN-Studie aus dem Jahr 2000“, die 2011 veröffentlicht wurde. Zudem erhalten 84 Prozent der produzierenden Unternehmen der deutschen Wirtschaft einen globalen Marktzugang, indem sie europäische und internationale Normen anwenden.

In den vergangenen Jahren bemühten sich Verbände, Normen zu harmonisieren. Alle Beteiligten waren auf einem guten Weg. Heute sei die Normungsarbeit der DIN bereits zu fast 90 Prozent europäisch und international ausgerichtet, betont der Normenausschuss Armaturen (NAA) im Deutschen Institut für Normung.

Den Trend zur Harmonisierung ehemals länderspezifischer Normen gäbe es bisher aber nur in Europa, bedauert KSB-Pressesprecher Pauly. Hier sei man „weit fortgeschritten, lediglich Anpassungen im Detail sind noch notwendig.“ Die Harmonisierung, wie sie in Europa umgesetzt wird, „kann als ein Schritt in die richtige Richtung gewertet werden.“

Weiter Weg zur globalen Harmonisierung

Deutschland ist dabei gut aufgestellt. „Der DIN-Bereich hat einen großen Einfluss auf den europäischen Markt, da viele andere Länder nicht so umfassende Normierungen besitzen“, erläutert Lars Hennemann, Ingenieur in der Entwicklung und Konstruktion im Technischen Büro von Mankenberg.

Ergänzendes zum Thema
 
Ohne Konsens keine Norm

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